
Adnoc und Partner genehmigen 6,2 Milliarden Dollar teures Gaskappenprojekt Umm Shaif mit Ziel von 600 Millionen Kubikfuß pro Tag bis 2030
Die Partner TotalEnergies, Eni und CNPC werden das Offshore-Feld Umm Shaif entwickeln und dabei über 600 Millionen Kubikfuß pro Tag an Gas und Flüssiggas erschließen. Die erste Förderung wird für 2030 erwartet.
Die Gaskappenentwicklung Umm Shaif
Die Abu Dhabi National Oil Company (Adnoc) und ihre Partner werden 6,2 Milliarden Dollar investieren, um die Gaskappe im Feld Umm Shaif zu erschließen – dem am längsten betriebenen Offshore-Öl- und Gasfeld des Unternehmens. Das Projekt wird nach Angaben von Adnoc mehr als 600 Millionen Standardkubikfuß pro Tag an Erdgas und begleitenden Gasflüssigkeiten fördern. Die Finanzierung ist gesichert, die erste Produktion ist für 2030 vorgesehen.
Partner und Produktionsumfang
An der Entwicklung sind neben Adnoc auch TotalEnergies SE, Eni SpA und die China National Petroleum Corp. beteiligt. Die neue Förderung wird zu Adnocs derzeitiger Gasproduktionskapazität von bis zu 11,5 Milliarden Kubikfuß pro Tag hinzukommen. Das Umm-Shaif-Projekt ist das erste Mal, dass Adnoc in eine seiner sogenannten Gaskappen investiert; ein größeres Projekt Bab Gas Gap (1,5 Milliarden Kubikfuß pro Tag) befindet sich noch in der Planung, ohne dass eine Finanzierungsvereinbarung vorliegt.
Das Streben der VAE nach Gasautarkie
Die Entwicklung ist zentral für das Ziel der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), bis Ende des Jahrzehnts eine Gasautarkie zu erreichen. Rund ein Drittel des Gasbedarfs des Landes wird derzeit durch Pipeline-Importe aus Katar im Rahmen des Dolphin-Abkommens gedeckt, das 2032 ausläuft. Die politischen Spannungen zwischen den beiden Ländern bergen das Risiko eines abrupten Stopps der katarischen Lieferungen. Der Produktionsstart von Umm Shaif im Jahr 2030 ist darauf ausgerichtet, diese Abhängigkeit zu verringern.
Exportambitionen und der LNG-Ausbau
Neben der Inlandsversorgung baut Adnoc seine Exportkapazität für Flüssigerdgas (LNG) aus. Eine bereits im Bau befindliche Anlage in Ruwais wird die LNG-Kapazität bis 2028 auf 9,6 Millionen Tonnen pro Jahr fast verdreifachen. Das Unternehmen erwägt Berichten zufolge auch den Bau einer weiteren LNG-Anlage in Fudschaira an der Küste des Indischen Ozeans der VAE, die weniger von Störungen der Schifffahrt in der Straße von Hormus betroffen wäre als seine Anlagen im Golf.
die Position von Adnoc als zuverlässigen Gaslieferanten zu stärken.
Sultan al-Jaber, Vorstandsvorsitzender von Adnoc, sagte, die Gasstrategie werde durch die weltweit steigende Nachfrage nach LNG untermauert. Seit die VAE im Mai aus der OPEC ausgetreten sind, unterliegt Adnoc keinen Ölförderbegrenzungen mehr und kann auch ohne Einschränkungen in den Ausbau seiner Ölproduktion investieren. Die Gaskappe von Umm Shaif wird neben Gas auch eine kleine Menge Öl fördern.
Zeitleiste der Meilensteine
- Adnoc und Partner genehmigen 6,2-Milliarden-Dollar-Gaskappenprojekt Umm Shaif und sichern die Finanzierung.
- LNG-Exportanlage Ruwais soll in Betrieb gehen und Adnocs Verflüssigungskapazität auf 9,6 Millionen Tonnen pro Jahr fast verdreifachen.
- Die Gaskappe Umm Shaif beginnt mit der Produktion und liefert mehr als 600 Millionen Kubikfuß pro Tag.
- Gasimportabkommen mit Katar läuft aus; VAE streben Autarkie an, um mögliche Versorgungsunterbrechungen zu vermeiden.


