In den USA und in vielen Städten weltweit sind am Samstag, 28. März 2026, Hunderttausende Menschen gegen die Regierung von Präsident Donald Trump auf die Straße gegangen. Es war die dritte landesweite Protestwelle unter dem Motto „No Kings“. Nach Angaben der Organisatoren waren mehr als 3.300 Veranstaltungen in allen 50 Bundesstaaten geplant, dazu 39 Kundgebungen im Ausland.

Dritte landesweite Protestwelle

Am 28. März 2026 fanden nach Angaben der Organisatoren mehr als 3.300 Veranstaltungen in allen 50 Bundesstaaten und 39 Kundgebungen im Ausland statt.

Krieg und Lebenshaltungskosten als Auslöser

Die Teilnehmenden nannten den Krieg in Iran, steigende Benzinpreise, Einwanderungseinsätze und höhere Lebenshaltungskosten als Hauptgründe.

Regierung und Republikaner weisen Vorwürfe zurück

Das Weiße Haus sprach von „links finanzierten Netzwerken“, während Trumps Verbündete die Bewegung als anti-amerikanisch darstellten.

Hunderttausende Menschen sind am Samstag, 28. März 2026, in den Vereinigten Staaten und in Dutzenden Städten weltweit auf die Straße gegangen, als dritte Auflage der landesweiten Proteste „No Kings“ gegen die Regierung von Präsident Donald Trump. Die Organisatoren, darunter Our Revolution und Indivisible, erklärten, mehr als 3.300 Veranstaltungen seien in allen 50 Bundesstaaten geplant gewesen, von Kotzebue in Alaska bis Puerto Rico. Hinzu kamen 39 internationale Kundgebungen in Städten wie Paris, Amsterdam, Rom, London und Porto. Die Demonstrierenden nannten vor allem den anhaltenden Krieg in Iran, Einsätze der bundesstaatlichen Einwanderungsbehörden, stark gestiegene Benzinpreise und die höheren Lebenshaltungskosten als Gründe für ihren Protest. Die Organisatoren bezeichneten den Tag als „den größten Protesttag in der Geschichte der USA“ und setzten sich ein Ziel von mehr als 9 Millionen Teilnehmenden. Als Maßstab nannten sie die rund 7 Millionen Menschen, die nach ihren Angaben im Oktober 2025 bei der vorangegangenen Auflage dabei gewesen waren.

Demo in den Twin Cities erinnert an zwei von Bundesbeamten getötete Protestierende Die Twin Cities Minneapolis und St. Paul bildeten einen Schwerpunkt der Proteste. Tausende versammelten sich am State Capitol in St. Paul, um an Renee Good und Alex Pretti zu erinnern, zwei Protestierende, die während monatelanger Abschiebungs- und Einwanderungseinsätze in der Region von Bundesbeamten getötet worden waren. Die Menschen zogen an einem windigen und kalten Tag in geordneten Gruppen zum Kapitol, trugen Flaggen von Minnesota und den Vereinigten Staaten, riefen Parolen und sangen. In Washington, D.C., überquerten Tausende eine Brücke über den Potomac River aus Arlington in Virginia, um das Lincoln Memorial und die National Mall zu füllen, einen Ort historischer Bürgerrechtsdemonstrationen. Dort waren Plakate und Figuren zu sehen, die sich gegen Trump, Vizepräsident JD Vance und andere Vertreter der Regierung richteten. In New York zog sich der Marsch von der Nähe des Central Park bis zum Times Square. Dort trugen Protestierende Schilder mit der Aufschrift „Impeachment now!“, „Save Congress, defend the Constitution, vote Democratic“ und „Abolish the anti-immigration police now!“. In Little Rock, Arkansas, marschierten mehr als 2.000 Menschen über den Arkansas River, während in Portland, Oregon, Hunderte an Kreuzungen standen. In San Diego, Kalifornien, zeigte Luftaufnahmen eine dichte Menschenmenge, die die Straßen füllte. In Montclair, New Jersey, kamen mehrere Tausend im Brookdale Park zu Reden, Protestliedern und Sprechchören zusammen. Die Atmosphäre blieb ruhig, und die Polizeipräsenz war währenddessen gering.

„Kein Land kann ohne die Zustimmung der Bevölkerung regieren. Es ist nicht normal. Es ist nicht in Ordnung.” — Marc McCaughey via Deutsche Welle

„Ich hätte nie gedacht, dass ich in diesem Alter noch auf die Straße gehen müsste, um gegen den Faschismus zu protestieren. Das ist nicht mehr unser Amerika.” — Ellen via Observador

Krieg in Iran und Benzinpreise treiben Proteste in republikanische Gebiete Der Krieg in Iran, der am 28. Februar 2026 begann, prägte die Demonstrationen deutlich. Organisatoren wie Protestierende verwiesen auf den Konflikt als Auslöser einer globalen Energiekrise, gestörter Lieferketten bei Lebensmitteln und fallender Aktienkurse, wie die New York Times berichtete. Joseph Geevarghese, der Geschäftsführer von Our Revolution, sagte, die Bewegung breite sich in republikanische Bundesstaaten und ländliche Regionen aus, weil der Widerstand gegen Trumps Entscheidung, gegen Iran in den Krieg zu ziehen, wachse. „Trump regiert nicht nur autoritär, er treibt auch ein System voran, in dem Krieg, wirtschaftliche Macht und politische Korruption eng miteinander verflochten sind.” — Joseph Geevarghese via Financial Times News In Montclair bezeichnete James Barnes, ein Rentner, den Krieg als „idiotisch“ und sagte, es scheine keinen Plan zu geben. Er bezog sich dabei auf einen Angriff auf die Shajerej Tayyebeh Girls School in Minab, bei dem Iran zufolge 175 Menschen getötet worden seien. Eine am Dienstag veröffentlichte Reuters/Ipsos-Umfrage ergab, dass Trumps Zustimmungswert auf 36 Prozent gefallen sei, der niedrigste Wert seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus. Nur 35 Prozent der Befragten befürworteten demnach die US-Angriffe auf Iran. Analysten verwiesen auf den Krieg, steigende Benzinpreise, die Schwankungen an den Aktienmärkten und das harte Vorgehen gegen Migration als Risiken für die Republikanische Partei vor den Zwischenwahlen im November.

36 (Prozent) — Zustimmungswert für Trump, niedrigster seit seiner Rückkehr ins Amt

Protestbewegung ‚No Kings‘ — wichtige Daten: — ; — ; —

Weißes Haus weist Kundgebungen als „links finanzierte Netzwerke“ zurück Das Weiße Haus wies die Proteste zurück. Sprecherin Abigail Jackson bezeichnete sie als Produkt von „links finanzierten Netzwerken“ mit kaum echter Unterstützung in der Bevölkerung. Auch das National Republican Congressional Committee kritisierte die Kundgebungen scharf. Verbündete Trumps stellten die Bewegung als „anti-amerikanische“ Initiative dar. Die Proteste fanden vor dem Hintergrund eines teilweisen Regierungsstillstands statt, der aus einem Patt im Kongress über die Finanzierung der Einwanderungsdurchsetzung durch das Department of Homeland Security entstanden war. Dadurch kam es an Sicherheitskontrollen an Flughäfen zu Wartezeiten von mehreren Stunden, nachdem viele unbezahlt arbeitende Sicherheitskräfte nicht mehr zur Arbeit erschienen waren. Trump kündigte am Donnerstag an, diese Beschäftigten über eine alternative Finanzierungsquelle zu bezahlen. Die eigene Website der Bewegung formulierte den Protest in klaren Worten: „Trump will über uns herrschen wie ein Tyrann. Aber das ist Amerika, und die Macht gehört den Menschen — nicht angehenden Königen oder ihren milliardenschweren Kumpanen.“ Internationale Solidaritätskundgebungen reichten bis nach Porto. Dort versammelten sich etwa 200 amerikanische Einwohner vor dem Rathaus zu einer Aktion mit dem Titel „No Tyrants! (No Kings!)“. Organisiert wurde sie von Indivisible Porto, einer Gemeinschaft amerikanischer Freiwilliger, die sich dem Schutz und der Förderung der Demokratie verschrieben hat.

Die Bewegung „No Kings“ entstand 2025 nach Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus für eine zweite Amtszeit im Januar 2025. Die erste Protestauflage fand im Juni 2025 statt und fiel mit einer von Trump in Washington angesetzten Militärparade zur Feier des 250. Jahrestags der US-Armee zusammen, der zugleich auf seinen 79. Geburtstag fiel. Im Oktober 2025 folgte eine zweite Runde, bei der die Organisatoren rund 7 Millionen Teilnehmende meldeten. Die Bewegung stützt sich auf ein breites Bündnis zivilgesellschaftlicher Gruppen, darunter Our Revolution — eine Organisation, die aus Bernie Sanders' Präsidentschaftskampagne 2016 hervorging — sowie Indivisible, ein landesweites Basisnetzwerk.

Mentioned People

  • Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
  • JD Vance — 50. wiceprezydent Stanów Zjednoczonych
  • Joseph Geevarghese — dyrektor wykonawczy Our Revolution
  • Bernie Sanders — senator Stanów Zjednoczonych z Vermont
  • Benjamin Netanyahu — premier Izraela

Sources: 24 articles