Kurz gefasst
„Ali G: Who Iz I?“ startet am Freitag, 23. Oktober 2026; laut dem Verleih The Searchers zeigen 44 niederländische Kinos den Film nur am Freitag und Samstag, insgesamt sind es etwa 150 Vorführungen.
NewsCord forderte Leserinnen und Leser per E-Mail auf, Kinoketten zum Abzug des Films zu bewegen; Donald Clarke berichtete bei seiner Prüfung von mehr als 56.000 Rückmeldungen.
Der Vorsitzende der Republikanischen Partei im El Paso County sagt, er wolle Sacha Baron Cohen verklagen, nachdem der Guardian ihn am Dienstag, 20. Oktober, auf seinen Auftritt in dem Film angesprochen hatte.
The Financial Times und AD.nl urteilten hart, während der Guardian den Film trotz schlechten Geschmacks bisweilen komisch fand und der Telegraph nur vereinzelte Lacher sah.
- 2006„Borat“ kommt in die Kinos
- 2020„Borat Anschluss Moviefilm“ kommt in die Kinos
- 23.10.„Ali G: Who Iz I?“ startet in begrenzter Zahl von Kinos weltweit
Begrenzter Kinostart und Boykottaufrufe
„Ali G: Who Iz I?“ startet am Freitag, 23. Oktober 2026, weltweit in deutlich weniger Kinos als der Vorgänger aus dem Jahr 2002. In den Niederlanden ist der Film nur am Freitag und Samstag in 44 Kinos zu sehen, und der Verleih The Searchers erklärt, er werde insgesamt etwa 150 Mal gezeigt. Die Kampagne dagegen geht von NewsCord aus, einer Plattform zur Medienbeobachtung, die Leserinnen und Leser bat, Kinoketten per E-Mail aufzufordern, den Film nicht auf ihre Leinwände zu nehmen. Donald Clarke schrieb, mehr als 56.000 Menschen seien diesem Aufruf gefolgt, als er nachprüfte, während Trouw über die Angabe der Gruppe selbst berichtet, sie habe 56.000 Briefe an britische Kinos geschickt.
Gemischte Kritiken
The Financial Times nannte den Film eine kraftlose Satire und erklärte, die Figur wirke inzwischen im Kern verbraucht; einem Publikum von 2026 habe sie kaum noch etwas zu bieten. The Telegraph argumentierte, der Film habe Potenzial als Kommentar zur Cancel Culture, liefere aber nur vereinzelte Lacher. AD.nl nannte ihn geschmacklos und schlecht und schrieb, Baron Cohen treffe kein Ziel. Die Kritik des Guardian fand ihn bisweilen komisch, trotz eines – wie es hieß – spektakulär schlechten Geschmacks, und merkte an, der Film müsse den Zuschauern immer wieder erklären, wer in den Witz eingeweiht sei. Trouw berichtet, Cohen habe den Film in einem langen Essay für das Magazin Time verteidigt und darin gefragt, warum er eine Figur zurückbringe, die manche als Relikt einer früheren Generation kritisiert hätten.
Klagedrohung wegen eines inszenierten Dokumentarfilms
Michael Aboud, Vorsitzender der Republikanischen Partei im El Paso County, tritt in dem Film in einem Trainingsprogramm auf, das von Cohens Figur Erran Morad geleitet wird. Aboud sagt, er habe geglaubt, an einem nicht fiktionalen Film mitzuwirken, und habe nichts anderes geahnt, bis der Guardian ihn am Dienstag, 20. Oktober, kontaktierte. Er erklärte gegenüber dem Guardian, er beabsichtige, Cohen wegen des Materials zu verklagen. In seiner Erklärung warf er dem Filmteam vor, Menschen zu täuschen; man habe zunächst einen Dokumentarfilm über illegale Grenzübertritte beschrieben und erst später einen Selbstverteidigungslehrer aus Israel hinzugefügt. Er schloss mit einem Boykottaufruf:
„Niemand sollte auch nur einen Cent dafür ausgeben, irgendetwas anzusehen, das er produziert oder in dem er auftritt.“
Hintergrund und die Premiere von 2002
Cohen wurde 1998 weltweit durch „Da Ali G Show“ bekannt, die auch in den Niederlanden lief, und der Hype erreichte mit „Ali G Indahouse“ im Jahr 2002 seinen Höhepunkt. Vor der Londoner Premiere dieses Films versammelten sich Demonstranten und verglichen ihn mit einer Minstrel-Show des 19. Jahrhunderts. Peter Akinti, der den Protest organisierte, sagte:
„Er ist der neue Al Jolson.“
Trouw berichtet, „Ali G Indahouse“ habe in den Kinos mehr als 23 Millionen Dollar eingespielt, und Cohen habe später mit „Borat“ 2006 und „Borat Anschluss Moviefilm“ 2020 nachgelegt. Cohen hat die Anziehungskraft der Figur mit eigenen Worten beschrieben:
„Er ist komisch, weil er wahnhaft ist.“