In Pakistan haben die ranghöchsten direkten Verhandlungen zwischen Vertretern der Vereinigten Staaten und des Iran seit der Islamischen Revolution von 1979 begonnen. US-Vizepräsident JD Vance und eine iranische Delegation unter der Leitung von Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf beraten im Serena Hotel in Islamabad über die Konsolidierung eines fragilen Waffenstillstands.
Historische Gespräche
Erstes Treffen auf dieser diplomatischen Ebene zwischen den USA und dem Iran seit 1979 in Islamabad.
Indirektes Format
Verhandlungen finden über pakistanische Vermittler in getrennten Räumen statt; direkter Kontakt wird vermieden.
Iranische Forderungen
Ghalibaf fordert Waffenstillstand im Libanon, Freigabe von Vermögenswerten und Sanktionsstopp.
Wirtschaftliche Folgen
Ölpreis stieg seit Kriegsbeginn um 30 Prozent auf 97 US-Dollar pro Barrel Brent nach Sperrung der Straße von Hormus.
US-Vizepräsident JD Vance ist am Samstag in Islamabad eingetroffen, um die ranghöchsten direkten Gespräche zwischen Washington und Teheran seit der Islamischen Revolution von 1979 zu führen. Die Delegationen beider Seiten kamen im Serena Hotel in der pakistanischen Hauptstadt zusammen, um einen fragilen Waffenstillstand zu festigen und Wege für einen dauerhaften Frieden zu sondieren. Die US-Delegation, die mit zwei Maschinen der US Air Force auf dem Luftwaffenstützpunkt Nur Khan landete, umfasst unter anderem den Sondergesandten Steve Witkoff sowie Jared Kushner, einen leitenden Berater und Schwiegersohn von Präsident Donald Trump. Die im Vorfeld eingetroffene iranische Delegation besteht aus 71 Personen, darunter Beamte, Diplomaten, Sicherheitspersonal und Journalisten, und wird von Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf sowie Außenminister Abbas Araghchi geleitet. Pakistans Armeechef, Feldmarschall Asim Munir, begrüßte beide Delegationen persönlich auf dem Rollfeld. Er geleitete Vance über einen roten Teppich und empfing zuvor das iranische Team per Umarmung. Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif, dessen Regierung die Waffenruhe vermittelte, bezeichnete den Moment als entscheidenden Wendepunkt in den Bemühungen, die seit den US-israelischen Angriffen auf den Iran am 28. Februar andauernden Kämpfe zu beenden. Verhandlungen über pakistansche Vermittler, kein direktes GegenübertretenDas Format der Verhandlungen verdeutlicht das tiefe Misstrauen zwischen beiden Staaten: Die Delegationen halten sich im Serena Hotel in getrennten Räumen auf, während pakistanische Vermittler zwischen ihnen pendeln, um Vorschläge, Antworten und Bedingungen zu übermitteln. Iranische Staatsmedien bestätigten, dass sich die Delegation aus Teheran gegen Mittag Ortszeit mit Premierminister Shehbaz Sharif traf, um den Zeitpunkt und die Art der sogenannten „möglichen Verhandlungen“ festzulegen. Ghalibaf formulierte bereits nach der Landung Vorbedingungen auf der Plattform X: Gespräche würden nur fortgeführt, wenn Israel einen Waffenstillstand im Libanon erkläre und eingefrorene iranische Vermögenswerte freigegeben würden. Der Irish Independent berichtete, dass dies die ranghöchsten US-iranischen Gespräche seit der Islamischen Revolution seien. Sollten beide Seiten direkte persönliche Verhandlungen aufnehmen, wäre dies der erste direkte Kontakt seit 2015, als man sich auf das Atomabkommen einigte. Die iranische Position umfasst laut El Mundo zudem Entschädigungen für Kriegsschäden, die vollständige Aufhebung von Sanktionen und den Erhalt des Atomprogramms, wobei Teheran zusicherte, keine Kernwaffen zu entwickeln. Regionale Quellen berichteten Al Jazeera, dass Vorausteams die Vorarbeiten bereits abgeschlossen hätten und man die mögliche Unterzeichnung einer Vereinbarung erwarte.„Unsere Erfahrung in Verhandlungen mit den Amerikanern war stets von Scheitern und gebrochenen Versprechen geprägt.” — Mohammad Bagher Ghalibaf via France 24„Wenn sie versuchen sollten, uns zu täuschen, werden sie feststellen, dass dieses Verhandlungsteam dafür nicht empfänglich ist.” — JD Vance via The Irish Times Iranische Delegation führt Fotos bei Luftangriff getöteter Kinder mit sichEines der eindringlichsten Bilder des Tages verbreiteten iranische Medien: Im Flugzeug der Teheraner Delegation nach Islamabad blieben Sitzreihen leer und wurden stattdessen mit Fotografien von Kindern belegt, die bei einem US-Luftangriff auf die Minab-Grundschule ums Leben kamen. Blutverschmierte Rucksäcke wurden als symbolischer Protest neben den Bildern platziert. Außenminister Abbas Araghchi erklärte am Samstag in einem Telefonat mit seiner deutschen Amtskollegin: „Der Iran nimmt diese Verhandlungen aufgrund wiederholter Verstöße gegen Verpflichtungen und Verrats seitens der Vereinigten Staaten mit völligem Misstrauen auf.” — Abbas Araghchi via France 24 Ghalibaf bekräftigte dies und wies darauf hin, dass der Iran zweimal während laufender Dialogprozesse angegriffen worden sei. „In weniger als einem Jahr und mitten in Verhandlungen wurden wir trotz des guten Willens der iranischen Seite angegriffen, wobei mehrere Kriegsverbrechen begangen wurden.” — Mohammad Bagher Ghalibaf via eldiario.es Trotz der angespannten Atmosphäre bot Ghalibaf eine differenzierte Öffnung an, die die Haltung Irans in einem prägnanten Satz zusammenfasste.„Wir haben guten Willen, aber kein Vertrauen.” — Mohammad Bagher Ghalibaf via El MundoDer Krieg begann am 28. Februar 2026, als die Vereinigten Staaten und Israel unter dem Codenamen Operation Epic Fury Angriffe gegen den Iran starteten. Ali Khamenei, der damalige Oberste Führer des Iran, wurde bei diesen ersten Angriffen getötet. Sein Sohn Mojtaba Khamenei wurde am 9. März 2026 zum neuen Obersten Führer ernannt. Die letzte direkte diplomatische Einigung zwischen den USA und dem Iran erfolgte im Jahr 2015 mit dem Atomabkommen. Diese Vereinbarung wurde von Präsident Donald Trump 2018 in seiner ersten Amtszeit aufgekündigt; Ali Khamenei untersagte daraufhin weitere direkte Gespräche mit US-Vertretern. Kämpfe im Libanon und Sperrung von Hormus belasten GesprächeDie Waffenruhe steht bereits unter erheblichem Druck durch Israels Fortführung der Militäroperationen im Libanon. Dort tauschen die Hizbullah und israelische Streitkräfte weiterhin Feuer an der Südgrenze aus. Am Tag der Bekanntgabe des Waffenstillstands tötete Israel bei Luftangriffen auf Beirut laut libanesischem Gesundheitsministerium über 300 Menschen – der opferreichste Einzeltag im Libanon seit Kriegsbeginn. Am Freitag trafen israelische Kampfjets Ziele nahe eines Sicherheitsbüros in Nabatiye und töteten dabei laut libanesischem Präsidialamt 13 Beamte. Israelische Stellen gaben an, etwa zehn Raketenwerfer getroffen zu haben, die auf Nordisrael gefeuert hatten. Die libanesische Nachrichtenagentur meldete am frühen Samstag mindestens drei weitere Tote bei israelischen Angriffen im Südlibanon, bei denen ein Wohnhaus in Maifadoun zerstört wurde. Israel und die USA vertreten die Position, dass die Libanon-Kampagne nicht unter die US-iranische Waffenruhe falle – eine Sichtweise, die Iran und Pakistan ablehnen. Verhandlungen zwischen Israel und dem Libanon sollen laut libanesischem Präsidialamt am Dienstag in Washington beginnen. Unterdessen hat die iranische Sperrung der Straße von Hormus die Ölpreise massiv ansteigen lassen. Der Spotpreis für Brent-Rohöl lag am Freitag bei rund 97 Dollar – ein Anstieg von über 30 Prozent seit Kriegsbeginn. Das Verkehrsaufkommen in der Meerenge sank von täglich über 100 Schiffen vor dem Konflikt auf nur noch 12 registrierte Passagen unter der Waffenruhe.97 (USD pro Barrel) — Brent-Ölpreis am Freitag, Anstieg um über 30% seit Kriegsbeginn2026-02-27: 74, 2026-04-11: 97
Mentioned People
- JD Vance — 50. wiceprezydent Stanów Zjednoczonych
- Mohammad Bagher Ghalibaf — przewodniczący Parlamentu Iranu od 2020 roku
- Asim Munir — pierwszy Szef Sił Obrony Pakistanu i 11. Szef Sztabu Armii
- Abbas Araghchi — minister spraw zagranicznych Iranu od sierpnia 2024 roku
- Shehbaz Sharif — premier Pakistanu od 2024 roku
- Steve Witkoff — specjalny wysłannik USA
- Jared Kushner — doradca i zięć Donalda Trumpa
Sources: 9 articles
- EE.UU. aceptaría liberar activos iraníes congelados en bancos de Qatar, según Reuters (eldiario.es)
- Los cinco nudos que amenazan el diálogo de paz entre EEUU e Irán en Islamabad (20 minutos)
- El vicepresidente de Irán afirma que si EE.UU. prioriza sus intereses a los de Israel puede haber acuerdo (eldiario.es)
- JD Vance takes the lead in high-stakes negotiations with Iran (Le Monde.fr)
- Islamabad se convierte en la capital mundial de la diplomacia con el comienzo de las negociaciones entre EEUU e Irán: "Tenemos buena voluntad, pero no confianza" (EL MUNDO)
- Delegación de EE. UU. liderada por JD Vance llega a Pakistán (Deutsche Welle)
- Guerra en Oriente Medio: J.D. Vance ha llegado a Islamabad para negociaciones tensas con Irán (RFI)
- El negociador iraní Qalibaf llega a Islamabad bajo una "absoluta desconfianza" hacia EEUU (eldiario.es)
- Vance in Islamabad for Iran talks overshadowed by mutual mistrust (France 24)
- US and Iran teams in Pakistan for peace talks amid doubts over Lebanon (Irish Independent)