Am zweiten Tag der US-geführten Seeblockade in der Straße von Hormus sind die Auswirkungen auf den globalen Schiffsverkehr deutlich spürbar. Während sechs Handelsschiffe auf Anweisung des US-Militärs abdrehten, gelang es mindestens vier Schiffen mit Bezug zum Iran, die Meerenge trotz der Restriktionen zu passieren. Die von US-Präsident Donald Trump angeordnete Operation wird von über 10.000 Einsatzkräften unterstützt und hat den Ölpreis bereits über die Marke von 100 US-Dollar getrieben.
US-Blockade in Kraft
Die von Donald Trump angeordnete Seeblockade in der Straße von Hormus wird von 10.000 Soldaten und über zwölf Kriegsschiffen gesichert.
Ölpreis über 100 Dollar
Infolge der Spannungen und der drohenden Verknappung hat der Rohölpreis die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel überschritten.
Internationale Kritik
Die IMO warnt vor 1.600 festsitzenden Schiffen, während China mit wirtschaftlichen Gegenmaßnahmen gegen die USA droht.
Umgehungsversuche vermutet
Trotz der Blockade passierten einige sanktionierte Schiffe die Meerenge, wobei der Verdacht auf Signal-Manipulation (Spoofing) besteht.
Die Seeblockade iranischer Häfen durch die Vereinigten Staaten in der Straße von Hormus dauerte am Dienstag, den 15. April 2026, am zweiten Tag an. Dabei zeigten sich begrenzte, aber messbare Auswirkungen auf den Schiffsverkehr, da sechs Handelsschiffe auf Befehl der USA umkehrten, während mindestens vier Schiffe mit Verbindungen zum Iran die Passage trotz der Beschränkungen passierten. Laut dem U.S. Central Command wird die Blockade, die am Montag, den 13. April, um 12:00 Uhr mittags in Kraft trat und von Präsident Donald Trump angeordnet wurde, von mehr als 10.000 US-Soldaten und über einem Dutzend Kriegsschiffen durchgesetzt. Die Operation löste scharfe Verurteilungen seitens Chinas und der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation aus, während der Ölpreis nach der Ankündigung auf über 100 US-Dollar pro Barrel stieg.
Die Straße von Hormus ist aufgrund des hohen Anteils am weltweiten Rohöltransit seit langem ein Brennpunkt der Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Die aktuelle militärische Konfrontation der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran begann am 28. Februar 2026 unter dem Operationsnamen „Epic Fury“, in deren Verlauf Religionsführer Ali Khamenei getötet wurde. Sein Sohn, Mojtaba Khamenei, wurde am 9. März 2026 zum Obersten Führer ernannt. Waffenstillstandsverhandlungen zwischen Washington und Teheran in Islamabad endeten laut Medienberichten ohne Ergebnis. Berichten von Kpler, Bloomberg und der Financial Times zufolge arbeitet der Iran seither an der Formalisierung eines Systems, das die Meerenge faktisch in eine verwaltete Meeresmautstrecke umwandeln würde.
Schiffe passieren trotz Blockade, Verdacht auf Signal-Manipulation Der erste volle Tag der Blockade ergab ein gemischtes operatives Bild. Nach Navigationsdaten von Reuters, die von Il Fatto Quotidiano zitiert wurden, passierten am Dienstag mindestens acht Schiffe die Straße von Hormus, darunter drei Öltanker mit Bezug zum Iran. Diese Tanker steuerten jedoch keine iranischen Häfen an und unterlagen daher nicht den Beschränkungen. BBC Verify identifizierte unter Verwendung von Open-Source-Intelligence und Daten des Portals MarineTraffic vier Schiffe mit Iran-Bezug oder unter US-Sanktionen, welche die Meerenge durchfuhren: den Massengutfrachter Christianna, der zuvor den iranischen Hafen Bandar Imam Khomeini angelaufen hatte; die Rich Starry, die wegen Handels mit dem Iran unter US-Sanktionen steht und von Schardscha in den Vereinigten Arabischen Emiraten aus nach Osten segelte; den ebenfalls sanktionierten Tanker Murlikishan, der nach dem Auslaufen aus dem chinesischen Hafen Lanshan die Meerenge in westlicher Richtung passierte; sowie den Tanker Elpis, der vom iranischen Hafen Buschehr aus nach Osten fuhr. BBC Verify wies darauf hin, dass diese Schiffe möglicherweise falsche Positionssignale sendeten – ein als „Spoofing“ bekanntes Verfahren –, um ihren tatsächlichen Standort zu verschleiern. Brancheninsider erklärten gegenüber Reuters, dass die Verkehrsströme durch die Meerenge im Vergleich zu den über 130 täglichen Passagen vor Konfliktbeginn weiterhin drastisch reduziert seien.
IMO warnt vor 1.600 festsitzenden Schiffen, China droht mit Gegenmaßnahmen Die internationale Reaktion auf die Blockade fiel deutlich und kritisch aus. Arsenio Dominguez, Generalsekretär der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation, erklärte, dass die Seeblockade gegen internationales Recht verstoße. Laut El Mundo warnte er zudem, dass etwa 1.600 Schiffe mit rund 20.000 Seeleuten aufgrund der eskalierenden Spannungen im Persischen Golf fest säßen. Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Guo Jiakun, bezeichnete die Blockade auf einer Pressekonferenz als „gefährlich und unverantwortlich“. Er argumentierte, dass die US-Militäroperationen die Spannungen nur verschärfen und ein ohnehin fragiles Waffenstillstandsabkommen untergraben würden.
„„Die Vereinigten Staaten haben ihre Militäroperationen intensiviert und eine gezielte Blockadeaktion eingeleitet, die die Spannungen nur verschärfen und das bereits fragile Waffenstillstandsabkommen untergraben wird, was die Sicherheit der Passage durch die Meerenge weiter gefährdet.“” — Guo Jiakun via ANSA
China wies zudem US-Vorwürfe zurück, wonach Peking Waffen an den Iran liefere. Guo Jiakun erklärte, solche Berichte seien „vollständig erfunden“. Er warnte, dass Peking „entschlossene Gegenmaßnahmen“ ergreifen werde, sollte Washington diese Vorwürfe als Vorwand für zusätzliche Zölle auf chinesische Waren nutzen.
„„Sollten die Vereinigten Staaten darauf beharren, dies als Vorwand für die Einführung zusätzlicher Zölle gegen China zu nutzen, wird China zweifellos entschlossene Gegenmaßnahmen ergreifen.“” — Guo Jiakun via ANSA
Selektive Durchsetzung wahrscheinlich bei extrem hohen Versicherungskosten Militär- und Wissenschaftsanalysten gaben zu bedenken, dass die praktische Durchsetzung der Blockade ungewiss und potenziell selektiv bleibe. Das CENTCOM stellte klar, dass die Maßnahme nur für Schiffe gelte, die iranische Häfen und Küstengebiete anlaufen oder verlassen. Es wurde ausdrücklich betont, dass die Freiheit der Schifffahrt für Schiffe, die die Meerenge von oder zu nicht-iranischen Häfen passieren, nicht behindert werde. US-Verteidigungsbeamte erklärten gegenüber inländischen Medien, dass zwei Zerstörer die Meerenge durchquerten, um iranische Häfen per Radar zu überwachen. Der Analyst Louis Borer von Risk Intelligence merkte jedoch an, dass eine vollständige Sperrung der Passage einen deutlich größeren militärischen Aufwand erfordern würde. Fabrizio Coticchia, Professor für Politikwissenschaft an der Universität Genua, sagte gegenüber Il Fatto Quotidiano, dass Washington sich für eine selektive Durchsetzung entscheiden könnte. Eine intermittierende Blockade sei operativ machbar, ohne jedes Schiff stoppen oder die Meerenge befahren zu müssen. Die Prämien für Kriegsrisikoversicherungen sind laut dem Schiffsmaklerunternehmen BRS im Vergleich zu den Vortagen zwar nicht weiter gestiegen, verbleiben aber auf einem sehr hohen Niveau von Hunderttausenden Dollar pro Woche, wobei die Deckung alle 48 Stunden überprüft wird. BRS schätzt, dass eine Rückkehr zur Normalität in weite Ferne rückt und der kommerzielle Verkehr in der Meerenge kurzfristig auf ein Minimum oder auf Null sinken könnte. Die Ölpreise haben bereits die 100-Dollar-Marke überschritten, und es gibt Berichte, wonach der Iran einen Vorschlag formalisiert, die Meerenge in ein dauerhaftes Mautsystem umzuwandeln, wobei Zahlungen potenziell in anderen Währungen als dem US-Dollar erfolgen könnten.
Zu iranischen Häfen zurückgekehrt: 6, Meerenge passiert (Iran-Bezug/sanktioniert): 4, Gesamtzahl der registrierten Passagen (Dienstag): 8
Mentioned People
- Donald Trump — 47. Prezydent Stanów Zjednoczonych
- Arsenio Dominguez — Sekretarz Generalny Międzynarodowej Organizacji Morskiej (IMO)
- Guo Jiakun — Rzecznik Ministerstwa Spraw Zagranicznych Chin
Sources: 15 articles
- Stretto di Hormuz, gli Usa stoppano 8 petroliere: "Il blocco è in pieno vigore". Trump: "La guerra è quasi finita". E attacca ancora il Papa (il Giornale.it)
- Iran, Trump: "La guerra è quasi finita" - La diretta (Open)
- Hormuz blindata, l'America alza la posta: "Pronti a un nuovo round di colloqui" (Rai news)
- ¿Qué está pasando en el Estrecho de Ormuz? Un bloqueo sin reglas claras (EL MUNDO)
- EE UU obliga a seis buques a retroceder en las primeras 24 horas de bloqueo de Ormuz (La Razón)
- Blocco navale su Iran: traffico nello Stretto di Hormuz invariato nel primo giorno (Il Fatto Quotidiano)
- Usa, sei navi mercantili fermate dal blocco di Hormuz - Ultima ora - Ansa.it (ANSA.it)
- Hormuz, il blocco navale Usa a distanza per evitare droni e missili. "Così decidono quali navi fermare e quali no" (Il Messaggero)
- Hormuz, le nuove regole per attraversare lo stretto: dal controllo delle imbarcazioni ai pagamenti in crypto o yuan (Il Messaggero)
- Come funziona il blocco degli Usa nello Stretto di Hormuz: "Intercetteremo le navi da e per i porti iraniani (Fanpage)