Der britische Premierminister Keir Starmer steht nach Enthüllungen über die Ernennung von Peter Mandelson zum US-Botschafter unter erheblichem politischen Druck. Die Regierung bestätigte, dass Mandelson eine Sicherheitsprüfung im Januar 2025 nicht bestanden hatte, jedoch auf Drängen von Beamten des Außenministeriums dennoch ernannt wurde.

Sicherheitsprüfung ignoriert

Trotz einer negativen Empfehlung der Sicherheitsbehörden im Januar 2025 wurde Peter Mandelson zum US-Botschafter ernannt.

Entlassung im Außenministerium

Der höchste Beamte Olly Robbins wurde aufgrund des Vertrauensverlustes nach der Affäre entlassen.

Rücktrittsforderungen der Opposition

Konservative und Liberaldemokraten fordern Starmers Rücktritt und werfen ihm vor, das Parlament getäuscht zu haben.

Epstein-Verbindung

Mandelson war bereits im September 2025 wegen Falschangaben über seine Beziehung zu Jeffrey Epstein entlassen worden.

Der britische Premierminister Keir Starmer sah sich am Freitag mit Rücktrittsforderungen der Opposition konfrontiert, nachdem die Regierung bestätigt hatte, dass sein ehemaliger Botschafter in den Vereinigten Staaten, Peter Mandelson, im Januar 2025 eine Sicherheitsprüfung nicht bestanden hatte. Dennoch wurde Mandelson für den Posten ernannt, da Beamte des Außenministeriums die seltene Entscheidung trafen, die Empfehlung der Sicherheitsbehörden zu übergehen. Die Regierung räumte ein, dass Beamte im Ministerium für Auswärtiges, Commonwealth und Entwicklung Mandelson eine erweiterte Sicherheitsfreigabe erteilt hatten, entgegen dem Rat von UK Security Vetting. Dabei machten sie von einer selten genutzten Befugnis Gebrauch, Sicherheitsratschläge zu überstimmen. Starmers Büro erklärte, der Premierminister habe bis Anfang dieser Woche keine Kenntnis von der negativen Empfehlung gehabt. Er sei „äußerst verärgert“, worüber er im Unklaren gelassen worden sei. Mandelson wurde schließlich im September 2025 von seinem Posten in Washington entlassen, nachdem Starmer erklärt hatte, dieser habe über die Intensität seiner Beziehung zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gelogen. Gegen Mandelson laufen zudem polizeiliche Ermittlungen wegen des mutmaßlichen Durchstechens von Regierungsdokumenten an Epstein. Er hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht öffentlich geäußert, und ein Anwalt Mandelsons gab keinen Kommentar zum Prüfungsprozess ab. Höchster Beamter des Außenministeriums verliert nach Affäre sein AmtOlly Robbins, der Ständige Unterstaatssekretär im Außenministerium und damit der ranghöchste Beamte des Ressorts, wurde faktisch entlassen, nachdem er in dieser Angelegenheit das Vertrauen von Starmer und Außenministerin Yvette Cooper verloren hatte. Robbins war seit 2025 in dieser Funktion tätig und zuvor als Chefverhandler für den Brexit (2017 bis 2019) bekannt geworden. Darren Jones, Starmers Chefsekretär des Schatzamtes, bezeichnete die Situation als „Versagen des Staates“ und erklärte, das Ausmaß des Problems sei für die Regierung beispiellos. Jones bestätigte zudem, dass er die Befugnis von Beamten, Empfehlungen von Sicherheitsprüfern zu übergehen, ausgesetzt habe, um eine Wiederholung zu verhindern. Downing Street teilte mit, Starmer werde am Montag vor dem Parlament erscheinen, um den Sachverhalt zu erläutern. Jones sagte gegenüber dem Sender LBC, dass die Kontroverse die Zukunft des Premierministers nicht infrage stelle; zwar sei das Verfahren zur Ernennung formal eingehalten worden, es sei jedoch fehlerhaft gewesen.„Der Premierminister ist ebenso verärgert wie alle anderen, denn er hätte erwartet ... darüber informiert zu werden, dass UK Security Vetting die Ernennung von Peter Mandelson nicht empfohlen hatte.” — Darren Jones via The Guardian Opposition fordert Untersuchung und Rücktritt wegen mutmaßlicher TäuschungDie Oppositionsführerin Kemi Badenoch, die seit November 2024 an der Spitze der Konservativen Partei steht, nannte die Dementis des Premierministers „völlig absurd“. Es sei unglaubwürdig, dass Beamte einen politischen Amtsträger, der die Sicherheitsprüfung nicht bestanden habe, ohne Wissen des Premierministers bestätigt hätten.„Wenn der Premierminister nicht weiß, was in seinem eigenen Büro vorgeht, sollte er unser Land nicht führen. Er sollte gehen.” — Kemi Badenoch via Irish ExaminerEd Davey, Vorsitzender der Liberaldemokraten, forderte den Privileges Committee auf, zu untersuchen, ob Starmer das Unterhaus durch irreführende Angaben missachtet habe. Ein solches Vergehen kann zum Rücktritt eines Ministers führen. Davey zog eine direkte Parallele zu Boris Johnson, der 2023 als Abgeordneter zurücktrat, nachdem derselbe Ausschuss festgestellt hatte, dass er das Parlament vorsätzlich getäuscht hatte. Die Liberaldemokraten kündigten an, am Montag eine Debatte im Unterhaus über die Einleitung einer solchen Untersuchung zu forcieren. Auch die Green Party und Reform UK schlossen sich den Rücktrittsforderungen an, womit der Druck über die beiden großen Parteien hinauswuchs.„Ich denke, die Beweise legen nahe, dass er das Unterhaus und die Öffentlichkeit getäuscht hat. Das verstößt gegen alle Regeln, und deshalb haben wir ihn zum Rücktritt aufgefordert.” — Ed Davey via Reuters Starmer in Paris während sich die innenpolitische Krise verschärftWährend der politische Druck in London zunahm, befand sich Starmer am Freitag in Paris, um gemeinsam mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron einen Gipfel zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus zu leiten. Die ursprünglichen Berichte des Guardian, die von der Regierung später bestätigt wurden, enthüllten, dass Mandelson Ende Januar 2025 die umfassende Sicherheitsprüfung nicht bestanden hatte. Hochrangige Beamte des Außenministeriums entschieden jedoch, das Verfahren fortzusetzen, da Starmer ihn bereits öffentlich als neuen Botschafter angekündigt hatte. Der ehemalige Außenminister David Lammy, der zum Zeitpunkt der Ernennung im Amt war, wusste Berichten zufolge ebenfalls bis Donnerstagnachmittag nichts davon, dass das Außenministerium die Sicherheitsprüfung überstimmt hatte. Starmer hatte sich zuvor für die Ernennung entschuldigt, sein eigenes Verhalten jedoch verteidigt. Er warf Mandelson eine „Kette von Täuschungen“ über dessen Verbindungen zu Epstein vor und versprach, Dokumente zur Ernennung zu veröffentlichen. Ein erster Teil dieser Dokumente, der im letzten Monat publiziert wurde, zeigte, dass Starmer bereits vor der Bekanntgabe von Mandelsons Botschafterposten vor einem „allgemeinen Reputationsrisiko“ aufgrund der Verbindung zu Epstein gewarnt worden war.Peter Mandelson ist ein langjähriger Politiker der Labour-Partei, der den Kabinetten von Tony Blair und Gordon Brown angehörte. Jeffrey Epstein, der US-Finanzier und verurteilte Sexualstraftäter, verstarb 2019. Die Frage nach Kontakten politischer Akteure zu Epstein sorgt in mehreren Ländern für anhaltende Kontroversen. Die Befugnis von Beamten des Außenministeriums, Empfehlungen von UK Security Vetting zu übergehen, wird in Berichten als äußerst selten genutztes Instrument beschrieben.Affäre um Mandelsons Sicherheitsüberprüfung — Zeitstrahl: — ; — ; — ; — ; —

Mentioned People

  • Keir Starmer — Premier Wielkiej Brytanii od 2024 roku i lider Partii Pracy
  • Peter Mandelson — Były brytyjski polityk Partii Pracy i były ambasador w Stanach Zjednoczonych
  • Olly Robbins — Stały Podsekretarz Stanu w MSZ w latach 2025–2026
  • Kemi Badenoch — Liderka opozycji i liderka Partii Konserwatywnej od listopada 2024 roku
  • Ed Davey — Lider Liberalnych Demokratów od 2020 roku
  • Darren Jones — Naczelny sekretarz skarbu i wysoki rangą minister
  • Emmanuel Macron — Prezydent Francji od maja 2017 roku

Sources: 42 articles