
WM-Finale: Pausen-Show mit Madonna, Bieber, Shakira dauert 27 Minuten
FIFAs erste Halbzeitshow bei einem WM-Finale bot Madonna, Justin Bieber, BTS und Shakira, doch die Pause dauerte 27 Minuten und 20 Sekunden, verletzte die 15-Minuten-Regel des Fußballs und zog Kritik von ehemaligen Spielern auf sich.
Das WM-Finale 2026 zwischen Spanien und Argentinien war zur Halbzeit torlos, doch die Pause selbst schrieb Geschichte. Die FIFA veranstaltete ihre erste Halbzeitshow bei einem Herren-WM-Finale, füllte die Pause mit globalen Musikstars und dehnte sie auf 27 Minuten und 20 Sekunden aus – fast das Doppelte der regulären 15 Minuten.
Die Halbzeitshow läuft ab
Als die erste Halbzeit endete, erschien auf den Stadionbildschirmen ein Countdown von fünf Minuten. Crews rollten eine regenbogenfarbene Plane über den Rasen im MetLife Stadium in East Rutherford, New Jersey, und ein Orchester betrat das Feld. Feuerwerk, Tänzer und eine Band begleiteten die Auftritte, die etwa 11 Minuten dauerten. Die Show endete mit Luftballons und dem Wort „Love“ in großen Buchstaben, bevor die zweite Halbzeit endlich angepfiffen wurde.
- Ein fünfminütiger Countdown startet auf den Stadionbildschirmen, als der Halbzeitpfiff ertönt.
- Madonna wird von Ronaldo und Ronaldinho auf das Feld gefahren und singt 'Music'.
- Die südkoreanische Band BTS performt 'Dynamite'.
- Jason Sudeikis und Brendan Hunt wechseln als Ted-Lasso-Figuren Justin Bieber symbolisch auf die Bühne ein.
- Shakira und Burna Boy performen den offiziellen WM-Song 'Dai Dai', umgeben von Tänzern.
- Coldplay, Gustavo Dudamel, ein New Yorker Grundschulchor und die Muppets performen 'Seven Nation Army'.
- Luftballons werden freigelassen und das Wort 'Love' wird in großen Buchstaben angezeigt.
- Der Schiedsrichter pfeift das Spiel nach einer 27-minütigen und 20-sekündigen Pause wieder an.
Eine Star-besetzte Aufstellung
Madonna eröffnete die Show, erschien zunächst in einem Video, in dem sie von den brasilianischen Legenden Ronaldo und Ronaldinho durch die Katakomben des Stadions gefahren wurde, und sang ihren Hit „Music“. Die südkoreanische Band BTS performte dann „Dynamite“. Justin Bieber wurde von den Schauspielern Jason Sudeikis und Brendan Hunt, die ihre Rollen aus der Serie Ted Lasso wieder aufnahmen, symbolisch auf die Bühne eingewechselt und lieferte eine reduzierte Gitarrenversion von „Everything Hallelujah“, wobei er einen Text zu „It's the World Cup – Hallelujah“ änderte. Shakira und Burna Boy folgten mit dem offiziellen Turniersong „Dai Dai“, umgeben von Tänzern. Coldplay, der venezolanische Dirigent Gustavo Dudamel, ein New Yorker Grundschulchor und die Muppets schlossen das Musiksegment mit „Seven Nation Army“ ab.
FIFA bricht eigene Regeln
IFAB-Regel 7 besagt, dass Spieler Anspruch auf eine Halbzeitpause von höchstens 15 Minuten haben, und jede Verlängerung liegt im Ermessen des Schiedsrichters. Schiedsrichter Slavko Vincic wurde laut Berichten nicht über die Show konsultiert. Organisationschef Hugh Evans hatte versprochen, die Aufführung würde nur 11 Minuten dauern und die gesamte Pause inklusive Auf- und Abbau würde innerhalb von 15 Minuten liegen. Stattdessen erreichte die Pause 27 Minuten und 20 Sekunden, die längste in der WM-Geschichte. Der bisherige Rekord für eine FIFA-Finalshow war eine 24-minütige Pause bei der Klub-WM 2025, ebenfalls kuratiert von Coldplay-Frontmann Chris Martin.
- IFAB-Regelmaximum
- 15 Minuten
- FIFA-Versprechen
- 15 Minuten
- Tatsächliche Dauer Finale 2026
- 27.33 Minuten
- Klub-WM 2025
- 24 Minuten
Kritiker warnen vor Verletzungsrisiken
Der ehemalige deutsche Nationalspieler und ZDF-Experte Christoph Kramer sagte, der Fußball müsse sich anpassen. „Ich glaube, der Fußball wird sich schweren Herzens daran gewöhnen müssen. Ob man das gut oder schlecht findet. Persönlich mag ich es nicht“, sagte er. Er kritisierte auch die Ticketpreise: „Was nicht dazugehört, sind die Ticketpreise. Das ist so eine großartige Veranstaltung, die sich de facto nur das obere eine Prozent der Weltbevölkerung leisten kann. Das ist nicht in Ordnung.“ Sein Kollege Per Mertesacker konzentrierte sich auf die sportlichen Auswirkungen: „Ich glaube schon, dass das Verletzungsrisiko bei so einer langen Pause steigt. Sie kommen aus dem Rhythmus.“ ZDF-Kommentator Oliver Schmidt bat: „Macht bitte die Show, um Himmels willen, aber macht sie vielleicht vorher, macht sie kleiner, macht sie kürzer, irgendwie.“
Ein Super-Bowl-Modell für den Fußball
Das Halbzeitspektakel sollte die Tradition des NFL-Super Bowls nachahmen, bei dem Stars wie Rihanna, Prince und Beyoncé aufgetreten sind. FIFA-Präsident Gianni Infantino und US-Präsident Donald Trump verfolgten das Spiel von der Tribüne aus, zusammen mit Prominenten wie Matt Damon, Brad Pitt, Timothée Chalamet, Kylie Jenner, Pharrell Williams und Mick Jagger. Vor dem Anpfiff trugen die ehemaligen Weltmeister Mario Kempes und Andrés Iniesta den Pokal auf den Rasen, und auch Tennisspieler Carlos Alcaraz und Basketballstar Victor Wembanyama waren anwesend. Das Ausmaß der Show und die dafür notwendige Regelbeugung zeigen FIFAs Absicht, das größte Fußballspiel mit amerikanischer Unterhaltung zu verschmelzen, auch wenn Spieler und Puristen Widerstand leisten.


