Das spanische Kulturministerium hat ein offizielles Gesuch der baskischen Regierung zurückgewiesen, Picassos Monumentalwerk „Guernica“ vorübergehend in das Guggenheim-Museum Bilbao zu verlegen. Kulturminister Ernest Urtasun begründete die Entscheidung mit technischen Gutachten, die das Gemälde als zu fragil für einen Transport einstufen. Die baskische Regionalregierung unter Lehendakari Imanol Pradales hatte die Leihgabe für den Zeitraum von Oktober 2026 bis Juni 2027 anlässlich des 90. Jahrestages der Bombardierung der Stadt Guernica beantragt.
Transport abgelehnt
Kulturminister Ernest Urtasun verweigert die Verlegung von Picassos „Guernica“ nach Bilbao aufgrund erheblicher Konservierungsrisiken.
Zustand des Werks
Gutachten des Museums Reina Sofía warnen vor irreparablen Schäden wie neuen Rissen oder dem Verlust von Farbschichten durch Vibrationen.
Politischer Streit
Während die PNV eine internationale Expertengruppe fordert, kritisiert Madrids Regionalpräsidentin Ayuso das baskische Gesuch mit scharfen Worten.
Das spanische Kulturministerium hat ein offizielles Gesuch der baskischen Regierung abgelehnt, Pablo Picassos „Guernica“ vorübergehend in das Guggenheim-Museum Bilbao zu überführen. Kulturminister Ernest Urtasun verwies auf technische Berichte des Museums Reina Sofía, die „eindeutig gegen“ eine Bewegung des Gemäldes raten. Urtasun übermittelte die Absage am Dienstag, dem 7. April, während einer Kontrollsitzung im Senat als Antwort auf eine Anfrage der parlamentarischen Gruppe der PNV. Die baskische Regierung unter Lehendakari Imanol Pradales hatte die Leihgabe des Werkes für die Zeit vom 1. Oktober 2026 bis zum 30. Juni 2027 beantragt, um den 90. Jahrestag der Bombardierung von Guernica und der Konstituierung der ersten baskischen Regierung zu begehen. „„Meine Verpflichtung als Minister ist es, den Zugang zur Kultur zu gewährleisten, aber auch den Schutz des kulturellen Erbes zu garantieren. In Angelegenheiten wie dieser muss man stets auf die Techniker hören, insbesondere auf diejenigen, die das Werk seit mehr als 30 Jahren pflegen, um es angemessen zu erhalten.“” — Ernest Urtasun via Europa Press Techniker warnen: Gemälde für Transport zu instabilUrtasun erläuterte die spezifischen physischen Risiken, die zur Ablehnung führten, und bezeichnete „Guernica“ als „wahrscheinlich eines der am schwierigsten zu konservierenden und fragilsten Werke des 20. Jahrhunderts“. Der Minister erklärte, dass jeder Transport „unvermeidbare Vibrationen“ mit sich brächte, die „neue Risse, Aufbeulungen, den Verlust der Farbschicht oder sogar Risse“ verursachen könnten. Er wies darauf hin, dass das Gemälde seit 1992 nicht mehr bewegt wurde und bereits Schäden wie „Deformierungen, Risse durch früheres Aufrollen oder kleine reparierte Brüche“ aufweist, die sich über Jahrzehnte internationaler Reisen angesammelt haben. 11 (internationale Transfers) — insgesamt durchgeführte Transporte in der Geschichte des Gemäldes Der Minister sprach den Museumsmitarbeitern, die das Werk seit über 30 Jahren betreuen, sein „volles Vertrauen“ aus; ihre Diagnose sei einhellig: „Das Werk darf keinem weiteren Stress ausgesetzt werden.“ Er erkannte zudem die emotionale Bedeutung des Gesuchs an und betonte, er verstehe „die Sensibilität hinter dieser Anfrage vollkommen“ und sehe den 90. Jahrestag als „einen sehr bedeutsamen Kontext“. „„Den 90. Jahrestag der Bombardierung von Guernica zu begehen muss bedeuten sicherzustellen, dass dieses Werk weitere 90 Jahre überdauern kann, damit es künftigen Generationen weiterhin das Grauen des Krieges und des Faschismus erklärt, das Picasso anprangern wollte.“” — Ernest Urtasun via El MundoPicasso malte „Guernica“ im Jahr 1937, nachdem die spanische republikanische Regierung ein Werk für den spanischen Pavillon auf der Weltausstellung in Paris in Auftrag gegeben hatte. Am 26. April 1937 bombardierten mehr als sechzig mit Francisco Franco verbündete deutsche und italienische Flugzeuge die baskische Stadt Guernica während des Spanischen Bürgerkriegs und töteten Hunderte Zivilisten. Das Gemälde wurde über vierzig Jahre lang im Museum of Modern Art in New York aufbewahrt, bevor es 1981 nach dem Ende der Franco-Diktatur nach Spanien zurückkehrte. Seit 1992 befindet es sich im Museum Reina Sofía in Madrid, wo es jährlich mehr als anderthalb Millionen Besucher anzieht. Die baskische Regierung hatte bereits 1997 anlässlich der Eröffnung des Guggenheim-Museums Bilbao um eine Leihgabe des Gemäldes gebeten. PNV fordert Arbeitsgruppe statt pauschaler AblehnungDer PNV-Senator Igotz López widersprach der Position des Ministers während der Senatssitzung und argumentierte, seine Fraktion stelle nicht die bestehenden technischen Berichte infrage, fordere jedoch einen umfassenderen Expertenprozess. López schlug die Einrichtung einer Arbeitsgruppe vor, die Techniker des Reina Sofía, des Guggenheim Bilbao und internationale Spezialisten zusammenbringen soll, um „wirklich zu bestimmen, ob ein Transfer möglich ist oder nicht und unter welchen Bedingungen er erfolgen müsste“. Er bezeichnete das baskische Gesuch als „außergewöhnliche und vorübergehende Leihgabe von neun Monaten“ für ein Werk, das nach seinen Worten „bereits mehr als 40 Transporte hinter sich hat, um die ganze Welt gereist ist und niemals in Guernica oder im Baskenland war“. Die baskische Ministerin für Regierungsführung, María Ubarretxena, erklärte gegenüber Radio Euskadi, dass die Regionalregierung noch keine offizielle schriftliche Antwort auf das „formelle Ersuchen einer Regierung an eine andere Regierung“ erhalten habe. Sie beharrte darauf, dass der Transfer „nur eine Frage des politischen Willens“ sei, verwies auf Fortschritte in der Konservierungstechnik und erklärte, die baskische Regierung sei bereit, die Kosten zu tragen und eigene Experten zu stellen. „„Wir warten immer noch auf diese Antwort und möchten lediglich, dass sie analysiert wird, denn bisher kennen wir nur den Bericht des Museums, der jedoch nicht sagt, unter welchen Umständen der Transfer eines Gemäldes durchgeführt werden kann.“” — María Ubarretxena via Europa Press Ayuso-Zitat verschärft die politische DebatteDer Streit nahm eine schärfere politische Note an, als Isabel Díaz Ayuso, die Präsidentin der Autonomen Gemeinschaft Madrid, das baskische Ersuchen als „provinziell“ – unter Verwendung des spanischen Begriffs „paleta“ – bezeichnete und argumentierte, der Vorschlag ergebe „keinen Sinn“. Ayuso verteidigte den Standort in Madrid und bemerkte ironisch, dass, wenn die Herkunft den Standort bestimmen würde, „das gesamte Werk Picassos“ nach Malaga, dem Geburtsort des Malers, geschickt werden müsste. Sie betonte zudem, dass „Kultur universell“ sei, eine Bemerkung, die im Baskenland auf heftige Reaktionen stieß. Urtasun distanzierte sich von Ayusos Wortwahl und erklärte, er lehne es ab, dieses Gesuch als „ungehörig“ zu bezeichnen. Die spanische Regierung signalisierte, dass sie sich auf die Meinung von „Fachleuten“ verlassen werde und „niemals zu Beleidigungen greifen“ werde, womit sie eine Trennung zwischen ihrer fachlichen Begründung und der politischen Rhetorik der Madrider Präsidentin zog. Die Episode verdeutlicht die Spannungen zwischen dem Streben der baskischen Nationalisten nach symbolischer Anerkennung und der Haltung der Zentralregierung, wonach der Schutz des Kulturerbes Vorrang vor politischen Erwägungen haben müsse.Guernica: Wichtige Daten im Streitfall: — ; — ; — ; — ; —
Mentioned People
- Imanol Pradales — Lehendakari rządu baskijskiego od 2024 roku
- Ernest Urtasun — Minister kultury i rzecznik partii Sumar
- Isabel Díaz Ayuso — Prezydent Wspólnoty Madrytu od sierpnia 2019 roku
- María Ubarretxena — Baskijska minister ds. administracji, cyfryzacji i samorządu
- Pedro Sánchez — Premier Hiszpanii
Sources: 22 articles
- Politizar el 'Guernica' de la peor manera | Editorial (EL PAÍS)
- Urtasun rechaza por cuestiones técnicas el traslado del 'Gernika' (LaVanguardia)
- El PNV y la confiscación de la voluntad de Picasso (El Confidencial)
- Le " Guernica " de Picasso au centre d'une polémique en Espagne (20minutes)
- 'Guernica': voluntad política para un momento excepcional (eldiario.es)
- La Guernica di Picasso divide la Spagna: ecco perché Madrid non vuole prestare l'opera al Guggenheim di Bilbao (Open)
- Gobierno Vasco sigue reclamando a Sánchez una respuesta "oficial" a... (europa press)
- Urtasun: "Celebrar el 90 aniversario del bombardeo es garantizar que esta obra dure otros 90 años" (EL MUNDO)
- Urtasun sobre el Guernica: "Los informes de los técnicos son claros:... (europa press)
- Cultura rechaza trasladar el 'Guernica' de Picasso al Guggenheim de Bilbao porque su obligación es garantizar su protección (20 minutos)