
Portugiesische Polizei nimmt 13 bei Razzia 'Águas Turvas' gegen Wasserwerk Gaia wegen Korruptionssystems in Höhe von 8 Millionen Euro fest
Die portugiesische Polícia Judiciária führte rund 30 Durchsuchungsbefehle durch und nahm 13 Personen fest, darunter leitende Angestellte und Geschäftsleute, im Zusammenhang mit einem angeblichen Korruptions- und Geldwäschesystem in Höhe von 8 Millionen Euro beim städtischen Wasserversorger Águas de Gaia.
Die Operation
Die portugiesische Kriminalpolizei startete am Dienstag, den 26. Mai 2026, eine Großoperation mit dem Codenamen „Águas Turvas“ gegen das städtische Wasserunternehmen Águas de Gaia in Vila Nova de Gaia bei Porto. Die Polícia Judiciária (PJ) führte rund 30 Durchsuchungen in Nordportugal durch, wobei einige Berichte darauf hindeuten, dass die Gesamtzahl der Durchsuchungen 50 übersteigen könnte, darunter Firmengelände und Privatwohnungen. Die Ermittler beschlagnahmten Unterlagen und Computerausrüstung für forensische Analysen.
Die Ermittlungen, die seit etwa 17 Monaten laufen, konzentrieren sich auf ein breites organisiertes System wirtschaftlicher und finanzieller Kriminalität, das durch das Zusammenwirken privater Geschäftsleute und Mitarbeiter von Águas de Gaia mit relevanten Entscheidungsbefugnissen im öffentlichen Beschaffungswesen und dessen Umsetzung entwickelt wurde.
Die Vorwürfe
Dreizehn Verdächtige wurden wegen des Verdachts auf aktive Bestechung, passive Bestechung, Amtsmissbrauch und Geldwäsche festgenommen, wobei ein Gesamtwert von 8 Millionen Euro im Spiel ist. Laut PJ haben die Verdächtigen einen stabilen Beziehungsrahmen geschaffen, der funktional darauf ausgerichtet war, Verwaltungsentscheidungen zu manipulieren. Öffentliche Aufträge wurden angeblich instrumentalisiert, um durch wiederholte und koordinierte Praktiken, die darauf abzielten, Entscheidungen zu beeinflussen, Verfahren zu gestalten, Ergebnisse vorwegzunehmen und Kontrollmechanismen zu neutralisieren, unrechtmäßige vermögensrechtliche und nicht vermögensrechtliche Vorteile zu erlangen.
Öffentliche Aufträge wurden instrumentalisiert, um unrechtmäßige vermögensrechtliche und nicht vermögensrechtliche Vorteile zu erlangen, mit wiederholten und koordinierten Praktiken, die darauf abzielten, Entscheidungen zu beeinflussen, Verfahren zu gestalten, Ergebnisse vorwegzunehmen und Kontrollmechanismen zu neutralisieren.
Wer festgenommen wurde
Zu den Festgenommenen gehören Geschäftsleute aus verschiedenen Branchen und leitende Angestellte von Águas de Gaia sowie andere Mitarbeiter der kommunalen Einrichtung, die seit 2024 für den Abschluss und die Durchführung von öffentlichen Vergabeverfahren mit den verdächtigen Unternehmen verantwortlich waren. Die Ermittlungen untersuchen auch den Verdacht der Instrumentalisierung des städtischen Unternehmens für private Zwecke, was zu einer unrechtmäßigen Aneignung öffentlicher, materieller und personeller Ressourcen unter Verletzung der funktionalen Pflichten, die die Mitarbeiter hätten gewährleisten sollen, geführt habe, was dem öffentlichen Haushalt eindeutig geschadet habe.
Weiterer Untersuchungskontext
Der Fall wird von der DIAP Regional do Porto bearbeitet. RTP berichtete, dass mehr als 50 Personen beteiligt sind, die Mehrheit davon Mitarbeiter von Águas de Gaia. Die aktuelle Untersuchung erstreckt sich sowohl über die vorherige als auch die aktuelle Geschäftsführung des Unternehmens. Der frühere Präsident des ADGAIA-Vorstands, Miguel Lemos Rodrigues, war bereits im September 2025 von der Staatsanwaltschaft wegen mehrerer Wirtschaftsdelikte, darunter Korruption, angeklagt worden, weil er angeblich die Regeln für die öffentliche Auftragsvergabe manipuliert hatte. In diesem früheren Fall wurden acht weitere Angeklagte – drei Geschäftsleute und fünf Unternehmen – ebenfalls wegen Amtsmissbrauchs, wirtschaftlicher Beteiligung an Geschäften, aktiver und passiver Bestechung sowie Vorteilsnahme angeklagt.
Politische Dimension
Die Ermittlungen betreffen die Amtszeiten der Gemeindeverwaltung von Eduardo Vítor Rodrigues, dem ehemaligen Bürgermeister von Vila Nova de Gaia, der im September 2025 aufgrund von Korruptionsverdacht seines Amtes enthoben wurde, sowie von Luís Filipe Menezes, dem derzeitigen Bürgermeister von Gaia. Der Fall stellt eine deutliche Eskalation der justiziellen Überprüfung der öffentlichen Auftragsvergabepraxis der Gemeinde dar, wobei die PJ darauf hinweist, dass informelle Kommunikationskanäle, die Ausnutzung funktionaler und persönlicher Beziehungen sowie die Schaffung von Erwartungen künftiger Vorteile genutzt wurden, um Kontrollmechanismen zu untergraben.
- Ursprüngliches Strafverfahren wegen der öffentlichen Auftragstätigkeit von Miguel Lemos Rodrigues und ADGAIA eingeleitet.
- Ex-ADGAIA-Präsident Miguel Lemos Rodrigues wegen Korruption und anderer Wirtschaftsdelikte angeklagt; acht weitere Angeklagte ebenfalls angeklagt.
- Operation 'Águas Turvas': PJ führt rund 30 Durchsuchungen durch, nimmt 13 Verdächtige im Zusammenhang mit einem Korruptions- und Geldwäschesystem in Höhe von 8 Millionen Euro fest.


