Im hessischen Staatswald ist 2025 wieder mehr Holz eingeschlagen worden. Nach Angaben von HessenForst lag die Menge bei rund 1,49 Millionen Kubikmetern und damit etwa 5 Prozent über dem Vorjahr. Ausschlaggebend waren das Ende eines Moratoriums in Teilen der Buchenbestände und zeitverzögert sichtbar werdende Trockenschäden aus früheren Dürrejahren.

Holzeinschlag legt 2025 um 5 Prozent zu

Im hessischen Staatswald wurden 2025 nach Angaben von HessenForst rund 1,49 Millionen Kubikmeter Holz eingeschlagen.

Laubholz steigt deutlich, Nadelholz sinkt

Der Laubholzeinschlag nahm um 28 Prozent auf 570.000 Kubikmeter zu, während der Nadelholzeinschlag um rund 6 Prozent auf etwa 921.000 Kubikmeter zurückging.

Moratorium und Dürreschäden als Hauptgründe

HessenForst führt die Entwicklung auf das Ende des Buchenmoratoriums und auf zeitverzögert sichtbar werdende Trockenschäden, insbesondere aus dem Jahr 2022, zurück.

Wintereinschlag trotz schwieriger Bedingungen höher

Von Oktober 2025 bis Februar 2026 stieg der Holzeinschlag um etwa 6 Prozent auf 725.000 Kubikmeter, obwohl Schnee und Nässe die Arbeiten erschwerten.

Der Holzeinschlag im hessischen Staatswald ist im Jahr 2025 um rund 5 Prozent gestiegen. HessenForst teilte auf eine Medienanfrage mit, insgesamt seien rund 1,49 Millionen Kubikmeter Holz geerntet worden. Der Landesbetrieb mit Sitz in Kassel nannte dafür zwei zusammenwirkende Ursachen: die Aufhebung eines vorübergehenden Einschlagstopps in bestimmten Buchenbeständen und verzögert eintretende Schäden infolge von Trockenheit, insbesondere aus dem heißen und trockenen Jahr 2022. Die Zahlen stehen für eine moderate, aber bemerkenswerte Belebung der Nutzung nach Jahren mit begrenzten Eingriffen in Laubholzbeständen. Holz aus hessischen Wäldern wird unter anderem im Hausbau, in der Möbelherstellung und als Brennholz verwendet. 1.49 (million cubic meters) — gesamter Holzeinschlag im hessischen Staatswald im Jahr 2025

Deutlich mehr Laubholz nach dem Ende des Buchenmoratoriums Die auffälligste Veränderung in den Daten für 2025 war die klare Entwicklung auseinanderlaufender Mengen bei Laub- und Nadelholz. Der Laubholzeinschlag stieg um 28 Prozent auf 570.000 Kubikmeter. Der Nadelholzeinschlag sank dagegen um rund 6 Prozent auf etwa 921.000 Kubikmeter. HessenForst führte den Anstieg beim Laubholz unmittelbar auf das Auslaufen eines Moratoriums zurück, das seit 2020 für die Fällung in bestimmten Buchenbeständen gegolten hatte. Dieses Moratorium war eingeführt worden, während HessenForst gemeinsam mit dem Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt neue, an das Klima angepasste Bewirtschaftungskonzepte für Buchenwälder entwickelte. Im Jahr 2024 wurde das Moratorium aufgehoben. Danach begann der Landesbetrieb damit, aufgeschobene Pflegearbeiten, Durchforstungen sowie die Entnahme geschädigter und absterbender Bäume nachzuholen. Ein Sprecher von HessenForst sagte, damit werde zugleich der Waldumbau dieser Bestände hin zu klimastabilen Mischwäldern vorangebracht.

„Seitdem holen wir in diesen Beständen sowohl die planmäßige Pflege und Durchforstung als auch die Nutzung geschädigter und absterbender Bäume nach und treiben gleichzeitig den Waldumbau hin zu klimastabilen Mischwäldern voran.” — HessenForst spokesperson via N-tv

Hardwood: 570, Softwood: 921

Trockenschäden aus dem Jahr 2022 führen erst Jahre später zu Buchenfällungen Neben dem Ende des Moratoriums verwies HessenForst auf die verzögerte Wirkung früherer Dürrejahre als zweiten Grund für den höheren Laubholzeinschlag. Gerade Buchen reagieren auf Trockenstress nach Angaben des Landesbetriebs häufig mit zeitlichem Verzug. Schäden aus heißen und trockenen Phasen treten demnach nicht immer sofort zutage. Der Sprecher erklärte, Beeinträchtigungen durch die Witterungsbedingungen des Jahres 2022 würden nun erst bei einzelnen Bäumen oder auch in ganzen Beständen sichtbar. Sobald solche Schäden erkennbar seien, müssten die betroffenen Bäume entfernt werden. Das geschehe aus Gründen der Verkehrssicherheit und um die strukturelle Stabilität der umliegenden Bestände zu erhalten. Dieser Zusammenhang dürfte die Einschlagsmengen auch in den kommenden Jahren weiter beeinflussen, wenn zusätzliche verzögert entstandene Schäden erkennbar werden.

„Schäden aus sehr trockenen und heißen Phasen - etwa im Jahr 2022 - werden oft erst Jahre später an einzelnen Bäumen oder in Beständen sichtbar. Diese Bäume müssen dann aus Gründen der Verkehrssicherheit und zur Stabilisierung der Bestände entfernt werden.” — HessenForst spokesperson via Die Welt

Die hessischen Wälder stehen seit einer Reihe von Dürre- und Hitzejahren in den späten 2010er und frühen 2020er Jahren unter anhaltendem Stress. Schäden an den Baumbeständen bleiben ein dauerhaftes Problem. Nach im Internet auffindbaren Angaben hieß es in einem Bericht vom November 2025, die Wälder in Hessen wiesen weiterhin ein hohes Schadniveau auf, bei nur geringer Erholung in den vorangegangenen zwei Jahren. Das 2020 eingeführte Buchenmoratorium stand für einen breiteren Wandel in der deutschen Landesforstwirtschaft hin zu einer klimagerechten Bewirtschaftung, bei der wirtschaftliche Fällungen ausgesetzt wurden, während neue waldbauliche Konzepte erarbeitet wurden. HessenForst bewirtschaftet den hessischen Staatswald als Landesbetrieb nach hessischem Haushaltsrecht.

Wintereinschlag steigt trotz Schnee und durchnässter Böden um 6 Prozent Auch in der Herbst- und Wintersaison von Oktober 2025 bis Februar 2026 zeigte sich ein Aufwärtstrend. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum nahm die Holzmenge um etwa 6 Prozent auf 725.000 Kubikmeter zu. Starke Schneefälle und anhaltende Nässe in den Wintermonaten erschwerten in manchen Beständen allerdings die Erschließung. HessenForst musste den Betrieb dort zeitweise anpassen, um Bodenschäden zu vermeiden. Trotz dieser witterungsbedingten Einschränkungen sei die Holzversorgung durch eine angepasste Einsatzplanung verlässlich aufrechterhalten worden, teilte der Landesbetrieb mit. HessenForst beschrieb seine übergreifende Strategie als gezielten Holzeinschlag, der eng mit den Zielen des Waldumbaus verknüpft sei. In Buchenbeständen würden gezielt einzelne Bäume entnommen, um das Kronendach zu öffnen und mehr licht an trockenheitsresistentere Arten wie Eiche und Ahorn zu lassen. Nach Darstellung des Landesbetriebs sollen so Wälder entstehen, die den langfristigen Folgen des Klimawandels besser standhalten. 725 (thousand cubic meters) — Holzeinschlag von Oktober 2025 bis Februar 2026