
Sophie Adenot führt mit Jessica Meir den ersten rein weiblichen Außeneinsatz an der Internationalen Raumstation an
Die französische Astronautin Sophie Adenot verließ am Dienstag gemeinsam mit der Amerikanerin Jessica Meir die Internationale Raumstation, um bei einem sechseinhalbstündigen Außeneinsatz Navigationshardware auszutauschen.
Dritter Außeneinsatz innerhalb von zwei Wochen
Am Dienstag, dem 1. September 2026, verließ die französische Astronautin Sophie Adenot kurz nach 12:45 Uhr GMT (14:45 Uhr in Paris) die Internationale Raumstation, um ihren dritten Außeneinsatz innerhalb von zwei Wochen zu beginnen. Als Missionsleiterin verließ Adenot die Luftschleuse als Erste, vor ihrer Partnerin, der amerikanisch-schwedischen Astronautin Jessica Meir. Der Außeneinsatz war auf sechseinhalb Stunden Dauer ausgelegt und wurde von der NASA live im Video übertragen. Als Besatzungsmitglied Nummer eins trug die 44-jährige Adenot einen Raumanzug mit roten Streifen, die ihre Führungsrolle kennzeichneten. Zur Vorbereitung auf die Arbeiten im Außenbereich hatte Adenot ein kleines, handgefertigtes Papiermodell gebaut, das in der Schwerelosigkeit an Bord der Station schwebte und ihr half, den Arbeitsplatz zu visualisieren. Sie teilte das Modell auf ihrem Instagram-Account.
- Adenot und Jessica Meir starten zur ISS an Bord der Crew-12-Mission.
- Adenot absolviert ihren ersten Außeneinsatz gemeinsam mit Anil Menon.
- Adenot und Menon führen einen zweiten Außeneinsatz durch, um eine defekte Antenne auszutauschen.
- Adenot führt einen rein weiblichen Außeneinsatz mit Meir an, um einen Retroreflektor auszutauschen.
Wartungsarbeiten an der Stationsaußenhülle
Der Flugplan konzentrierte sich auf Außenwartung und Hardwarevorbereitung an der gesamten Stationshülle. Die beiden Astronautinnen waren damit beauftragt, einen optischen Retroreflektor auszutauschen – ein Gerät, das zur Führung anfliegender Raumfahrzeuge bei Rendezvous- und Andockmanövern dient. Zusätzlich zu den Navigationshardware-Arbeiten führten Adenot und Meir Vorbereitungsarbeiten an einem externen kosmischen Teilchendetektor durch, um das Instrument für künftige Upgrades bereit zu machen. Der Einsatz war der siebte Außeneinsatz in Meirs Karriere; sie hatte 2019 gemeinsam mit Christina Koch den ersten rein weiblichen Außeneinsatz absolviert. Beide, Adenot und Meir, waren am 13. Februar 2026 gemeinsam im Rahmen der Crew-12-Mission nach monatelanger intensiver Bodenvorbereitung zum Orbitalkomplex gelangt.
- Jessica Meir
- 7 Außeneinsätze
- Sophie Adenot
- 3 Außeneinsätze
Vorherige Ausstiege und technische Herausforderungen
Der September-Einsatz folgte auf zwei frühere Außeneinsätze von Adenot gemeinsam mit dem amerikanischen Astronauten Anil Menon. Ihr erster Außeneinsatz fand am 18. August 2026 statt, als Adenot als erste französische Astronautin im Vakuum des Weltraums arbeitete. Sie wagte sich am 25. August 2026 erneut mit Menon ins Freie, um eine defekte Stationsantenne auszutauschen. In einem Interview mit France 24 und RFI am 26. August erklärte Adenot, dass der zweite Ausstieg aufgrund unerwarteter technischer Komplikationen beim Austausch der Antenneneinheit spürbaren Druck mit sich gebracht habe. Sie beschrieb das Verlassen der Luftschleuse beim ersten Ausstieg als ein Erlebnis voller intensiver Freude und Beklommenheit, während der zweite strenge operative Konzentration erforderte.
Psychologisch, mental, ist es ein großer Sieg.
Orbitaler Zeitplan und Missionshintergrund
Adenot gab zu, dass sie nach dem Antennenaustausch körperliche Schmerzen verspürte, merkte jedoch an, dass das Team seine Ziele vor dem nächsten geplanten Ausstieg erreicht hatte. Die schnelle Abfolge von drei Außeneinsätzen innerhalb von vierzehn Tagen stellte hohe operative Anforderungen an die Crew-12-Astronauten. Meir brachte Erfahrung aus früheren Orbitalausflügen vor ihrem Eintritt in die Crew-12 mit, während Koch später an der Artemis-2-Mission der NASA um den Mond teilnahm. Mit dem Austausch des Retroreflektors und den laufenden Vorbereitungen am Teilchendetektor setzten die Astronauten ihren Langzeitaufenthalt an Bord der Raumstation fort.


