
Rund 150.000 protestieren in Deutschland gegen die AfD nach der Wahl in Sachsen-Anhalt
Demonstranten versammelten sich am 12. September 2026 in mehr als zwanzig deutschen Städten, um ein Verbot der Alternative für Deutschland zu fordern, nachdem die Partei knapp 44 % der Stimmen in Sachsen-Anhalt erhalten hatte.
Bundesweite Demonstrationen gegen die AfD
Am Samstag, den 12. September 2026, gingen rund 150.000 Demonstranten in mehr als zwanzig deutschen Städten auf die Straße, um gegen die Alternative für Deutschland (AfD) zu protestieren. Die bundesweite Mobilisierung wurde von Prüf, einer Initiative, die ein rechtliches Verbot der Partei anstrebt, mit Unterstützung der zivilgesellschaftlichen Organisation Campact einberufen. Menschenmengen versammelten sich in Berlin, Hamburg, München und über dreißig weiteren Gemeinden und hielten Schilder mit der Aufschrift „AfD jetzt verbieten“ und „Demokratie braucht keine Alternativen“. Campact schätzte die lokalen Teilnehmerzahlen auf 25.000 in Hamburg und 12.000 in München, während die Berliner Polizei von Tausenden von Marschierenden an mehreren Orten berichtete.
- Hamburg
- 25000 Personen
- München
- 12000 Personen
Ergebnisse in Sachsen-Anhalt und Regierungsverhandlungen
Die Proteste folgten der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt in der Vorwoche, bei der die AfD knapp 44 % der Stimmen erhielt. Die einwanderungsfeindliche und russlandfreundliche Partei strebt nun die erste rechtsextreme Regionalregierung in Deutschland seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs an. Die Inlandsnachrichtendienste haben den Landesverband Sachsen-Anhalt der AfD als gesichert extremistisch eingestuft. Um eine Regierung zu bilden, führt die Partei Gespräche mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW). Die regionale Niederlage setzte auch Bundeskanzler Friedrich Merz nach Verlusten seiner Partei im ostdeutschen Bundesland unter politischen Druck.
- AfD gewinnt knapp 44 % bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
- Rund 150.000 Menschen demonstrieren bundesweit in Städten gegen die AfD
- Berlin hält Kommunalwahlen ab
Argumente über Verfassungsschutz und Parteiverbote
Demonstranten und Bürgerinitiativen zeigten sich alarmiert über die politische Entwicklung und verwiesen auf Deutschlands historische Verantwortung im Zusammenhang mit seiner NS-Vergangenheit. Die Organisatoren der Kundgebungen riefen die etablierten politischen Parteien direkt dazu auf, rechtliche Schritte einzuleiten, um die AfD gemäß den Verfassungsbestimmungen zu verbieten. Campact-Direktor Christoph Bautz betonte die Notwendigkeit zivilgesellschaftlichen Handelns gegen die Parteiführung in den ostdeutschen Regionen.
Ein breiter Teil der Zivilgesellschaft geht auf die Straße, um zu verhindern, dass die Verfassungsfeinde, die AfD in Sachsen-Anhalt, an die Macht kommen.
Bautz argumentierte, dass das Grundgesetz ausdrücklich dazu geschaffen wurde, dem Staat Instrumente zu geben, um demokratische Institutionen vor innerer Opposition zu schützen.
Die Gründerväter und -mütter der Verfassung haben es sehr deutlich gemacht: Wenn Verfassungsfeinde die Demokratie abschaffen wollen, brauchen wir eine wehrhafte Demokratie. Ein Verbotsverfahren gegen eine solche Partei ist daher notwendig.
Berliner Gegenprotest und bevorstehende Wahlen
In Berlin hielten AfD-Anhänger am selben Tag eine Gegendemonstration ab. Kristin Brinker, die Spitzenkandidatin der Partei für die Kommunalwahl am 20. September in der Hauptstadt, nahm an der Gegenkundgebung teil. Die Wochenenddemonstrationen finden vor mehreren anstehenden Wahlgängen statt, darunter die Berliner Stadtwahl und die bevorstehenden Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern. Während Forderungen nach einem AfD-Verbot in Bürgerkreisen an Unterstützung gewonnen haben, sind die etablierten politischen Führungskräfte weiterhin gespalten, ob ein solcher Rechtsantrag Erfolg haben oder politisch nach hinten losgehen würde. Die Gespräche zwischen AfD und BSW in Sachsen-Anhalt bleiben der unmittelbare Brennpunkt der nationalen politischen Aufmerksamkeit.


