Die Vereinigten Staaten und Israel haben nach iranischen Angaben am 27. März 2026 zwei Nuklearanlagen in Zentraliran getroffen. Betroffen waren eine Uranverarbeitungsanlage in Ardakan und der Schwerwasserreaktor Chondab bei Arak. Zugleich verlängerte Donald Trump ein Ultimatum an Iran bis zum 6. April.
Zwei Anlagen in Zentraliran getroffen
Nach Angaben iranischer Stellen wurden in Ardakan und bei Arak zwei Nuklearanlagen angegriffen. Eine radioaktive Freisetzung wurde nicht gemeldet.
Trump verschiebt Frist bis 6. April
Der US-Präsident verlängerte ein Ultimatum zu iranischen Energieanlagen um zehn Tage bis zum 6. April 2026, 20 Uhr Eastern Time.
Hackerangriff auf FBI-Direktor Kash Patel
Mit Iran in Verbindung gebrachte Hacker veröffentlichten angebliche E-Mails aus Patels Postfach. Das Justizministerium bestätigte den Angriff.
Die Vereinigten Staaten und Israel haben am 27. März 2026 nach Angaben iranischer Staatsmedien und der Iranischen Atomenergieorganisation zwei iranische Nuklearanlagen in Zentraliran angegriffen und dabei ein Uranverarbeitungswerk in Ardakan sowie den Schwerwasserreaktor Chondab bei der Stadt Arak getroffen. Die Anlage in Ardakan, in der Uranoxid verarbeitet wird, sei nach Angaben der iranischen Behörden „vor wenigen Minuten vom amerikanisch-zionistischen Feind ins Visier genommen“ worden, hieß es in einer auf Telegram veröffentlichten Mitteilung. Der Reaktor Chondab, früher als Anlage Arak bekannt, sei in zwei Wellen beschossen worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf die Verwaltung der Provinz Markazi. Sowohl iranische Behörden als auch die IAEO hätten laut AFP bestätigt, dass bei keinem der beiden Angriffe radioaktives Material freigesetzt worden sei. Auch Verletzte habe es nach Angaben iranischer Staatsmedien an beiden Orten nicht gegeben. Das israelische Militär hatte Bewohner der nordwestiranischen Stadt Arak zuvor aufgerufen, Schutz zu suchen, und vor bevorstehenden Angriffen auf nahegelegene militärische Infrastruktur gewarnt, obwohl die IDF den Angriff zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch nicht formell bestätigt hatte.
Natanz bereits getroffen, Atomprogramm ist erklärtes Kriegsziel Die Angriffe auf Ardakan und Chondab folgen einem früheren Angriff auf das Atomkraftwerk Natanz, das nach mehreren Berichten sowohl oberirdische als auch unterirdische Anlagen zur Urananreicherung umfasst. Der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, hat die Zerstörung des iranischen Atomprogramms öffentlich als eines der erklärten Kriegsziele genannt. Der Krieg läuft seit rund vier Wochen, nachdem er am 28. Februar 2026 begonnen hatte. Der Konflikt zielt systematisch auf Irans sensibelste nukleare Infrastruktur, wobei jeder weitere Schlag tiefer in die atomare Lieferkette des Landes greift, von der Anreicherung in Natanz über die Umwandlung in Ardakan bis zur Schwerwasserproduktion in Chondab. Iranische Staatsmedien und die mit den Islamische Revolutionsgarde verbundene Nachrichtenagentur Fars sind die wichtigsten Quellen für Informationen über die Angriffe, da die IDF keine formelle Bestätigung abgegeben hat. Kurz nach den Angriffen verbreitete Bilder in sozialen Medien zeigten angeblich eine Explosion und ein Feuer an der Anlage in Arak; Reuters konnte diese Aufnahmen jedoch nicht unabhängig verifizieren.
Wichtige Ereignisse im US-israelischen Krieg gegen Iran: — ; — ; — ; —
Trump verlängert Ultimatum für Energieanlagen bis zum 6. April Trump hat Iran am Donnerstag ein Ultimatum verlängert und laut einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social „die Frist für die Zerstörung von Energieanlagen um zehn Tage bis Montag, den 6. April 2026, um 20 Uhr Eastern Time ausgesetzt“. Trump begründete die Verlängerung mit der Aussage, die Verhandlungen mit Iran verliefen „sehr gut“, obwohl Teheran bestritten hat, dass direkte Gespräche mit den Vereinigten Staaten stattfänden. Das Ultimatum bezog sich ursprünglich auf die Öffnung der Straße von Hormus; Trump hatte damit gedroht, iranische Kraftwerke zu bombardieren, falls die Wasserstraße nicht geöffnet werde. Die Frist hatte er zunächst an einem Samstag gesetzt, dann am folgenden Montag um fünf Tage verlängert und auf Wunsch Irans schließlich um weitere zehn Tage ausgedehnt. Die Lücke zwischen Trumps Darstellung der Gespräche und Teherans Dementi direkter Kontakte verdeutlicht die umstrittene diplomatische Lage rund um den Konflikt.
10 (Tage) — Verlängerung des Ultimatums für Irans Energieanlagen
Iran zugeschriebene Hacker dringen in persönliches E-Mail-Konto von FBI-Chef ein Mit Iran in Verbindung gebrachte Hacker, die unter dem Namen Hanadala auftreten, erklärten öffentlich, sie hätten das persönliche E-Mail-Postfach des FBI-Direktors Kash Patel gehackt und Bilder des Direktors sowie seinen angeblichen Lebenslauf online gestellt. Ein Vertreter des US-Justizministeriums bestätigte Reuters, dass Patels E-Mails gehackt worden seien, wollte dies aber nicht weiter erläutern. Das FBI reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Reuters konnte die von Hanadala veröffentlichten E-Mails nicht verifizieren; ein von der Nachrichtenagentur eingesehener Ausschnitt des Materials schien jedoch eine Mischung aus privater und geschäftlicher Korrespondenz aus den Jahren 2010 bis 2019 zu enthalten. Der Hack ist für die Vereinigten Staaten ein erheblicher nachrichtendienstlicher Rückschlag in einer Phase, in der das Land militärisch gegen Iran vorgeht. Unabhängig davon wies der US-Außenminister Marco Rubio eine Aussage des ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelenskyy zu US-Forderungen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg als „Lüge“ zurück, wie WirtschaftsWoche berichtete. Der genaue Inhalt von Zelenskyys Aussage und der präzise Kontext von Rubios Reaktion wurden in den verfügbaren Quellen nicht genannt.
Der Schwerwasserreaktor Arak, der heute als Chondab bekannt ist, war mehr als ein Jahrzehnt lang ein zentraler Streitpunkt in den internationalen Verhandlungen über Irans Atomprogramm. Die Anlage war Gegenstand des Gemeinsamen Umfassenden Aktionsplans von 2015, in dem Iran zusagte, den Reaktor so umzubauen, dass seine Fähigkeit zur Produktion von waffenfähigem Plutonium begrenzt wird. Die Uranumwandlungsanlage in Ardakan ist Teil der breiteren Infrastruktur des iranischen Brennstoffkreislaufs und verarbeitet Yellowcake-Uranoxid als frühen Schritt der Brennstoffproduktion. Der Anreicherungsverbund in Natanz, der zu Beginn des aktuellen Konflikts getroffen wurde, gilt seit Langem als Herzstück des iranischen Urananreicherungsprogramms und war bereits zuvor Ziel des Stuxnet-Cyberangriffs, der den Vereinigten Staaten und Israel zugeschrieben wird.
Mentioned People
- Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
- Kash Patel — dyrektor Federalnego Biura Śledczego
- Marco Rubio — 72. sekretarz stanu Stanów Zjednoczonych i pełniący obowiązki doradcy ds. bezpieczeństwa narodowego
- Volodymyr Zelenskyy — prezydent Ukrainy
Sources: 10 articles
- Liveblog Iran-Krieg: Angeblich verletzte US-Soldaten nach Angriff auf Militärbasis (Frankfurter Allgemeine)
- Iran-Krieg: Rubio nennt Selenskyj-Äußerung zu US-Forderung "eine Lüge" (Wirtschafts Woche)
- Keine Radioaktivität ausgetreten: Iran meldet Angriffe auf Reaktor und Uran-Anlage (N-tv)
- Iran-Krieg im Liveticker: +++ 18:31 Wadephul: USA fordern vor Kriegsende keinen militärischen Beitrag von uns +++ (N-tv)
- Iran-Krieg im Liveticker: +++ 18:06 Britischer Kraftstoffhändler räumt lokale Lieferengpässe ein +++ (N-tv)
- Angriffe auf Atomanlagen im Iran: Schwerwasser-Reaktor Chondab offenbar getroffen (Berliner Zeitung)
- Iran meldet Angriff auf Schwerwasserreaktor und Uran-Aufbereitungsanlage (stern.de)
- Krieg in Nahost: ++ Iranische Staatsmedien melden Angriff auf Nuklearanlage ++ Liveticker - WELT (DIE WELT)
- Iranische Staatsmedien: Schwerwasserreaktor getroffen (20 Minuten)
- Iran meldet Angriff auf Atomanlage Chondab (newsORF.at)