
157 Migranten nach Bootsbrand im Ärmelkanal gerettet, keine Opfer gemeldet
Französische und britische Schiffe retteten am Dienstagmorgen 157 Migranten, nachdem ihr Boot nahe der Seegrenze im Ärmelkanal Feuer gefangen hatte. Alle wurden nach Boulogne-sur-Mer gebracht; bisher wurden keine Opfer gemeldet.
Was geschah
Ein kleines Boot mit 157 Migranten fing am Morgen des 4. August 2026 im Ärmelkanal Feuer, sodass alle an Bord ins Meer springen mussten. Das Schiff war am Vortag in Veules-les-Roses (Seine-Maritime) abgelegt und näherte sich britischen Gewässern, als der Motor Feuer fing. Die Präfektur Pas-de-Calais teilte AFP mit, dass der Brand an der Grenze zwischen französischen und britischen Gewässern ausbrach und die Bootsstruktur sich sehr schnell verschlechterte.
Ein kleines Boot fing an der Grenze zwischen französischen und britischen Gewässern Feuer und zwang seine Insassen, ins Wasser zu springen.
Bereits in der Nacht vom 3. auf den 4. August waren fünf Passagiere, die Hilfe benötigten, von Bord geholt und nach Boulogne-sur-Mer gebracht worden. Die übrigen Personen an Bord lehnten die damals von französischen Kräften angebotene Rettung ab, so die Seepräfektur Ärmelkanal und Nordsee (Prémar).
Rettungsaktion
Nach dem Ausbruch des Feuers wurde ein Großeinsatz gestartet. Französische und britische Rettungsschiffe, darunter ein britisches Rettungsboot, wurden mobilisiert. Ein Sprecher der britischen Küstenwache (Maritime and Coastguard Agency) bestätigte die Beteiligung britischer Schiffe. Alle 157 Menschen wurden aus dem Wasser gezogen und auf drei Schiffe gebracht, die sie in den Hafen von Boulogne-sur-Mer zurückbrachten.
Der Einsatz zählt zu den größten Seenotrettungen im Ärmelkanal seit Beginn der Überfahrten von Migranten in kleinen Booten im Jahr 2018. Die Präfektur bezeichnete ihn als eine der wichtigsten Rettungsaktionen dieses Zeitraums.
- Boot legt in Veules-les-Roses, Seine-Maritime, ab.
- Fünf Passagiere gerettet und nach Boulogne-sur-Mer gebracht; andere verweigern Hilfe.
- Motor brennt nahe der französisch-britischen Seegrenze; 157 Migranten springen ins Meer.
- Französische und britische Schiffe retten alle 157 und bringen sie nach Boulogne-sur-Mer zurück.
Ein wachsender Trend
Der Vorfall unterstreicht einen in den letzten Wochen beobachteten Trend: Die für die Überfahrten genutzten Boote werden länger und transportieren mehr Menschen. Zeugen berichteten AFP, dass einige Schiffe inzwischen über 12 Meter lang sind, verglichen mit den üblichen 8 bis 10 Metern. Prémar teilte AFP kürzlich mit, dass sich diese Vorgehensweise deutlich ausbreite und die Zahl der Personen pro Boot steige. Das am Dienstag in Brand geratene Boot beförderte 157 Menschen, weit mehr als die in früheren Jahren üblichen Lasten.
Nachwirkungen
Alle geretteten Migranten wurden in Boulogne-sur-Mer an Land gebracht. Die französischen Behörden haben keine Toten oder Schwerverletzten gemeldet. Die Aussage der Präfektur, es gebe „derzeit“ keine Opfer, lässt spätere medizinische Untersuchungen offen, doch das unmittelbare Ergebnis ist, dass alle überlebten. Das Ereignis erhöht den anhaltenden Druck auf die französischen und britischen Behörden, die die Migrationsroute über den Ärmelkanal verwalten.

