AfD-Vize Hans-Thomas Tillschneider verteidigt Tasse der russischen Armee im Büro
Hans-Thomas Tillschneider geriet in die Kritik, nachdem Reporter Paul Ronzheimer vor den Landtagswahlen militärisches Merchandise aus Russland in seinem Wahlkreisbüro in Querfurt entdeckt hatte.
Entdeckung bei Bürobesichtigung
Hans-Thomas Tillschneider, der stellvertretende Landesvorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD) in Sachsen-Anhalt, verteidigte das Vorhandensein einer Souvenirtasse der russischen Armee in seinem Wahlkreisbüro in Querfurt. Der Gegenstand wurde von Journalist Paul Ronzheimer während der Dreharbeiten zu einem Bericht über die Landtagswahl für Bild am Sonntag und YouTube entdeckt. Vor den aufgezeichneten Interviews bot Tillschneider eine Führung durch die Räumlichkeiten an, um mehrere Souvenirs zu zeigen, darunter die schwarze Tasse mit einem roten Stern und der kyrillischen Aufschrift „Armee Russlands“ (Armee Russlands). In Russland wird die Tasse für etwa 8 Euro über den offiziellen Online-Shop der Marke Armija Rossii verkauft, der das russische Verteidigungsministerium als offiziellen Partner führt. Keine Erinnerungsstücke anderer Streitkräfte, einschließlich der deutschen Bundeswehr, waren im Raum vorhanden.
Austausch und rechtliche Schritte
Als Ronzheimer fragte, warum im Büro Merchandise der Streitkräfte ausgestellt sei, die die Ukraine angreifen und Hybridkrieg gegen Deutschland führen, wies Tillschneider die Prämisse der Frage zurück. Der Politiker erklärte, der Gegenstand sei ein persönliches Geschenk, das von einer Auslandsreise mitgebracht worden sei.
Es ist ein Souvenir von einer Reise nach Russland im Jahr 2023 oder 2024, über die es bereits mehrere Berichte gab. Insofern verstehen wir die Skandalisierung nicht.
Als die Befragung zu seinem Verhältnis zum russischen Militär fortgesetzt wurde, wies Tillschneider den Konflikt als außerhalb deutscher Interessen liegend zurück und forderte ein Ende des Themas.
Hören Sie jetzt auf mit dieser blöden Tasse, ja. Sie sind sozusagen weder Feinde noch Freunde. Staaten haben keine Freunde, Staaten haben Interessen.
Nach der Aufzeichnungssitzung schaltete Tillschneider einen Rechtsbeistand ein, um die Ausstrahlung des in seinem Büro aufgenommenen Filmmaterials zu verhindern, und teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, die Veröffentlichung solle wegen ungebührlichen Verhaltens von Ronzheimer und seinem Team gestoppt werden. Ronzheimer veröffentlichte den vollständigen Bericht auf YouTube.
Das sind freie Medien, und natürlich lassen wir uns das nicht nehmen.
Politische Stellung und frühere Vorfälle
Tillschneider bekleidet führende Positionen als stellvertretender Landesvorsitzender und stellvertretender Fraktionsvorsitzender der AfD Sachsen-Anhalt, einem Landesverband, der vom Bundesamt für Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft wird. Er gilt als designierter Bildungsminister, falls die AfD nach der bevorstehenden Landtagswahl am Sonntag in die Regierung einzieht, und hat sich für Änderungen der schulischen Geschichtslehrpläne ausgesprochen.
- Tillschneider und zwei AfD-Kollegen brechen eine geplante Reise nach Russland und in die besetzte Ostukraine ab, nachdem sich die Parteiführung distanziert
- Tillschneider erwirbt die Souvenirtasse der russischen Armee während eines Russlandbesuchs
- Tillschneider verlässt während Melanie Amanns Podcast-Aufzeichnung ein Berliner Studio
- Videobericht veröffentlicht, der Tillschneider zeigt, wie er die Tasse der russischen Armee in Querfurt verteidigt
Der Vorfall reiht sich ein in frühere Kritik an Tillschneiders Kontakten nach Russland und umstrittenen Medienauftritten. Im September 2022 nahm er mit zwei Parteikollegen an einer geplanten Reise nach Russland und in die besetzte Ostukraine teil, die abgebrochen wurde, nachdem sich die Bundes-AfD-Führung von den Reiseplänen distanziert hatte. Eine Woche vor dem Vorfall in Querfurt verließ Tillschneider während einer Aufzeichnung des Funke-Media-Podcasts „Amann unframed“ ein Berliner Studio, nachdem Journalistin Melanie Amann Fragen zu Parteikollege Björn Höcke gestellt hatte.
Ich dachte, es geht um mein Buch. Ich dachte, es geht um meine Person. Sie fragen mich nach Björn Höcke, nach wem auch immer. Und deshalb möchte ich das hier jetzt beenden. Ich muss mich nicht so behandeln lassen.


