
AfD und Ulrich Siegmund laut Prognose mit bis zu 44,5 % in Sachsen-Anhalt
Erste Hochrechnungen zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sehen Ulrich Siegmund und die Alternative für Deutschland zwischen 44 % und 44,5 % – der Kandidat wäre damit auf dem Weg zur Regierungsbildung.
Hochrechnungen und Wahlergebnis
Erste Hochrechnungen zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vom 6. September 2026 sehen Ulrich Siegmund und die Alternative für Deutschland (AfD) zwischen 44 % und 44,5 % der Stimmen. Das Ergebnis ist der höchste Stimmenanteil, den die Partei seit ihrer Gründung 2013 bei einer Landtagswahl erzielt hat. Siegmund feierte die ersten Zahlen am Sonntagabend vor Anhängern.
Wir haben Geschichte geschrieben!
Vor der Wahl hatten Umfragen der AfD einen Vorsprung von knapp 20 Prozentpunkten vor der Christlich Demokratischen Union (CDU) bescheinigt. Die CDU wird bundesweit von Kanzler Friedrich Merz geführt, in Sachsen-Anhalt vom amtierenden Ministerpräsidenten Sven Schulze.
Siegmunds Profil und Wahlkampfstil
Siegmund wurde 1990 in der mittelalterlichen Stadt Tangermünde geboren, drei Wochen nach der deutschen Wiedervereinigung, und wuchs in einer Zeit wachsender Ostalgie auf. Nach einer kaufmännischen Ausbildung und einem Studium der Wirtschaftspsychologie und Unternehmensführung gründete er eine Duftmarketingfirma in Berlin, bevor er nach Sachsen-Anhalt zurückkehrte. Seine politische Karriere begann mit 19 Jahren bei der CDU, später wechselte er zur AfD und zog in den Landtag ein.
Im Wahlkampf pflegte der 35-Jährige ein bürgernahes Image mit Dorftreffen, Biergeschenken und Auftritten auf einem Simson-Moped, einem traditionellen Symbol ostdeutscher Identität. Der Journalist Nils Schniederjann beschrieb Siegmund als jemanden, der persönlichen Charme und ein ständiges Lächeln in die Parteiveranstaltungen bringe. Siegmund ergänzte den lokalen Wahlkampf durch digitale Präsenz, signierte Fanartikel und sammelte über 500.000 Instagram-Follower, verglichen mit 11.400 bei Schulze.
- Ulrich Siegmund (AfD)
- 500000 Follower
- Sven Schulze (CDU)
- 11400 Follower
Politische Positionen und radikale Verbindungen
Hinter der freundlichen Fassade vertrat Siegmund eine radikale politische Agenda, die auf Massenabschiebungen unter dem Schlagwort Remigration und einer regionalen Kulturdoktrin namens ‚Deutsch Denken‘ basierte. 2023 nahm Siegmund an einer privaten Konferenz in Potsdam teil, bei der die Teilnehmer Vorschläge zur Abschiebung Hunderttausender Menschen aus Deutschland prüften. Gemeinsam mit seinem politischen Weggefährten Hans-Thomas Tillschneider verfasste Siegmund ein AfD-Regierungsprogramm für Sachsen-Anhalt, das radikaler ausfiel als das Bundesprogramm.
Siegmund berief zudem Wahlkampfberater mit Verbindungen zur verbotenen Neonazi-Gruppe Heimattreue Deutsche Jugend. Linke Gegner warnten, dass sein bürgerliches Image eine kompromisslose rechtsextreme Plattform verberge.
Die Leute sehen nur die glatte Fassade, aber man muss zwischen den Zeilen lesen.
Öffentlicher Widerstand und Medienreaktionen
Siegmunds Versuch, der erste rechtsextreme Ministerpräsident im Nachkriegsdeutschland zu werden, löste sofortige Proteste im ganzen Bundesland aus. Am Samstag, dem 5. September 2026, gingen schätzungsweise 6.000 Demonstranten in Sachsen-Anhalt auf die Straße, um gegen die Machtübernahme seiner Partei zu protestieren.
Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel hatte zuvor eine Titelgeschichte über Siegmund veröffentlicht, die ihn als ‚gefährlichsten Mann Deutschlands‘ bezeichnete. Siegmund reagierte mit einem Video, in dem er die Ausgabe signierte und versprach, nach der Wahl offenzulegen, wie viel Geld für diese Publicity ausgegeben wurde.
- Geboren in Tangermünde drei Wochen nach der deutschen Wiedervereinigung
- Die Partei Alternative für Deutschland wird gegründet
- Nimmt am Potsdamer Treffen zu Massenremigrationsvorschlägen teil
- 6.000 Demonstranten protestieren gegen Siegmund in ganz Sachsen-Anhalt
- Erste Hochrechnungen sehen AfD bei 44 % bis 44,5 % bei der Landtagswahl


