
AfD erreicht 44,4 % in Hochrechnungen zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, CDU fällt auf 18,3 %
Hochrechnungen in Sachsen-Anhalt sehen die Alternative für Deutschland bei 44,4 % nach hoher Wahlbeteiligung, wobei der Partei ein Sitz zur absoluten Mehrheit in Magdeburg fehlt.
Hochrechnungen in Magdeburg
Die Hochrechnungen am Sonntagabend sahen die Alternative für Deutschland (AfD) bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit 44,4 % der Stimmen auf dem ersten Platz, laut ZDF-Hochrechnungen um 19:52 Uhr. Die vorläufige Sitzverteilung wies der Partei 41 Sitze im 83-köpfigen Magdeburger Landtag zu, womit ihr ein Sitz zur absoluten Mehrheit fehlt. Die Christlich Demokratische Union (CDU) unter Ministerpräsident Sven Schulze fiel auf 18,3 % zurück, was einem Verlust von 18,6 Prozentpunkten im Vergleich zur Landtagswahl 2021 entspricht. Die Linke folgte mit 9,2 %, die Sozialdemokratische Partei (SPD) erreichte 8,6 % und die Grünen 8,4 %. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) erhielt 4,8 % und verfehlte damit knapp die Fünf-Prozent-Hürde für den Einzug ins Parlament, während die Freie Demokratische Partei (FDP) den Wiedereinzug in den Landtag verpasste.
- AfD
- 44.4 %
- CDU
- 18.3 %
- Die Linke
- 9.2 %
- SPD
- 8.6 %
- Grüne
- 8.4 %
- BSW
- 4.8 %
Mobilisierung und Wählerwanderung
Die Wahlbeteiligung im Land erreichte 80,0 %, ein Anstieg von 60,3 % im Jahr 2021 und der höchste Wert in der Geschichte Sachsen-Anhalts. Analysen von Infratest dimap für die ARD zeigten, dass die AfD 157.000 Wähler aus dem Lager der Nichtwähler gewann, was 56 % ihrer 279.000 neuen Unterstützer ausmacht. Die Partei gewann zusätzlich 83.000 frühere CDU-Wähler, 19.000 von der FDP, 11.000 von der Linken, 7.000 von der SPD und 2.000 von den Grünen, während sie 2.000 Wähler an das BSW verlor. Umfragedaten der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF ergaben, dass 42 % der AfD-Wählerschaft aus ehemaligen Nichtwählern bestand, 29 % hatten die Partei bereits 2021 unterstützt und 15 % waren von der CDU gewechselt.
- Bisherige Nichtwähler
- 157000
- CDU
- 83000
- FDP
- 19000
- Die Linke
- 11000
- SPD
- 7000
- Grüne
- 2000
Führung und Wahlkampfthemen
In seiner Rede am Wahlabend räumte Ministerpräsident Sven Schulze die Niederlage ein und erkannte die Verschiebungen in der Wählerschaft an.
Die Menschen haben ein Signal gesendet.
Schulzes persönliche Zustimmung blieb hinter den Werten seines Vorgängers Reiner Haseloff zurück. Daten von Infratest dimap zeigten eine Zufriedenheit von 38 % mit Schulze, verglichen mit 67 % für Haseloff im Jahr 2021. Bei der Frage nach dem bevorzugten Ministerpräsidenten sprach sich knapp die Hälfte der Befragten für Schulze aus, während 38 % den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund unterstützten. Die AfD, die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft wird, kampagnisierte mit Siegmund zu landespolitischen Themen. Umfragen der Forschungsgruppe Wahlen deuteten darauf hin, dass die Wähler der AfD bei den Themen Wirtschaft und Bildung, die von den Befragten als die beiden wichtigsten politischen Prioritäten genannt wurden, höhere Kompetenz zuschrieben als der CDU.
Demografische Verteilung und kleinere Parteien
Demografische Aufschlüsselungen zeigten große geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Wahlentscheidung im ganzen Land. Daten von Infratest dimap ergaben, dass mehr als die Hälfte der männlichen Wähler die AfD unterstützte, während 16 % die CDU wählten. Bei den weiblichen Wählern lag die AfD-Unterstützung bei 40 %, während 20 % die CDU wählten und jeweils 10 % für die Linke, die SPD und die Grünen stimmten. Kleinere Parteien profitierten von der höheren Gesamtbeteiligung: Die CDU gewann 28.000 bisherige Nichtwähler hinzu, die Linke 15.000, die SPD 13.000 und die Grünen 10.000. Die progressive zivilgesellschaftliche Gruppe Campact führte eine Kampagne zur Unterstützung von SPD und Grünen durch, um Ein-Parteien-Mehrheiten zu verhindern. Offizielle vorläufige Ergebnisse werden nach Mitternacht erwartet.


