
Klimaerwärmung wird Pariser 1,5-Grad-Ziel bis 2030 durchbrechen, Studie findet
Ein internationales Konsortium von 73 Forschern aktualisiert zentrale Klimaindikatoren und stellt fest, dass die menschengemachte Erwärmung 2025 bei 1,37°C liegt und die 1,5-Grad-Grenze voraussichtlich um 2030 überschritten wird.
Rekordemissionen und sich beschleunigende Erwärmung
Die weltweiten Treibhausgasemissionen erreichten 2024 mit 56,8 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalent den höchsten je gemessenen Wert. Drei Viertel dieser Emissionen stehen in direktem Zusammenhang mit der Verbrennung fossiler Brennstoffe (Öl, Gas und Kohle). Die Rate der menschengemachten Erwärmung liegt nun bei 0,27°C pro Jahrzehnt, ebenfalls ein historischer Höchstwert, teilweise aufgrund der verringerten Aerosolverschmutzung, die zuvor einen Teil der Erhitzung überdeckt hatte.
Die Rate dieser menschengemachten Erwärmung liegt derzeit bei 0,27 Grad pro Jahrzehnt. Das ist ein beispielloses Tempo. Wenn wir den aktuellen Trend fortschreiben, erreichen wir um 2030 etwa 1,5°C.
Das schwindende CO2-Budget
Laut der Studie beträgt das verbleibende CO2-Budget für eine 50-prozentige Chance, unter 1,5°C zu bleiben, nur noch 130 Milliarden Tonnen CO2. Bei den derzeitigen Emissionsraten entspricht dies etwa drei Jahren Emissionen. Die Wissenschaftler, die in der Zeitschrift Earth System Science Data veröffentlichen, betonten, dass das Budget angesichts der anhaltenden Rekordemissionen rapide schrumpft.
Das verbleibende CO2-Budget liegt bei etwa 130 Milliarden Tonnen CO2. Das ist die Menge an Emissionen, die wir in Zukunft ausstoßen können, um mit der Begrenzung der Erwärmung auf 1,5°C vereinbar zu bleiben. Es entspricht drei Jahren CO2-Emissionen beim derzeitigen Tempo.
Pariser Abkommensziel in Frage gestellt
Das Pariser Abkommen von 2015 setzte sich das ehrgeizige Ziel, die globale Erwärmung deutlich unter 2°C zu halten, mit Anstrengungen, sie auf 1,5°C über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Die neuen Indikatoren zeigen, dass die durchschnittliche Gesamterwärmung im Jahr 2025 bereits 1,47°C betrug, wovon 1,37°C auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen sind. Da die Erwärmung rasant weitergeht, wird die 1,5-Grad-Schwelle nun voraussichtlich vor 2030 überschritten, weit früher als frühere Prognosen.
- Weltweite Treibhausgasemissionen erreichen Rekordwert von 56,8 Gt CO2e
- Menschengemachte Erwärmung erreicht 1,37°C über vorindustriellem Niveau
- 1,5-Grad-Schwelle wird voraussichtlich überschritten
Forderungen nach Maßnahmen
Das Konsortium aus 73 Forschern forderte die Regierungen auf, ihre Anstrengungen zur Abschaffung fossiler Brennstoffe in diesem entscheidenden Jahrzehnt zu verstärken. Sie stellten fest, dass die Welt ohne einen raschen Rückgang der Emissionen bald ein Erwärmungsniveau erreichen wird, das schwerwiegende Risiken für Ökosysteme, Küstengemeinden und Ernährungssysteme mit sich bringt. Die Aktualisierung dient als deutlicher Input für den nächsten IPCC-Bewertungszyklus.


