Das Schulplanetarium an der Albert-Schweitzer-Oberschule in Chemnitz nimmt am Samstag, 28. März 2026, nach fast einjähriger Schließung den Betrieb wieder auf. Anlass ist der bundesweite Tag der Astronomie, zu dem die Stadt Chemnitz ab 17.00 Uhr ein öffentliches Programm angekündigt hat. Künftig soll die Einrichtung nicht mehr nur schulintern genutzt werden, sondern als außerschulischer Lernort allen Chemnitzer Schulen offenstehen.

Wiedereröffnung nach fast einem Jahr

Das Planetarium an der Albert-Schweitzer-Oberschule in Chemnitz öffnet am 28. März 2026 wieder. Zuvor war die Einrichtung wegen Lehrkräftemangels fast ein Jahr geschlossen.

Neues Modell mit externem Personal

Der Betrieb soll künftig als außerschulischer Lernort laufen. Drei externe Beschäftigte auf Honorarbasis und Thomas Weisbach tragen die Arbeit.

Stadt stellt Mittel bereit

Chemnitz hat im Doppelhaushalt 40.000 Euro für das neue Personalkonzept eingeplant. Zusätzlich gibt es pro Jahr Geld für Material, Wartung und Software.

Mehr Veranstaltungen geplant

Die Stadt rechnet mit mindestens 300 Veranstaltungen pro Jahr. Vor der Schließung lag die Zahl bei weniger als 150.

Signal über Chemnitz hinaus

Auch andere Schulplanetarien in Sachsen stehen unter Druck. Die Wiedereröffnung könnte für ähnliche Einrichtungen in Deutschland als Beispiel dienen.

Das Schulplanetarium an der Albert-Schweitzer-Oberschule in Chemnitz nimmt am Samstag, 28. März 2026, nach fast einjähriger Schließung den Betrieb wieder auf. Grund für die Pause war ein Lehrkräftemangel. Die Wiedereröffnung fällt mit dem bundesweiten Tag der Astronomie zusammen, und die Stadt Chemnitz hat die Öffentlichkeit zu einem Programm ab 17.00 Uhr eingeladen. Die Einrichtung, die einen künstlichen Sternenhimmel auf eine Kuppel projiziert und dazu altersgerechte Vorträge anbietet, soll vom schulgebundenen Betrieb zu einem außerschulischen Lernort für alle Chemnitzer Schulen werden. Thomas Weisbach, ein Physik- und Mathematiklehrer, der das Planetarium seit fast 30 Jahren leitet, wird den Betrieb zusammen mit drei externen Mitarbeitenden auf Honorarbasis wieder aufnehmen. „Wir arbeiten alle in Vollzeit und müssen sehen, wie das Projekt anläuft.” — Thomas Weisbach via N-tv

Stadthaushalt stellt 40.000 Euro bereit, damit die Sterne weiter leuchten Die Stadt Chemnitz hat in ihrem aktuellen Doppelhaushalt Mittel für das neue Personalkonzept eingeplant. Das Geld fließt vor allem an die drei externen Beschäftigten auf Honorarbasis. Zusätzlich sind pro Jahr Gelder für Unterrichts- und Lehrmaterialien, die Wartung der Technik und Software vorgesehen. Die Finanzierungsstruktur steht für einen breiteren Wandel bei der Organisation der Einrichtung. Sie soll sich damit weniger auf an der Schule angestellte Lehrkräfte stützen und stattdessen ein Modell erhalten, das unabhängig von dem Lehrkräftemangel an Sachsens Schulen funktionieren kann. Weisbach erklärte, das Planetarium sei über die Jahre immer weiter aus dem Stundenplan gedrängt worden. „Es fielen immer mehr Stunden weg. In Zeiten des Lehrermangels wird sich das nicht ändern.” — Thomas Weisbach via N-tv Die Stadt bestätigte die Angaben auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Stadt rechnet mit mehr als einer Verdopplung der Veranstaltungen Mit der neuen Personalregelung erwartet Chemnitz nun mindestens 300 (Veranstaltungen pro Jahr) — jährliche Veranstaltungen als Ziel der Stadt. Das wäre mehr als doppelt so viel wie vor der Schließung. Vor dem Stillstand nutzten nach Angaben Weisbachs jährlich rund 5.000 Schülerinnen und Schüler die Einrichtung. Das sei ein Beleg für die anhaltende Nachfrage in der Region. Trotz der fast einjährigen Unterbrechung kamen nach seinen Angaben weiterhin wöchentlich Anfragen aus Schulen in Chemnitz und dem Umland. Eine Rückkehr zum regulären Unterrichtsbetrieb ist für das neue Schuljahr im Herbst 2026 geplant, sobald alle Beschäftigten an der Technik geschult sind. „Dann sollten alle geschult sein und wissen, wie die Technik zu bedienen ist.” — Thomas Weisbach via N-tv Vorgesehen sind Live-Vorträge für verschiedene Altersgruppen zu Themen rund um den Weltraum und Himmelskörper sowie Beobachtungen durch die Sternwarte auf dem Schuldach.

Schulplanetarium in Chemnitz: Vor und nach der Wiedereröffnung: Betriebsmodell (before: schulgebunden, von Lehrkräften geleitet, after: außerschulischer Lernort, externe Kräfte auf Honorarbasis); Veranstaltungen pro Jahr (before: weniger als 150 (Stand vor der Schließung), after: mindestens 300 als Ziel); Budget für Personal (before: kein eigener Etat für externe Kräfte, after: 40.000 Euro im Doppelhaushalt); Voller Unterrichtsbetrieb (before: ausgesetzt (Schließung rund ein Jahr), after: ab Herbst 2026 erwartet)

Sachsens Netz von Schulsternwarten steht unter ähnlichem Druck Das Chemnitzer Planetarium ist im Bildungsbereich Sachsens kein Einzelfall. Nach Angaben des sächsischen Kultusministeriums betreiben mehrere Schulen im Freistaat ein Planetarium oder eine Schulsternwarte, darunter das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Löbau und das Siemens-Gymnasium in Großenhain. In Radebeul arbeiten Schulen aus der Umgebung mit der dortigen Sternwarte zusammen und bieten Vorträge, Beobachtungen und Projekte in Kooperation mit wissenschaftlichen Instituten an. Die Chemnitzer Einrichtung besteht nach Weisbachs Angaben in ihrer heutigen Form seit 1981 und blickt damit auf eine mehr als vierzigjährige Geschichte als Bildungsangebot zurück. Thomas Weisbach besuchte das Planetarium der Albert-Schweitzer-Oberschule erstmals 1981, als Chemnitz noch Karl-Marx-Stadt hieß, den Namen trug die Stadt von 1953 bis zur deutschen Wiedervereinigung 1990. Die Einrichtung projiziert einen künstlichen Sternenhimmel auf eine Kuppel und verfügt außerdem über eine Sternwarte auf dem Dach für direkte Himmelsbeobachtungen. Der Tag der Astronomie ist eine jährliche deutsche Veranstaltung, die das öffentliche Interesse an der Astronomie fördern soll. Die Wiedereröffnung des Chemnitzer Planetariums gilt damit auch als Modell für andere Betreiber eines Schulplanetariums in Deutschland, während der Lehrkräftemangel weiter außerschulische Naturwissenschaftsangebote belastet.

Mentioned People

  • Thomas Weisbach — Nauczyciel fizyki i matematyki oraz wieloletni kierownik planetarium przy Albert-Schweitzer-Oberschule

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