Wirtschaft · Herzogenaurach und Frankfurt

Adidas hebt Umsatzprognose aufgrund von WM-Nachfrage an – Aktien stürzen um 17 % ab, Gewinn enttäuscht und CFO verlässt Unternehmen

Der deutsche Sportartikelriese hob sein Umsatzwachstumsziel für 2026 auf 9–10 % an, nach einem Rekordquartal, das von der FIFA-Weltmeisterschaft beflügelt wurde. Doch Marketingkosten und der überraschende Abgang des Finanzvorstands ließen die Aktie den größten Tagesverlust aller Zeiten erleiden.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von The Wall Street Journal, DIE WELT, ZEIT ONLINE und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Herzogenaurach, Frankfurt · Deutschland

WM-Schub

Adidas meldete für das zweite Quartal einen Umsatz von 6,74 Mrd. €, ein währungsbereinigtes Plus von 14 %, das den Konsens von 6,63 Mrd. € übertraf. Das Unternehmen führte dies auf die FIFA-Weltmeisterschaft in Nordamerika zurück, wo es 14 Nationalmannschaften mit Trikots ausstattete, darunter die Finalisten Argentinien und Spanien, sowie Schiedsrichterbekleidung und den offiziellen Spielball. CEO Björn Gulden sagte, das Turnier habe alle Erwartungen übertroffen.

„Wir haben mehr verkauft als je zuvor. Wir hätten nicht besser aussehen oder besser abschneiden können!“

Björn Gulden

Die Kundenfrequenz in den Adidas-Filialen in den USA stieg in der ersten vollen Woche der Gruppenphase laut Placer.ai im Jahresvergleich um 44,7 %. Der Umsatz im ersten Halbjahr erreichte 13,335 Mrd. €, ein Plus von 10,2 %, mit zweistelligen Zuwächsen in allen Regionen außer Europa, wo hohe Rabatte das Lifestyle-Schuhwerk belasteten.

Gewinnenttäuschung und CFO-Abgang

Trotz des Umsatzanstiegs stieg der operative Gewinn im Zeitraum April bis Juni nur um 5 % auf 574 Mio. € und lag damit deutlich unter den von Analysten prognostizierten 623 Mio. €. Die Marketingausgaben stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 212 Mio. €, was auf die hohen Ausgaben für die WM-Kampagne zurückzuführen ist. Der Nettogewinn aus fortgeführten Geschäften stieg um 6 % auf 398 Mio. € und verfehlte damit ebenfalls die Schätzung von 430 Mio. €.

Q2 2026: Adidas im Vergleich zu AnalystenschätzungenMrd. €
Tatsächlicher Umsatz
6.74 Mrd. €
Umsatz-Konsens
6.63 Mrd. €
Tatsächlicher operativer Gewinn
0.574 Mrd. €
Operativer Gewinn-Konsens
0.623 Mrd. €

Daten aus dem Artikeltext

Das Unternehmen gab gleichzeitig bekannt, dass der langjährige Finanzvorstand Harm Ohlmeyer das Unternehmen verlassen wird, wenn sein Vertrag Ende 2026 ausläuft. Birgit Kretschmer, derzeit Finanzchefin bei C&A, kehrt nach einer 25-jährigen früheren Tätigkeit zu Adidas zurück, um die Rolle zu übernehmen. Ohlmeyer war fast 30 Jahre bei Adidas und seit 2017 Finanzvorstand.

Marktreaktion

Die Kombination aus Gewinnenttäuschung und Ohlmeyers Abgang löste einen historischen Ausverkauf aus. Die Adidas-Aktie fiel in Frankfurt um bis zu 17 % und steuerte auf den größten prozentualen Tagesverlust aller Zeiten zu.

„Wir glauben, dass die negative Kursreaktion heute Morgen ein Cocktail aus der Nichtverlängerung des Vertrags von Harm Ohlmeyer und der 8-prozentigen EBIT-Verfehlung ist.“

Felix Jonathan Dennl

Ausblick

Adidas hob die Jahresprognose für das währungsbereinigte Umsatzwachstum auf 9 bis 10 % an, nach zuvor hohen einstelligen Werten. Das operative Gewinnziel von rund 2,3 Mrd. € wurde beibehalten. Das Unternehmen wies auch darauf hin, dass mögliche US-Importzollrückerstattungen in Höhe von 250–300 Mio. US-Dollar in dieser Prognose noch nicht berücksichtigt sind. Da der Samba- und Gazelle-Sneaker-Zyklus ausläuft, hofft Gulden, dass die WM-Sichtbarkeit und neue Produkteinführungen die Dynamik gegen den Rivalen Nike aufrechterhalten, der kürzlich den niedrigsten Quartalsumsatz seit mehr als vier Jahren meldete.

„Das wachstum im Zusammenhang mit der Weltmeisterschaft wurde durch unsere Strategie beschleunigt, die Produktverfügbarkeit im Interesse unserer Verbraucher und Handelspartner zu erhöhen, anstatt die Lagerbestände zu optimieren.“

Björn Gulden

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