Wiesław Myśliwski, einer der bedeutendsten Prosaschriftsteller Polens und zweifacher Träger des Nike Literary Award, ist am 29. März 2026 in Warschau im Alter von 94 Jahren gestorben. Sein Tod wurde vom Book Institute und der katholischen Wochenzeitung Tygodnik Powszechny bekanntgegeben. Myśliwski galt als einer der wichtigsten literarischen Chronisten des polnischen Dorfes und der bäuerlichen Erfahrung.
Tod in Warschau
Wiesław Myśliwski starb am 29. März 2026 in Warschau im Alter von 94 Jahren. Sein Tod wurde vom Book Institute und von Tygodnik Powszechny bekanntgegeben.
Bedeutung für die polnische Literatur
Myśliwski galt als wichtiger Chronist des polnischen Dorfes und der bäuerlichen Erfahrung. Seine Romane wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt.
Zweimal mit dem Nike ausgezeichnet
Für "Widnokrąg" und "Traktat o łuskaniu fasoli" erhielt er den Nike Literary Award. Er war der erste zweifache Preisträger des Preises.
Langsames, präzises Arbeiten
Myśliwski schrieb mit Bleistift, überarbeitete seine Texte vielfach und veröffentlichte neue Romane im Schnitt nur alle zehn Jahre.
Breite Würdigung nach seinem Tod
Politiker, Journalisten und Schriftsteller würdigten ihn parteiübergreifend und hoben seine literarische Eigenständigkeit hervor.
Wiesław Myśliwski, einer der bedeutendsten Prosaschriftsteller Polens und zweifacher Träger des Nike Literary Award, ist am 29. März 2026 in Warschau im Alter von 94 Jahren gestorben. Sein Tod wurde vom Book Institute und der katholischen Wochenzeitung Tygodnik Powszechny bekanntgegeben. Myśliwski wurde am 25. März 1932 in Dwikozy bei Sandomierz in der Region Świętokrzyskie geboren und lebte als Erwachsener stets mit Warschau verbunden. Er galt weithin als der herausragende literarische Chronist des polnischen Dorfes und der bäuerlichen Lebenswelt, dessen Romane über den regionalen Stoff hinaus Fragen nach Erinnerung, Schicksal und menschlicher Existenz aufwarfen. Seine Werke wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt, darunter Englisch, Deutsch, Französisch, Arabisch, Hebräisch und Georgisch.
Myśliwski studierte Polonistik an der Katholischen Universität Lublin und schloss das Studium 1956 ab. Anschließend arbeitete er als Lektor bei Ludowa Spółdzielnia Wydawnicza. Sein literarisches Debüt gab er 1967 mit dem Roman "Nagi sad", den Kritiker sofort wegen seiner ungewöhnlichen Reife hervorhoben. Zwischen 1975 und 1990 leitete er die Redaktion der Vierteljahresschrift "Regiony" und redigierte außerdem die Kultur-Zweimonatsschrift "Sycyna". Bekannt war er für einen außergewöhnlich langsamen und sorgfältigen Schreibprozess. Er veröffentlichte seine Romane im Durchschnitt nur alle zehn Jahre und arbeitete mit Bleistift statt am Computer. Ehrendoktorwürden erhielt er 2009 von der Universität Opole und 2022 von der Jagiellonen-Universität.
Myśliwskis literarisches Werk umspannte sechs Jahrzehnte und umfasste Romane, Theaterstücke und Essays, die immer wieder aus der Welt des polnischen Dorfes und seiner Wandlungen im 20. Jahrhundert schöpften. Sein Roman "Kamień na kamieniu" aus dem Jahr 1984 begründete seinen besonderen Rang in der polnischen Literatur. "Widnokrąg", erschienen 1996, brachte ihm den Nike-Award ein. "Traktat o łuskaniu fasoli", 2006 veröffentlicht, wurde mit einem zweiten Nike ausgezeichnet, womit er der erste Schriftsteller war, der den Preis zweimal gewann. Sein letzter Roman, "Ucho igielne", erschien 2018. Die Idee zu "Traktat o łuskaniu fasoli" begleitete den Autor 40 Jahre lang, bevor er sie zu Papier brachte. Seine Werke regten zahlreiche Theater- und Verfilmungen an, darunter eine Fernsehadaption von "Widnokrąg" unter der Regie von Izabella Cywińska sowie eine Verfilmung von "Klucznik" mit Tadeusz Łomnicki.
Wiesław Myśliwski — wichtige Daten: — ; — ; — ; — ; — ; —
Politiker und Schriftsteller würdigen ihn parteiübergreifend Vertreter aus dem gesamten politischen Spektrum würdigten Myśliwski in den Stunden nach der Todesmeldung. Der Sejm-Marschall Włodzimierz Czarzasty beschrieb den Autor als jemanden, der „nicht in die Zeit gepasst“ habe. Er verwies darauf, dass Myśliwski langsam, mit Bleistift, geschrieben, seine Texte immer wieder überarbeitet und nie einen Computer benutzt habe. „Wir können viel aus seiner Prosa lernen. Bescheidenheit, Konzentration und Geduld in unseren heutigen verrückten Zeiten” — Włodzimierz Czarzasty via Polska Agencja Prasowa Kulturministerin Marta Cienkowska erinnerte daran, dass Myśliwski zu den Autoren gehört habe, die „von aufeinanderfolgenden Generationen in aller Welt aufmerksam gelesen“ worden seien. Die Veröffentlichung jedes seiner Bücher sei „fast ein literarischer Feiertag“ gewesen. Warschaus Bürgermeister Rafał Trzaskowski wies darauf hin, dass der Schriftsteller Ehrenbürger Warschaus gewesen sei und trotz seiner Geburt in Dwikozy sein gesamtes Erwachsenenleben mit der Hauptstadt verbunden gewesen sei. Der Journalist und Schriftsteller Mariusz Szczygieł äußerte sich persönlich und sagte, Myśliwskis geistige Präsenz habe ihn stets mit Ehrfurcht erfüllt. „Niemand hat mir so sehr Respekt eingeflößt wie Herr Wiesław. Wenn Frau Hanna uns zu einem Weihnachtsessen einlud und sagte, dass die Myśliwskis kommen würden, suchte ich Ausreden, aus Angst, die Mittelmäßigkeit meines Intellekts könnte sich in seiner Gegenwart auf unangemessene Weise zeigen” — Mariusz Szczygieł via Polska Agencja Prasowa
Ein Autor, der bäuerliches Schicksal in universelle Literatur überführte Myśliwskis literarische Leistung beruhte auf seiner Fähigkeit, die konkrete Welt des polnischen Dorfes in ein Medium universeller moralischer und philosophischer Fragen zu verwandeln. Kritiker beschrieben seine Romane nicht als Dorfprosa im engen Sinn, sondern als Moralliteratur in der polnischen Wirklichkeit des 20. Jahrhunderts, die ihre Allgemeingültigkeit über Kulturen und Generationen hinweg behielt. Er griff auf eigene Kindheitserfahrungen zurück, darunter Kriegserinnerungen an brennende Dörfer, die er vom Winnica-Hügel aus gesehen hatte. So verlieh er seiner Prosa einen autobiografischen Unterton, obwohl er sich öffentlich vom Autobiographismus distanzierte. Gegenüber der Zeitschrift Polityka sagte er, Literatur sei für ihn „ein Versuch der Selbsterkenntnis“ und seine Bücher „wissen mehr über mich als ich selbst und wissen es wahrhaftiger“. „Ich habe immer den Eindruck, dass jedes meiner Bücher unvollendet ist, dass ich, wenn ich noch ein Jahr, zwei, drei daran säße, ein besseres schreiben würde” — Wiesław Myśliwski via polityka.pl Er erhielt das Komturkreuz mit Stern des Ordens Polonia Restituta sowie die Goldmedaille „Verdient um die polnische Kultur Gloria Artis“. 2019 wurde er mit dem Poznań-Literaturpreis ausgezeichnet. Die Schriftstellerin Joanna Bator schrieb, Myśliwskis Bücher hätten sie nie enttäuscht. Sie nannte ihn einen „unabhängigen, sich selbst treuen, in keiner Eile befindlichen, freien Geist“ und fügte hinzu, er sei „größer gewesen als alle Literaturpreise der Welt zusammen“.
Mentioned People
- Wiesław Myśliwski — Polski pisarz i dwukrotny laureat Nagrody Literackiej Nike
- Włodzimierz Czarzasty — Marszałek Sejmu X kadencji
- Marta Cienkowska — Minister kultury i dziedzictwa narodowego w trzecim rządzie Donalda Tuska
- Mariusz Szczygieł — Dziennikarz i pisarz
- Grzegorz Myśliwski — Syn Wiesława Myśliwskiego
Sources: 16 articles
- Najpiękniejsze cytaty Wiesława Myśliwskiego. "Ile niewypowiedzianych słów..." (wiadomosci.radiozet.pl)
- Uczył pokory, był przewodnikiem po świecie pamięci - politycy i ludzie kultury żegnają Myśliwskiego (Polska Agencja Prasowa)
- Myśliwski pisał o wiejskich korzeniach. Patron "Chłopek. Opowieści o naszych babkach" (Rzeczpospolita)
- Wiesław Myśliwski nie żyje. Wybitny pisarz miał 94 lata (wpolityce.pl)
- Zmarł mistrz Wiesław Myśliwski. Wydawało się, że jest wieczny. "Żyjemy w tym, co opowiedziane" (polityka.pl)
- Odszedł słynny pisarz i laureat wielu nagród. Miał 94 lata (Warszawa Nasze Miasto)
- Nie żyje Wiesław Myśliwski. Jego książki tłumaczono na języki całego świata (Do Rzeczy)
- Zmarł wybitny pisarz Wiesław Myśliwski. Miał 94 lata (Kurier Lubelski)
- Nie żyje Wiesław Myśliwski. Wybitny pisarz był ceniony w Poznaniu (Głos Wielkopolski)
- Nie żyje Wiesław Myśliwski. Wybitny pisarz i dwukrotny laureat Nike zmarł w Warszawie (Super Express)