AfD sichert sich 44% bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, CDU fällt auf 17%
Die Alternative für Deutschland sicherte sich bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 44% der Stimmen, während die regierende CDU auf 17% fiel, was die Parteiführer in Magdeburg vor einen schwierigen Weg zur Regierungsbildung stellt.
Stimmenauszählung und Parteienanteile
Die Wähler im ostdeutschen Bundesland Sachsen-Anhalt gingen am Sonntag, dem 6. September 2026, an 2.130 Wahllokalen zur Wahl. Von rund 1,7 Millionen Wahlberechtigten lag die Wahlbeteiligung bei etwa acht von zehn, ein Anstieg gegenüber sechs von zehn bei der Wahl 2021. Hochrechnungen am Sonntagabend sahen die Alternative für Deutschland (AfD) bei 44% der Stimmen, teilweise sogar bei 44,5%, mehr als eine Verdopplung ihres Ergebnisses von 20,8% fünf Jahre zuvor. Die Christlich Demokratische Union (CDU), die 25 Jahre lang die Landesregierung anführte, fiel auf 17% bis 18,5%, gegenüber 37,1% unter dem früheren Ministerpräsidenten Reiner Haseloff im Jahr 2021. Sowohl Bündnis 90/Die Grünen als auch Die Linke erreichten 9% der Stimmen, während die Sozialdemokratische Partei (SPD) auf über 8% kam. Die Freie Demokratische Partei (FDP) verfehlte die 5%-Hürde für den Einzug in den Landtag.
- AfD
- 44 %
- CDU
- 17 %
- Die Linke
- 9 %
- Bündnis 90/Die Grünen
- 9 %
- SPD
- 8 %
Reaktionen der Führung und Einstufung als extremistisch
Nach ersten Prognosen beanspruchten AfD-Vertreter einen Regierungsauftrag. Der Spitzenkandidat Ulrich Siegmund erklärte, seine Partei habe ein unerreichtes Ergebnis erzielt, und streckte die Hand zu anderen Fraktionen aus, um eine Regierung zu bilden.
Als Demokrat reiche ich allen Parteien die Hand, die mit uns eine Wende in diesem Land herbeiführen wollen.
Die Co-Parteivorsitzende Alice Weidel erklärte, die Wählerschaft habe einen klaren Regierungsauftrag erteilt. Der deutsche Inlandsnachrichtendienst, das Bundesamt für Verfassungsschutz, hatte die AfD vor drei Jahren als erwiesen rechtsextremistisch eingestuft. Die wichtigste jüdische Organisation des Landes verurteilte das Ergebnis, während die AfD ein 250-seitiges Programm veröffentlichte, das politische Änderungen in den Bereichen Bildung, Geburtenförderung und Remigration vorschlägt.
Koalitionsarithmetik und Positionierung der BSW
Da die AfD eine absolute Sitzmehrheit verfehlte, hängt die Regierungsbildung von möglichen Koalitionsbündnissen ab. CDU-Ministerpräsident Sven Schulze steht vor der Aufgabe, ein Vier-Parteien-Bündnis gegen die AfD mit Grünen, SPD und Linken zu schmieden. Die CDU-Politik verbietet formell Koalitionen sowohl mit der AfD als auch mit der Linken, obwohl Schulze einräumte, dass informelle Unterstützungsvereinbarungen ähnlich wie im benachbarten Thüringen möglich bleiben.
Kein Minister von der AfD oder von der Linken wird an meinem Koalitionstisch Platz nehmen.
Das linkspopulistische Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) bot Gespräche mit der AfD an, obwohl unklar ist, ob die BSW die 5%-Parlamentshürde überschritten hat. Beide Parteien lehnen deutsche Waffenlieferungen an die Ukraine ab, weigern sich, Russland als Aggressor zu bezeichnen, und fordern eine Umstrukturierung des inneren Sicherheitsapparats.
Auswirkungen auf die Bundeskoalition
Das Ergebnis in Magdeburg setzt Bundeskanzler Friedrich Merz unter Druck, der sein Amt mit dem Versprechen angetreten hatte, die AfD-Gewinne einzudämmen. Der Chefredakteur der Mitteldeutschen Zeitung, Marc Rath, merkte an, dass die CDU in Landtagsumfragen bis Mitte 2025 bei über 30% lag. Die Stimmung kippte, nachdem Merz im Bundestag ein Gesetz zur Aufnahme von Hunderten Millionen Euro Schulden durchdrückte, was seinem Wahlkampfversprechen gegen neue Staatsschulden widersprach. Schulze suchte während des Landtagswahlkampfs Distanz zum Kanzler, um die Auswirkungen zu begrenzen. CDU-Abgeordnete in Magdeburg stehen nun vor einer innerparteilichen Spaltung, wobei die Parteiführung über die Beibehaltung der Brandmauer gegen die AfD oder die Erforschung von Minderheitsregierungsmodellen uneins ist.
- Wahl 2021
- 60 %
- Wahl 2026
- 80 %


