Stuttgarter S-Bahn-Stammtunnel wird für acht Wochen geschlossen – sechste Sommersperrung beginnt, 350.000 Fahrgäste täglich betroffen
Der Stammtunnel zwischen Hauptbahnhof und Vaihingen ist bis zum 12. September für Digitalisierungsarbeiten und Gleiserneuerung gesperrt; Ersatzbusse sowie geänderter Regional- und Fernverkehr sind eingerichtet.
## Sperrdetails Ab heute, dem 20. Juli 2026, ist der Stammtunnel des Stuttgarter S-Bahn-Netzes zwischen Hauptbahnhof und Vaihingen vollständig gesperrt. Die Sperrung dauert acht Wochen, bis zum 12. September, und ist damit die längste der sechs aufeinanderfolgenden Sommersperrungen, die für die Pendler der Region inzwischen zur festen Einrichtung geworden sind. In den sechs betroffenen unterirdischen Stationen – Hauptbahnhof (tief), Stadtmitte, Feuersee, Schwabstraße, Universität und Österfeld – verkehren während dieser Zeit keine S-Bahnen. Alle S-Bahn-Züge enden an den oberirdischen Gleisen des Hauptbahnhofs, wo die laufende Großbaustelle Stuttgart 21 die Fahrgäste zu deutlich längeren Fußwegen zu den Bussen und zur U-Bahn zwingt. Die Verlängerung von den üblichen sechs auf acht Wochen ist auf die Gleiserneuerung im Wendeschleife nahe der Station Schwabstraße zurückzuführen, die vor den Sommerferien abgeschlossen werden muss und nicht parallel zu den Digitalisierungs- und Stuttgart-21-Anschlussarbeiten durchgeführt werden kann.
## Ersatzverkehr Die Deutsche Bahn hat auf dem gesperrten Abschnitt zwischen Hauptbahnhof und Vaihingen Ersatzbusse eingesetzt. Die Busse halten an jeder Station entlang der Stammstrecke, die normalerweise von der S-Bahn bedient wird. Sie verkehren mindestens alle zehn Minuten, in der morgendlichen und abendlichen Hauptverkehrszeit sogar alle fünf Minuten. Für Fahrgäste, die vom Hauptbahnhof nach Vaihingen müssen, fährt stündlich ein Ersatzregionalzug zwischen Hauptbahnhof und Böblingen mit Halt in Vaihingen. Auf den weiterhin offenen Außenästen des S-Bahn-Netzes werden die Züge auf einen 30-Minuten-Takt ausgedünnt. Die Änderungen betreffen rund 350.000 Fahrgäste täglich, die mit längeren Reisezeiten und Umstiegen auf Busse oder Regionalzüge rechnen müssen.
Auswirkungen auf Regional- und Fernverkehr
Die Sperrung hat auch Auswirkungen auf den Regional- und Fernverkehr, da einige oberirdische Gleise am Stuttgarter Hauptbahnhof für den S-Bahn-Betrieb umgewidmet werden. Mehrere ICE-Fernverkehrszüge, wie die Verbindungen Dortmund–München und Frankfurt–Graz, lassen den Halt in Stuttgart ganz ausfallen und halten stattdessen in Esslingen am Neckar oder Vaihingen (Enz). Regionalverkehrslinien werden umgeleitet: Die MEX-18-Linie von Tübingen nach Osterburken fährt direkt von Esslingen nach Ludwigsburg und umgeht Stuttgart. Die MEX-17-Linie zwischen Stuttgart und Pforzheim beginnt und endet überwiegend in Bietigheim-Bissingen, während die Linien MEX 19 (Stuttgart–Gaildorf) und MEX 90 (Stuttgart–Schwäbisch Hall) größtenteils in Winnenden beginnen und enden. Diese Anpassungen gelten für die gesamte achtwöchige Dauer der S-Bahn-Tunnelsperrung.
Hintergrund und Dauer
Das Bauprogramm umfasst die Digitalisierung des Stuttgarter Knotens, die Anbindung der neuen Stuttgart-21-Infrastruktur an das bestehende Netz sowie die Erneuerung der Gleise in der Wendeschleife an der Schwabstraße. Die Gleisarbeiten an der Schwabstraße erforderten einen früheren Beginn, wodurch sich die Sperrung auf insgesamt acht Wochen verlängert. Die Arbeiten sollen am 12. September 2026 abgeschlossen sein; danach wird der normale S-Bahn-Betrieb wieder aufgenommen. Es ist das sechste Jahr in Folge, dass der Stammtunnel während der Sommermonate für mehrere Wochen gesperrt ist – ein Muster, das sich im Verkehrskalender der Region fest etabliert hat.


