
Rund 10.000 protestieren in Plauen gegen die Bundesregierung, unterstützt von der rechtsextremen Freien Sachsen
Um die 10.000 Menschen demonstrierten am 8. August 2026 in Plauen (Sachsen) gegen die Bundesregierung und forderten deren Rücktritt und Neuwahlen. Der Marsch, unterstützt von der rechtsextremen Freien Sachsen, wurde vorübergehend gestoppt, nachdem Trommler gegen ein Verbot des einheitlichen Trommelns verstoßen hatten.
Die Demonstration
Mehrere tausend Menschen versammelten sich am Samstag, 8. August 2026, in Plauen (Sachsen), um gegen die Bundesregierung zu protestieren und ihren Rücktritt zu fordern. Die Initiative „Einigkeit für Deutschland / Projekt M1llion“ hatte bundesweit mobilisiert und 10.000 Teilnehmer angemeldet. Die sächsische Polizei zählte rund 10.000 Demonstranten, während Beobachter die tatsächliche Teilnehmerzahl auf etwa 8.000 schätzten, so die Berliner Zeitung. Der Marsch begann um 12:00 Uhr und zog durch die Stadt, begleitet von Gegendemonstrationen.
Zu den Forderungen der Protestbewegung gehörten der Rücktritt der Bundesregierung mit Neuwahlen, ein Stopp der Gesundheitsreform, niedrigere Abgaben auf Strom und Gas, ein bundesweites 29-Euro-Ticket, eine Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und die sofortige Abschiebung „aller verurteilten, kriminellen und illegalen Migranten“. Plakate zeigten „Merz muss weg!“ und „Unser Geld für unser Volk.“ Ein Redner eröffnete die Kundgebung unter Applaus mit den Worten: „Dieses Kartell, diese Regierung muss weg!“ Die Demonstration suchte Anschluss an die Tradition der friedlichen Revolution in der DDR. Plauen war am 7. Oktober 1989, dem 40. Jahrestag der DDR-Gründung, Schauplatz der ersten Massendemonstration gegen die DDR-Führung. Der Slogan „Wir sind das Volk!“ wurde auf der Samstagskundgebung gerufen.
- Angemeldet (Organisatoren)
- 10000
- Polizeizählung
- 10000
- Schätzung der Beobachter
- 8000
- Gegendemonstration
- 400
Marsch wegen Trommelverbot gestoppt
Der Zug wurde vorübergehend gestoppt, nachdem Teilnehmer mit Trommeln gegen ein Verbot der Versammlungsbehörde verstoßen hatten. Die Behörde hatte den Trommlern untersagt, in Formation zu marschieren und einheitlich zu trommeln, um einen militanten Eindruck zu vermeiden. Die Verordnung verbietet bei Versammlungen und Aufzügen ein einheitliches, paramilitärisches oder gewaltbereites Auftreten, das auf andere oder die Öffentlichkeit einschüchternd wirkt. Als die Trommler gemeinsam und rhythmisch trommelten, werteten die Behörden das Verbot als verletzt. Die Polizei trennte die Trommler vom Hauptzug. Die Demonstranten weigerten sich zunächst, weiterzugehen. Als Kompromiss wurden die Trommler als separate Versammlung vom Demonstrationszug abgetrennt. Während der verlängerten Pause verteilte der Rettungsdienst wegen hoher Temperaturen Wasser an die Teilnehmer.
- Marsch beginnt in Plauen; Redner eröffnet Kundgebung unter Applaus
- Marsch gestoppt; Trommler verstoßen gegen Verbot des Marschierens in Formation und einheitlichen Trommelns
- Trommler als eigene Versammlung abgetrennt; Rettungsdienst verteilt Wasser; Polizei meldet alles friedlich
Rechtsextreme Verbindungen
Die Kleinstpartei „Freie Sachsen“ unterstützte den Protest und hatte ihre Anhänger zur Teilnahme aufgerufen. Flaggen des Königreichs Sachsen waren zu sehen, wie sie häufig von den Freien Sachsen verwendet werden. Die Partei wird vom Sächsischen Verfassungsschutz beobachtet und als „Sammelbecken für Neonazis, Rechtspopulisten und Kader ehemaliger, verbotener oder extrem rechter Organisationen“ beschrieben. Es wurden auch blaue Flaggen mit weißen Tauben und zahlreiche Deutschlandflaggen gezeigt. Das „Projekt M1llion“ bezeichnet sich selbst als überparteilich.
Gegendemonstrationen
Das „Bündnis für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage“ rief zu Gegendemonstrationen auf und warnte, dass Kritik nicht dazu führen dürfe, dass Rechtsextreme an die Macht kommen. Das Bündnis erklärte:
Wir wollen zeigen, dass Plauen nicht schon wieder zum Spielball von Rechtsextremen werden darf und das Erbe von '89 schützen.
Die Versammlungsbehörde registrierte acht Versammlungen und vier Autokonvois für die Gegendemonstration. Die Polizei zählte rund 400 Gegendemonstranten. Ein Polizeisprecher erklärte am Nachmittag, dass alles friedlich verlaufen sei.


