Spanien pumpt zusätzliche 6,2 Milliarden Euro in die Pflege – Dekret-Gesetz verdoppelt die Zahlungen an die Regionen
Die spanische Regierung hat ein königliches Dekret-Gesetz verabschiedet, das in den Jahren 2026 und 2027 zusätzliche 6,2 Milliarden Euro in das System für Autonomie und Pflegebedürftigkeit (SAAD) fließen lässt. Damit werden die Mindesttransfers an die Autonomen Gemeinschaften verdoppelt, was 1,7 Millionen Menschen zugutekommt.
Regierung verdoppelt Mindestfinanzierung für Pflege
Am Dienstag verabschiedete der Ministerrat ein königliches Dekret-Gesetz, das in den Jahren 2026 und 2027 zusätzliche 6,2 Milliarden Euro in das System für Autonomie und Pflegebedürftigkeit (SAAD) fließen lässt. Die Verordnung verdoppelt die monatlichen Mindesttransfers des Staates an die Autonomen Gemeinschaften für jede anerkannte pflegebedürftige Person. Zum 31. Mai 2026 verzeichnete das Imserso 1.720.103 Menschen mit anerkannten Leistungen, die laut Ministerium alle von der Maßnahme profitieren werden. Die Maßnahme tritt am 1. Juli 2026 in Kraft, die neuen Beträge werden sofort überwiesen.
- Ministerrat verabschiedet Dekret-Gesetz
- Dekret-Gesetz im BOE veröffentlicht
- Territorialrat tagt zur vereinbarten Finanzierung
- Neue Finanzierung tritt in Kraft, Überweisungen beginnen
Deutlich höhere Pro-Kopf-Beträge
Das Dekret erhöht die festen Pro-Kopf-Beträge je nach Pflegegrad erheblich. Die Zuweisung für Menschen mit Grad III (hohe Pflegebedürftigkeit) steigt um 128 %, der Staatsbeitrag verdoppelt sich also mehr als. Bei Grad II (schwere Pflegebedürftigkeit) beträgt der Anstieg 100 %, bei Grad I (mäßige Pflegebedürftigkeit) 18 %. Das Ministerium für Soziale Rechte bezeichnete die Erhöhung als „besonders bedeutsam“ und den Gesamtbeitrag als „den größten in seiner Geschichte“.
Regionale Verteilung: Andalusien, Madrid und Katalonien an der Spitze
Die wirtschaftlichen Prognosen des Ministeriums zeigen große Unterschiede bei den Summen, die jede Gemeinschaft im Jahr 2027 allein für die Mindeststufe erhalten wird. Andalusien führt die Rangliste mit 1.275,5 Millionen Euro an, ein Anstieg um 635,8 Millionen Euro gegenüber dem vorherigen Rahmen. Es folgen Madrid mit 887,4 Millionen Euro (+453,3 Millionen Euro) und Katalonien mit 794,7 Millionen Euro (+378,2 Millionen Euro). Weitere nennenswerte Zuweisungen sind Valencia (694,6 Millionen Euro), Kastilien und León (459,8 Millionen Euro) und Galicien (361,0 Millionen Euro).
- Andalusien
- 1275.5 Mio. €
- Madrid
- 887.4 Mio. €
- Katalonien
- 794.7 Mio. €
- Valencia
- 694.6 Mio. €
- Kastilien und León
- 459.8 Mio. €
- Galicien
- 361 Mio. €
- Kastilien-La Mancha
- 314.2 Mio. €
- Aragonien
- 193.6 Mio. €
- Navarra
- 53.4 Mio. €
Politische Reaktion in Andalusien
María Jesús Montero, Generalsekretärin der PSOE in Andalusien, nannte die zusätzlichen Mittel „historisch“ und forderte die Regionalregierung zum Handeln auf.
Jetzt muss sich die andalusische Regierung auf die Verwaltung dieser historischen Investition konzentrieren. Es gibt keine Ausreden mehr.
Sie argumentierte, dass eine 50-prozentige Staatsfinanzierung bis 2027 mehr Mittel bedeuten würde, um Wartelisten zu verkürzen, die Pflege zu stärken und die Dienstleistungen zu verbessern.
Nächster Schritt: die vereinbarte Finanzierung
Die bisher veröffentlichten Zahlen decken nur die „Mindeststufe“ der staatlichen Finanzierung ab, einen festen Betrag pro anerkannter pflegebedürftiger Person. Die zweite Säule, die „vereinbarte Stufe“, umfasst zusätzliche Mittel, die zwischen Staat und Regionen ausgehandelt werden. Diese Diskussion findet im Territorialrat für Soziale Dienste und SAAD statt, der für Montag, den 29. Juni 2026, angesetzt ist.


