Wirtschaft · Herzogenaurach und Frankfurt
Adidas hebt Umsatzprognose aufgrund von WM-Nachfrage an – Aktien stürzen um 17 % ab, Gewinn enttäuscht und CFO verlässt Unternehmen
Der deutsche Sportartikelriese hob sein Umsatzwachstumsziel für 2026 auf 9–10 % an, nach einem Rekordquartal, das von der FIFA-Weltmeisterschaft beflügelt wurde. Doch Marketingkosten und der überraschende Abgang des Finanzvorstands ließen die Aktie den größten Tagesverlust aller Zeiten erleiden.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von The Wall Street Journal, DIE WELT, ZEIT ONLINE und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Adidas erwartet nun ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 9–10 % für 2026, nach zuvor hohen einstelligen Werten, nach einem Umsatzsprung von 14 % im zweiten Quartal auf 6,74 Mrd. €.
Der operative Gewinn im zweiten Quartal von 574 Mio. € verfehlte den Analystenkonsens von 623 Mio. €, da die Marketingausgaben im Zusammenhang mit der WM-Kampagne um 212 Mio. € stiegen.
Die Aktie fiel am 30. Juli 2026 zum Frankfurter Börsenstart um bis zu 17 % und verzeichnete damit den größten prozentualen Tagesverlust aller Zeiten.
Harm Ohlmeyer verlässt Adidas nach 30 Jahren, wenn sein Vertrag Ende 2026 ausläuft; Birgit Kretschmer kehrt von C&A zurück, um ihn zu ersetzen.
Adidas belieferte 14 Nationalmannschaften mit Trikots, darunter die Finalisten Argentinien und Spanien, während die Kundenfrequenz in US-Filialen Mitte Juni um 44,7 % zulegte.
WM-Schub
Adidas meldete für das zweite Quartal einen Umsatz von 6,74 Mrd. €, ein währungsbereinigtes Plus von 14 %, das den Konsens von 6,63 Mrd. € übertraf. Das Unternehmen führte dies auf die FIFA-Weltmeisterschaft in Nordamerika zurück, wo es 14 Nationalmannschaften mit Trikots ausstattete, darunter die Finalisten Argentinien und Spanien, sowie Schiedsrichterbekleidung und den offiziellen Spielball. CEO Björn Gulden sagte, das Turnier habe alle Erwartungen übertroffen.
„Wir haben mehr verkauft als je zuvor. Wir hätten nicht besser aussehen oder besser abschneiden können!“
Die Kundenfrequenz in den Adidas-Filialen in den USA stieg in der ersten vollen Woche der Gruppenphase laut Placer.ai im Jahresvergleich um 44,7 %. Der Umsatz im ersten Halbjahr erreichte 13,335 Mrd. €, ein Plus von 10,2 %, mit zweistelligen Zuwächsen in allen Regionen außer Europa, wo hohe Rabatte das Lifestyle-Schuhwerk belasteten.
Gewinnenttäuschung und CFO-Abgang
Trotz des Umsatzanstiegs stieg der operative Gewinn im Zeitraum April bis Juni nur um 5 % auf 574 Mio. € und lag damit deutlich unter den von Analysten prognostizierten 623 Mio. €. Die Marketingausgaben stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 212 Mio. €, was auf die hohen Ausgaben für die WM-Kampagne zurückzuführen ist. Der Nettogewinn aus fortgeführten Geschäften stieg um 6 % auf 398 Mio. € und verfehlte damit ebenfalls die Schätzung von 430 Mio. €.
- Tatsächlicher Umsatz
- 6.74 Mrd. €
- Umsatz-Konsens
- 6.63 Mrd. €
- Tatsächlicher operativer Gewinn
- 0.574 Mrd. €
- Operativer Gewinn-Konsens
- 0.623 Mrd. €
Daten aus dem Artikeltext
Das Unternehmen gab gleichzeitig bekannt, dass der langjährige Finanzvorstand Harm Ohlmeyer das Unternehmen verlassen wird, wenn sein Vertrag Ende 2026 ausläuft. Birgit Kretschmer, derzeit Finanzchefin bei C&A, kehrt nach einer 25-jährigen früheren Tätigkeit zu Adidas zurück, um die Rolle zu übernehmen. Ohlmeyer war fast 30 Jahre bei Adidas und seit 2017 Finanzvorstand.
Marktreaktion
Die Kombination aus Gewinnenttäuschung und Ohlmeyers Abgang löste einen historischen Ausverkauf aus. Die Adidas-Aktie fiel in Frankfurt um bis zu 17 % und steuerte auf den größten prozentualen Tagesverlust aller Zeiten zu.
„Wir glauben, dass die negative Kursreaktion heute Morgen ein Cocktail aus der Nichtverlängerung des Vertrags von Harm Ohlmeyer und der 8-prozentigen EBIT-Verfehlung ist.“
Ausblick
Adidas hob die Jahresprognose für das währungsbereinigte Umsatzwachstum auf 9 bis 10 % an, nach zuvor hohen einstelligen Werten. Das operative Gewinnziel von rund 2,3 Mrd. € wurde beibehalten. Das Unternehmen wies auch darauf hin, dass mögliche US-Importzollrückerstattungen in Höhe von 250–300 Mio. US-Dollar in dieser Prognose noch nicht berücksichtigt sind. Da der Samba- und Gazelle-Sneaker-Zyklus ausläuft, hofft Gulden, dass die WM-Sichtbarkeit und neue Produkteinführungen die Dynamik gegen den Rivalen Nike aufrechterhalten, der kürzlich den niedrigsten Quartalsumsatz seit mehr als vier Jahren meldete.
„Das wachstum im Zusammenhang mit der Weltmeisterschaft wurde durch unsere Strategie beschleunigt, die Produktverfügbarkeit im Interesse unserer Verbraucher und Handelspartner zu erhöhen, anstatt die Lagerbestände zu optimieren.“
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