Polens Inlandsgeheimdienst erhält in weniger als zwei Monaten 20.000 Bewerbungen
Polens Inlandsgeheimdienst (Agencja Bezpieczeństwa Wewnętrznego, ABW) hat in weniger als zwei Monaten über 20.000 Bewerbungen auf 71 Stellenanzeigen erhalten, die auf kommerziellen Recruiting-Portalen veröffentlicht wurden – durchschnittlich etwa 300 Bewerbungen pro Stelle.
Rekrutierungskampagne auf kommerziellen Portalen
Polens Inlandsgeheimdienst (Agencja Bezpieczeństwa Wewnętrznego, ABW) hat 71 Stellenanzeigen auf kommerziellen Recruiting-Websites, darunter pracuj.pl, sowie auf der eigenen Website veröffentlicht. In weniger als zwei Monaten gingen über 20.000 Bewerbungen ein, durchschnittlich etwa 300 pro Anzeige. Die ABW betonte, dass kommerzielle Plattformen nur eines von mehreren Rekrutierungsinstrumenten seien, und bezeichnete den Schritt als Reaktion auf einen sich wandelnden Arbeitsmarkt.
Die Behörde sucht unter anderem Einsatzbeamte, Ermittler, Analysten, Cybersicherheitsexperten, IT-Spezialisten und Fremdsprachenexperten. Die genaue Zahl der offenen Stellen und die aktuelle Größe der ABW-Belegschaft werden aufgrund des Geheimschutzes der Behörde nicht öffentlich gemacht.
Was die ABW bietet
Für Positionen, die eine Hochschulbildung erfordern, bietet die ABW nach Abschluss der Grundausbildung ein Nettogehalt von 8.368 PLN pro Monat am Hauptsitz in Warschau. Die Regionalbüros (Delegaturen) zahlen je nach Standort zwischen 6.906 und 7.506 PLN netto. Die Behörde beschreibt die Vergütung als auf die Kenntnisse, Fähigkeiten und das Potenzial jedes Kandidaten zugeschnitten.
- Hauptsitz (Zentrale)
- 8368 PLN netto/Monat
- Regionalbüro (min)
- 6906 PLN netto/Monat
- Regionalbüro (max)
- 7506 PLN netto/Monat
Zu den Leistungen gehören eine Rente nach 25 Dienstjahren, eine Wohnungsbeihilfe, ein dreizehntes Gehalt, eine Uniformzulage, zinslose Darlehen, medizinische und zahnärztliche Versorgung, ein Bürofitnessraum und Treueprämien. Von den Kandidaten wird keine vorherige Dienstzeit bei der Polizei oder dem Militär verlangt.
Auswahlverfahren und Anforderungen
Die Kandidaten durchlaufen einen mehrmonatigen Rekrutierungsprozess mit psychologischen Tests, einer psychophysiologischen Untersuchung am Lügendetektor und einer Sicherheitsüberprüfung in der Endphase. Bewerber müssen die polnische Staatsbürgerschaft besitzen, die vollen Bürgerrechte genießen, moralische, staatsbürgerliche und patriotische Integrität nachweisen, zur Geheimhaltung befähigt sein sowie über eine angemessene Ausbildung und körperliche sowie geistige Fitness verfügen.
Jacek Dobrzyński, Sprecher des Ministerkoordinators für die Geheimdienste, äußerte sich zum Bewerbungsaufkommen.
Dieses Interesse zeigt, dass die ABW ein attraktiver Dienst- und Arbeitsort für Menschen sein kann, die ihre Kompetenzen weiterentwickeln, sich ehrgeizigen Herausforderungen stellen und sich bewusst sein wollen, dass die Ergebnisse ihrer Arbeit eine reale Bedeutung für die Sicherheit des Staates haben.
Er fügte hinzu, dass die große Zahl der Bewerbungen keine automatische Aufnahme bedeute, und wies darauf hin, dass die Kandidaten einen vollständigen und anspruchsvollen Qualifikationsprozess durchlaufen.
Wir wählen die Besten der Besten aus.
Hintergrund der Behörde und Mythen
Die ABW wurde 2002 nach der Auflösung des Amtes für Staatsschutz (Urząd Ochrony Państwa) gegründet. Zu ihren Aufgaben gehören die Aufdeckung und Bekämpfung feindlicher Aktivitäten ausländischer Staaten und Organisationen. Im Jahr 2024 stellte die ABW ihre Regionalbüros wieder her, wobei der Verweis auf einen bestimmten Standort in einem Artikel abgeschnitten wurde.
Die Website der Behörde räumt mit mehreren Missverständnissen über den Dienst auf. Beamte können jederzeit kündigen, mit einer Kündigungsfrist von bis zu sechs Monaten. Private Auslandsreisen sind erlaubt, wobei bestimmte Länder die Zustimmung eines Vorgesetzten erfordern. Tätowierungen disqualifizieren einen Kandidaten nur dann, wenn ihre Symbolik oder Platzierung mit dem Image des Beamten oder den Vorschriften kollidiert. Kandidaten dürfen enge Familienangehörige über die Bewerbung informieren, wobei der Kreis der informierten Personen jedoch so klein wie möglich gehalten werden sollte.
Dobrzyński erklärte, dass zwar detaillierte Pläne für die Anzahl der Einstellungen nicht öffentlich gemacht würden, die Richtung jedoch klar sei: Die Behörde beabsichtige, sich sowohl zahlenmäßig als auch in ihren Kompetenzen zu stärken.


