Großbritannien hat seine Sicherheitskräfte am 25. März 2026 ermächtigt, in britischen Hoheitsgewässern russische Tanker der sogenannten Schattenflotte zu betreten und zu beschlagnahmen. Die Regierung in London verknüpft den Schritt mit steigenden Ölpreisen infolge des Kriegs zwischen den USA und Israel gegen Iran und will damit den Druck auf Moskaus Einnahmen erhöhen. Am 26. März stand zudem ein Gipfel der Joint Expeditionary Force in Helsinki an.

Neue Befugnisse für britische Kräfte

Seit dem 25. März 2026 dürfen Militär und Strafverfolgungsbehörden in britischen Gewässern sanktionierte russische Tanker der Schattenflotte betreten und beschlagnahmen.

Verknüpfung mit Ölpreisen und Iran-Konflikt

Starmer stellte den Schritt als Reaktion auf gestiegene Ölpreise dar, die durch den Krieg der USA und Israels gegen Iran ausgelöst worden seien.

Warnung aus Moskau

Nikolai Patrushev sprach von „Piraterie“ und stellte den Einsatz der russischen Marine zum Schutz der Schiffe in Aussicht.

Britische Sicherheitskräfte dürfen seit dem 25. März 2026 in britischen Hoheitsgewässern russische Tanker der Schattenflotte betreten und beschlagnahmen. Premierminister Keir Starmer genehmigte den Einsatz von Militär und Strafverfolgungsbehörden in einem Schritt, der den europäischen Druck auf Russlands Öleinnahmen deutlich verschärft. Die neuen Befugnisse gelten für Schiffe, die bereits vom Vereinigten Königreich sanktioniert sind und britische Gewässer durchfahren, darunter auch den Ärmelkanal. Starmer stellte die Entscheidung als direkte Reaktion auf die gestiegenen weltweiten Ölpreise dar, die durch den Krieg der USA und Israels gegen Iran nach oben getrieben worden seien. Nach seiner Darstellung profitiere der russische Präsident Wladimir Putin von diesem Umfeld. Die Ankündigung erfolgte einen Tag vor Starmers geplanter Teilnahme am Gipfel der Joint Expeditionary Force am 26. März in Helsinki, wo Großbritannien zu einer engeren Abstimmung der Verbündeten bei Maßnahmen gegen die Schattenflotte aufrufen wollte. „Deshalb gehen wir noch entschlossener gegen seine Schattenflotte vor, sichern nicht nur Großbritannien, sondern entziehen Putins Kriegsmaschine auch die schmutzigen Profite, die seine barbarische Kampagne in der Ukraine finanzieren.” — Keir Starmer via Reuters 544 (vessels) — Von Großbritannien sanktionierte Schiffe der russischen Schattenflotte Die Schattenflotte Russlands entwickelte sich nach den westlichen Beschränkungen infolge der umfassenden Invasion der Ukraine im Februar 2022 zu einem wichtigen Instrument zur Umgehung von Sanktionen. Die Schiffe fahren in der Regel unter fremden Flaggen und mit undurchsichtigen Eigentumsstrukturen. Das weckt nicht nur Fragen zur Einhaltung der Sanktionen, sondern auch zu Umweltgefahren, weil die alternden und schlecht regulierten Tanker anfällig für Ölunfälle und technische Ausfälle sind. Europäische Verbündete wie Finnland, Schweden, Estland, Belgien und Frankreich haben in den Monaten vor der britischen Ankündigung eine Reihe von Abfangoperationen gegen verdächtige Schiffe der Schattenflotte in der Ostsee und im Mittelmeer durchgeführt. Die rechtliche Grundlage für britische Enteroperationen benannten Regierungsjuristen im Januar 2026 im Sanctions and Anti-Money Laundering Act von 2018. Special Boat Service für Szenarien mit bewaffneter Besatzung trainiertBritische Spezialkräfte und Strafverfolgungsbehörden haben nach Angaben der BBC, auf die sich die Berliner Zeitung berief, die neuen Einsätze bereits trainiert. Der Special Boat Service und die Royal Marines übten mehrere Szenarien, darunter Begegnungen mit bewaffneten Besatzungen und mit Schiffen, die zur Flucht Hightech-Überwachungstechnik einsetzen. Die Downing Street teilte mit, jeder Einsatz müsse vorab von der Regierung genehmigt werden; zudem sei vor einer Entscheidung der Minister eine Prüfung durch Fachleute für Recht, Militärfragen und Energiemärkte erforderlich. Wenn ein Schiff geentert worden sei, könnten gegen Eigentümer, Betreiber und Besatzung Strafverfahren wegen Verstößen gegen britisches Sanktionsrecht eingeleitet werden. Die Royal Navy hatte die Verbündeten bislang zwar bei der Beobachtung und Verfolgung von Schiffen der Schattenflotte unterstützt, aber noch kein Schiff geentert. Britische Militärangehörige waren zudem im Januar 2026 an einer von den USA geführten Operation zur Beschlagnahme des Tankers Bella 1, auch Marinera genannt, im Nordatlantik beteiligt. Die französische Marine hielt kürzlich mit britischer Unterstützung einen verdächtigen Tanker der Schattenflotte im Mittelmeer fest und leitete ihn in den Hafen von Marseille-Fos um. Beschlagnahmte Öl-Erlöse könnten an die Ukraine fließenVerteidigungsminister John Healey hatte zuvor mit Blick auf die Schattenflotte über „militärische Optionen“ gesprochen und angedeutet, dass Erlöse aus beschlagnahmtem Öl an die Ukraine überwiesen werden könnten. Die britische Regierung schätzt, dass rund 75 (percent) — Anteil des von der Schattenflotte transportierten russischen Rohöls auf diese Schiffe entfällt. Das unterstreicht aus Sicht Londons die strategische Bedeutung von Abfangmaßnahmen. Betreiber sanktionierter Schiffe stehen nach der neuen Linie vor einer klaren Wahl: Sie müssen auf längere und kostspieligere Routen ausweichen oder mit einer Festsetzung durch britische Kräfte im Ärmelkanal rechnen. Die Ankündigung fiel in eine Phase, in der die Vereinigten Staaten den Druck der Verbündeten auf Russland erschwerten, indem sie eine 30-Tage-Ausnahmeregelung ausstellten, die Ländern den Kauf sanktionierter russischer Produkte erlaubte, die derzeit auf See festliegen. Mit der Maßnahme sollte der Energiemarkt stabilisiert werden, der durch den Konflikt in Iran belastet war. Europäische Partner wie Finnland, Schweden und Estland hatten bereits Einsätze gegen verdächtige Schiffe der Schattenflotte in der Ostsee durchgeführt. Großbritanniens Schritt soll aus Sicht der Regierung eine verbleibende Lücke in der gemeinsamen Absicherung schließen. Der JEF-Gipfel in Helsinki sollte als Forum dienen, um eine einheitlichere Strategie innerhalb des zehn Staaten umfassenden Bündnisses zu koordinieren. Russland droht mit Marineeinsatz und spricht von „Piraterie“Russland reagierte scharf auf die britische Ermächtigung. Nikolai Patrushev, in den Quellen als Leiter des russischen Marinerats und ehemaliger Direktor des FSB beschrieben, nannte das Vorgehen des Westens „Piraterie“ und warnte, die russische Marine könne zum Schutz mit Russland verbundener Schiffe eingesetzt werden. Die Warnung weckte die Aussicht auf direkte Zwischenfälle auf See zwischen russischen und westlichen Marinekräften. Schiffe der Schattenflotte stehen zudem im Verdacht, an hybriden Operationen gegen westliche Infrastruktur beteiligt gewesen zu sein, darunter Schäden an Unterseekabeln in der Ostsee. Das verleiht dem Thema eine sicherheitspolitische Dimension, die über die Durchsetzung von Sanktionen hinausgeht. Die undurchsichtigen Eigentumsstrukturen der Schiffe machen es für die britischen Behörden schwierig, die rechtliche Zuständigkeit und die Haftung für Strafverfahren festzustellen. Großbritanniens Schritt ist dennoch der bislang direkteste Einsatz militärischer Mittel, den eine westliche Regierung ausdrücklich zur Durchsetzung von Ölsanktionen gegen Russland autorisiert hat. Vor dem Gipfel in Helsinki fand die Entscheidung deshalb sofort internationale Beachtung.

Mentioned People

  • Keir Starmer — Brytyjski polityk i prawnik, premier Wielkiej Brytanii od 2024 roku
  • John Healey — Brytyjski polityk, minister obrony od lipca 2024 roku
  • Nikolai Patrushev — Rosyjski polityk, funkcjonariusz służb i były oficer wywiadu; szef rosyjskiej rady morskiej

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