Die IUCN ordnete 96 Prozent der 127 flachen Riffregionen ihrer höchsten Gefährdungskategorie zu, mit einem extrem hohen Kollapsrisiko bis 2075.
Die Prognose nutzt das mittlere IPCC-Szenario, das bis zum Ende des Jahrhunderts eine Erwärmung von etwa 2,7 Grad Celsius vorsieht; Hitzestress gilt als überwiegende Ursache.
Die Korallenbedeckung stieg zwischen 2017 und 2019 um rund sechs Prozent, doch der Abstand zwischen schweren Bleaching-Ereignissen ist laut Manuel González Rivero vom Australian Institute of Marine Science oft auf nur fünf bis sechs Jahre gesunken.
Die Internationale Naturschutzunion (IUCN) teilte am Donnerstag, 22. Oktober 2026, mit, dass 96 Prozent der flachen Korallenriffe weltweit nun als „akut vom Aussterben bedroht“ eingestuft werden – die höchste von ihr definierte Gefährdungsstufe. Das Urteil ist die erste globale Bewertung dieser Art und umfasst Riffe in 127 Regionen in mehr als 80 Ländern und Territorien. Diese Regionen erstrecken sich laut der IUCN-Analyse über 188.362 Quadratkilometer. Die Organisation erklärt, den Riffen drohe nun ein extrem hohes Kollapsrisiko bis 2075. Nach ihrer Definition bedeutet Kollaps, dass lebende Steinkorallen fast oder vollständig verschwunden sind und das Riff sich nicht mehr selbst erhalten kann. Vier der Regionen verfügten über zu wenige Daten für eine Bewertung.
Hitzestress im Zusammenhang mit dem Klimawandel ist die überwiegende Ursache des Befunds, während Verschmutzung, Überfischung, Küstenbebauung und exzessiver Tourismus die Belastung zusätzlich erhöhen. Die Prognose stützt sich auf das mittlere Klimaszenario des IPCC, das bis zum Ende des Jahrhunderts eine Erwärmung von etwa 2,7 Grad Celsius vorsieht. Wird das Wasser zu warm, stoßen die Korallen die Mikroalgen aus, die in ihrem Gewebe leben und sie ernähren; sie bleichen aus und sterben oft ab. Papageifische und Zackenbarsche halten Algen in Schach, und ihr Fehlen würde es für Riffe schwieriger machen, sich von Hitzestress zu erholen, schrieb die IUCN. Ist ein Riff erst kollabiert, verschwinden die Steinkorallen nahezu, Algen und Schwämme breiten sich aus, und das System kann die Fische, Schildkröten, Haie und Muscheln nicht mehr ernähren, die einst dort lebten. An der Forschung beteiligte Wissenschaftler betonten, die Riffe seien noch nicht verloren und ihr Schicksal könne sich zum Guten wenden, wenn die Staaten ihre Anstrengungen zur Begrenzung der Erwärmung beschleunigten.
Daten aus dem Artikeltext
Das Global Coral Reef Monitoring Network (GCRMN) hatte bereits vor diesem Bericht gewarnt, dass den Riffen die Zeit zur Erholung ausgeht. Die globale Steinkorallenbedeckung stieg zwischen 2017 und 2019 um rund sechs Prozent – ein Beleg dafür, dass Riffe sich erholen können, wenn zwischen Bleaching-Ereignissen genügend Zeit liegt. Diese Erholungsphasen werden kürzer: Wo Riffe einst Jahrzehnte zwischen schweren Bleaching-Ereignissen hatten, bleiben heute oft nur fünf bis sechs Jahre. Manuel González Rivero, Hauptautor vom Australian Institute of Marine Science, beschrieb die Folge in drastischen Worten.
„So entsteht eine Abwärtsspirale, die sich mit jedem neuen Bleaching-Ereignis schwerer umkehren lässt.“
Für viele Riffe, die 2024 von besonders starken Hitzewellen getroffen wurden, könnte die Erholungsphase laut dem deutschen Bericht noch kürzer ausfallen.
Die Veröffentlichung fiel mit dem Treffen der Regierungen in Jerewan, Armenien, zur COP17-Biodiversitätskonferenz zusammen. Die Verhandler dort versuchen, ein Natur-Abkommen von 2022 zu retten, das den Schutz von 30 Prozent der Land- und Meeresflächen bis 2030 vorsieht; dessen Ziele werden jedoch schwerer erreichbar, weil die Regierungen ihre Zusagen nur langsam in die Praxis umsetzen. Grethel Aguilar, Generaldirektorin der IUCN, bezeichnete die kommenden Jahrzehnte als entscheidendes Zeitfenster für den Naturschutz. Aguilar argumentierte, den Riffen könne noch eine Chance gegeben werden, wenn schnell gehandelt werde.
„Es ist noch nicht zu spät, den Korallenriffen eine Chance zur Erholung zu geben, doch dafür braucht es entschlossenes Handeln gegen den Klimawandel und zur Eindämmung der Ozeanerwärmung.“
Sie nannte ehrgeizige Emissionssenkungen, stärkeren Schutz und Wiederherstellung sowie dauerhafte Investitionen in Küstenökosysteme und die von ihnen abhängigen Gemeinschaften als notwendige Schritte. Mishal Gudka, wissenschaftlicher Leiter der Riffbewertung, nannte das steigende Risiko ein Warnsignal statt eines Grunds zur Verzweiflung und verwies auf Riffe, die nach verheerendem Bleaching eine bemerkenswerte Erholungsfähigkeit gezeigt hätten.
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Pollar unterstützenKlima · Jerewan
Der IUCN zufolge droht nahezu allen flachen Korallenriffen durch Hitzestress infolge des Klimawandels bis 2075 ein extrem hohes Kollapsrisiko. Die erste globale Bewertung umfasst 127 Riffregionen in mehr als 80 Ländern und Territorien.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von ABC TU DIARIO EN ESPAÑOL, N-tv, 20minutes und weiteren Medien. Veröffentlicht .