FC-Porto-Präsident André Villas-Boas hat in der Klubzeitschrift „Dragões“ am 28. März 2026 scharfe Vorwürfe gegen Liga Portugal erhoben. Er sprach von Entscheidungen, die seiner Darstellung nach regelmäßig denselben Klub begünstigten, und kritisierte zugleich Benfica sowie den Umgang der Disziplinarbehörde mit Sporting-Profi Luis Suárez. Porto führt die Liga Portugal Betclic derzeit mit sieben Punkten Vorsprung auf Sporting CP und Benfica.
Scharfe Kritik an der Spielansetzung
Villas-Boas wirft Liga Portugal vor, mit der Verlegung von Sporting gegen Tondela in den Titelkampf einzugreifen.
Vorwürfe gegen Disziplinarrat
Der Porto-Präsident kritisiert die Sperre gegen Luis Suárez und die Einstellung weiterer Verfahren gegen Sporting-Spieler.
Angriff auf Benfica wegen E-Mails-Affäre
Im Leitartikel greift Villas-Boas Benfica indirekt wegen alter Vorwürfe rund um die E-Mails-Affäre an.
Auch Lob für Porto und Thiago Silva
Trotz der Attacken hebt Villas-Boas die Winterzugänge, Thiago Silva und den Europacup-Erfolg hervor.
André Villas-Boas, Präsident des FC Porto, hat am 28. März 2026 in der Klubzeitschrift „Dragões“ einen kämpferischen Leitartikel veröffentlicht. Darin warf er Liga Portugal vor, das Ergebnis der portugiesischen Meisterschaft direkt zu beeinflussen, indem sie eine Partie von Sporting CP gegen Tondela verlegt habe. Zugleich griff er Benfica wegen der sogenannten E-Mails-Affäre an und kritisierte die disziplinarische Behandlung von Sporting-Stürmer Luis Suárez. Der Text war die jüngste in einer Reihe öffentlicher Interventionen von Villas-Boas über das Vereinsmedium und richtete sich gegen das, was er als Muster von Entscheidungen bezeichnete, die „scheinbar immer unbeabsichtigt dem üblichen Klub zugutekommen“. FC Porto führt die Liga Portugal Betclic derzeit mit sieben Punkten Vorsprung auf Sporting CP, das ein Spiel weniger absolviert hat, und auf Benfica. Der Leitartikel würdigte außerdem die Beiträge der Zugänge aus dem Wintertransferfenster und hob Thiago Silva hervor, der einen Karrieremeilenstein erreichte.
Verlegung von Sporting gegen Tondela sorgt für schärfste Kritik Die Verlegung der Partie zwischen Sporting CP und Tondela, ursprünglich angesetzt für den 26. Spieltag, löste bei Villas-Boas die schärfsten Formulierungen aus. Er schrieb, FC Porto habe bei der Liga um Klarstellungen zur Neuansetzung gebeten. Diese sei „einseitig und außerhalb des Zuständigkeitsbereichs der Ständigen Kommission für Kalender und Spielansetzungen, in überraschender und unbegründeter Weise“ entschieden worden und habe damit die Wettbewerbsregeln gebrochen. Die Partie ist nun für den 29. April 2026 angesetzt, allerdings nur unter der Bedingung, dass Sporting im Champions-League-Viertelfinale gegen Arsenal ausscheidet. Sollte Sporting ins Halbfinale einziehen, will die Liga einen anderen Termin bekanntgeben. Villas-Boas wies das Argument zurück, die Verlegung sei wegen der 72-Stunden-Regel für die Erholungszeit zwischen zwei Spielen gerechtfertigt gewesen. „Es geht nicht mehr nur darum, die sportliche Wahrheit zu verletzen: Es geht darum, das Endergebnis der Meisterschaft direkt zu beeinflussen, sowohl im Kampf um das Podium als auch im Kampf gegen den Abstieg” — André Villas-Boas via JN Er hatte argumentiert, der frühestmögliche Termin sei der 1. April gewesen. Dann hätte Sporting am 4. April gegen Santa Clara spielen und am 7. April gegen Arsenal antreten können, wobei die Ruhezeit eingehalten worden wäre. Dieser Lösung habe der Klub Berichten zufolge nicht zugestimmt.
Suárez-Geste bringt nur ein Spiel Sperre, Porto-Präsident widerspricht Villas-Boas übte auch deutliche Kritik am Disziplinarrat des FPF wegen des Umgangs mit Vorfällen um Sporting-Spieler. Der Rat verhängte gegen Sporting-Stürmer Luis Suárez eine Sperre von einem Spiel, nachdem dieser im Hinspiel des portugiesischen Pokal-Halbfinals zwischen Sporting und FC Porto eine Geste gezeigt hatte, die gemeinhin mit Diebstahl in Verbindung gebracht wird und sich gegen Schiedsrichter Cláudio Pereira richtete. Sporting gewann die Partie mit 1:0. Villas-Boas merkte an, die Sperre sei „fast bequem auf das erste Spiel nach der Länderspielpause abgestimmt“ gewesen. Er verwies darauf, dass Suárez mit der kolumbianischen Nationalmannschaft im Einsatz gewesen sei, erst am 1. April in Lissabon zurückerwartet werde und gegen Santa Clara am 3. April ohnehin wahrscheinlich nicht über 90 Minuten einsatzfähig wäre. Der Rat stellte zudem Verfahren wegen mutmaßlicher Angriffe von Suárez auf Verteidiger Jan Bednarek und von Sporting-Kapitän Morten Hjulmand auf Tiago Galletto von AVS SAD ein, nachdem die Schiedsrichterteams bestätigt hatten, die Vorfälle gesehen zu haben, sie aber nicht für disziplinarisch relevant hielten. „Die Pamphletisten im Dienst des grünen Umhangs haben keine Zeit verloren, den besten portugiesischen Schiedsrichter empört ins Visier zu nehmen, in einem klaren Versuch, die ‚Diebstahl‘-Gesten des Spielers gegenüber Schiedsrichter Cláudio Pereira zu verharmlosen, der Alvalade mit dem Etikett eines Diebes und mit einer Glasflasche auf dem Kopf verließ” — André Villas-Boas via SAPO Villas-Boas erwähnte außerdem einen separaten Vorfall, bei dem Suárez in Alverca wegen einer Schwalbe die Gelbe Karte gesehen hatte. Seine anschließende Entschuldigung stellte er positiv dem gegenüber, was er als Hjulmands fehlende „Würde auf den Azoren“ beschrieb.
Priester, Messen und die E-Mails-Affäre: Porto attackiert Benfica Im Abschnitt über Benfica reagierte Villas-Boas auf das Schreiben des Klubs vom 20. März 2026 an den Disziplinarrat des FPF. Benfica hatte darin gefordert, im Zusammenhang mit der E-Mails-Affäre gegen FC Porto sportliche Sanktionen zu verhängen. Der Klub hatte in einer öffentlichen Mitteilung erklärt, dass zwischen April 2017 und Februar 2018 der damalige Kommunikationsdirektor des FC Porto offizielle Vereinskanäle genutzt habe, um angeblich rechtswidrig beschaffte Inhalte zu verbreiten, mit denen Benfica Korruption und Schiedsrichtermanipulation vorgeworfen worden sei. Benfica erklärte, diese Vorwürfe seien später vor Gericht als falsch erwiesen worden. Villas-Boas nannte Benfica nicht direkt, sondern sprach von einem „portugiesischen Sportverein, der dafür bekannt ist, ‚Priester‘ zu engagieren, damit sie bei Sportveranstaltungen ‚Messen‘ lesen“. Die Anspielung wurde weithin als Bezug auf die E-Mails-Affäre verstanden. „FC Porto wünscht der Justiz viel Glück bei dem Versuch, die Wahrheit der Fakten nachzuweisen, entsprechend der Schwere des Inhalts, denn die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein gewisser Gonçalves als Sündenbock anbietet, ist extrem hoch” — André Villas-Boas via SAPO Die Nennung von „Gonçalves“ wurde als Anspielung auf Paulo Gonçalves verstanden, eine Figur, die zuvor mit der E-Mails-Affäre in Verbindung gebracht worden war. Villas-Boas schloss seinen Leitartikel mit einem positiveren Ton. Er lobte die Verstärkungen aus dem Winter, nannte Oskar, Fofana und Moffi ausdrücklich und hob Thiago Silva hervor, der im Trikot von Porto die Marke von 1000 (Karrierespiele) — Karrierespielen erreichte. Außerdem würdigte er das Team von Trainer Farioli für den Einzug ins Viertelfinale der Europa League nach dem Sieg über Stuttgart und bezeichnete den März als „intensiv, schwierig und mit Auszeichnung bewältigt“.
Mentioned People
- André Villas-Boas — 32. prezes Futebol Clube do Porto
- Luis Suárez — napastnik Sportingu CP i reprezentant Kolumbii
- Morten Hjulmand — pomocnik Sportingu CP
- Thiago Silva — doświadczony obrońca FC Porto
- Jan Bednarek — profesjonalny piłkarz związany z incydentem dyscyplinarnym
Sources: 11 articles
- André Villas-Boas muito crítico com o adiamento do Sporting x Tondela: "Um dos mais recentes escândalos que abalam a Liga Portugal" (SAPO)
- Villas-Boas acusa direção da Liga de "influir o desfecho do campeonato" (Correio da Manha)
- Villas-Boas e o alegado roubo de Luis Suárez: "O árbitro saiu de Alvalade com rótulo de ladrão e com uma garrafa de vidro na cabeça" (JN)
- André Villas-Boas ataca o Benfica, fala em "padres" que rezam "missas" e lembra Paulo Gonçalves (JN)
- "Uma associação... conhecida por contratar 'padres'" - o ataque de Villas-Boas (SAPO)
- Villas-Boas volta a disparar com estrondo contra Sporting e Benfica (SAPO)
- Villas-Boas, "a sonsice" e a "mentira" sobre o Sporting-Tondela: "É influir diretamente no desfecho final do campeonato" (SAPO)
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- Villas-Boas 'ataca' Benfica: as "missas", os "padres" e as "probabilidades de aparecer um Gonçalves qualquer" (SAPO)