Die israelische Luftwaffe hat am Mittwoch, dem 8. April 2026, koordinierte Angriffe auf Stellungen der Hisbollah im Libanon durchgeführt. Laut libanesischem Gesundheitsministerium kamen dabei mindestens 89 Menschen ums Leben, während 700 weitere verletzt wurden. Die Operation erfolgte nur wenige Stunden nach Inkrafttreten einer von Pakistan vermittelten zweiwöchigen Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran.
Massive Luftschläge
Innerhalb von zehn Minuten griffen 50 israelische Kampfjets über 100 Ziele der Hisbollah im Libanon an.
Viele zivile Opfer
Mindestens 89 Menschen wurden getötet und 700 verletzt; Krankenhäuser im Libanon sind an der Belastungsgrenze.
Diplomatischer Streit um Waffenruhe
Während Pakistan die Einbeziehung des Libanon in das Abkommen betont, sehen die USA und Israel die Operationen als gesonderte Angelegenheit.
Blockade der Straße von Hormus
Iran reagiert mit der Schließung der strategisch wichtigen Meerenge, was den globalen Ölhandel massiv beeinträchtigt.
Israel startete am Mittwoch, dem 8. April 2026, seine bisher umfangreichste koordinierte Luftangriffsserie gegen die Hisbollah im Libanon. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden dabei mindestens 89 Personen getötet und 700 verletzt. Die Angriffe erfolgten kurz nachdem eine zweiwöchige, von Pakistan vermittelte Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran in Kraft getreten war.
Fünfzig Kampfjets, 100 Ziele, zehn Minuten Etwa 50 israelische Kampfjets griffen am Mittwochnachmittag innerhalb von zehn Minuten mehr als 100 Stützpunkte der Hisbollah an. Das israelische Militär gab bekannt, dass dabei Hauptquartiere, Startrampen sowie Kommando- und Kontrollzentren in Beirut, der Bekaa-Ebene und im Südlibanon getroffen wurden. Libanesische Sicherheitskreise berichteten von über 150 einzelnen Einschlägen, die sich insbesondere auf die Hauptstadt konzentrierten. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz bezeichnete die Operation als „Überraschungsangriff“, der hunderte Mitglieder der Miliz getroffen habe. Er nannte es den schwersten Schlag gegen die Organisation seit der sogenannten Operation Beepers im Jahr 2024. Die israelische Armee erklärte, bereits vor den Angriffen am Mittwoch mehr als 1.100 Kämpfer getötet zu haben; die aktuelle Operation sei über Wochen vorbereitet worden. Armeechef Eyal Zamir kündigte an, dass die Einsätze gegen die Hisbollah fortgesetzt würden und man „entschlossen zuschlagen“ werde. Laut Militärangaben befand sich ein Großteil der angegriffenen Infrastruktur in zivilen Wohngebieten. Man habe jedoch vorab Maßnahmen ergriffen, um Unbeteiligte zu schonen. Beobachter in lokalen Medien sprachen von den schwersten Bombardierungen Beiruts seit der israelischen Invasion im Libanonkrieg 1982.
89 (Getötete Personen) — Opferzahl des libanesischen Gesundheitsministeriums nach den Angriffen am Mittwoch
Der Krieg zwischen Israel und der Hisbollah begann laut Sicherheitskreisen Anfang März 2026. Der Konflikt folgte auf die umfassendere Militärkampagne der USA und Israels gegen den Iran unter dem Namen „Operation Epic Fury“, die am 28. Februar 2024 eingeleitet wurde und zum Tod des iranischen Revolutionsführers Ali Chamenei führte. Die Hisbollah, die zuletzt 2024 Krieg gegen Israel führte, agiert seit langem als Stellvertreterkraft Teherans. Infolge der erneuten israelischen Offensive wurden laut Medienberichten mehr als 1,2 Millionen Menschen im Libanon vertrieben.
Trump: Ausschluss des Libanon war „Teil der Vereinbarung“ US-Präsident Donald Trump bestätigte, dass die Waffenruhe im Iran-Krieg nicht für den Libanon gelte. Gegenüber dem Sender PBS erklärte er, die israelischen Operationen dort seien „Teil der Vereinbarung“ gewesen und würden zu einem späteren Zeitpunkt geklärt. Verteidigungsminister Israel Katz betonte, die israelische Regierung unterstütze das Abkommen mit dem Iran grundsätzlich, bestehe jedoch auf der „Unterscheidung zwischen dem iranischen und dem libanesischen Schauplatz“. Pakistan, das das Abkommen vermittelte, vertrat die gegenteilige Position: Premierminister Shehbaz Sharif rief alle Seiten via Social Media zur Zurückhaltung auf und forderte, die zweiwöchige Waffenruhe zu respektieren, da der Libanon Teil des Abkommens sei. Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam warf Israel vor, „dicht besiedelte Wohngebiete“ anzugreifen und „unschuldige Zivilisten im ganzen Libanon, insbesondere in Beirut“ zu töten. Auf X schrieb er, Israel verletze internationales Recht. Präsident Joseph Aoun erklärte sich bereit, einem Abkommen für eine dauerhafte Friedensordnung beizutreten. Außenminister Yossef Rajji gab laut Zeit Online an, das Land sei zu Verhandlungen mit Israel bereit. Bundesaußenminister Johann Wadephul ließ über einen Sprecher seinen israelischen Amtskollegen Gideon Sa'ar um Mäßigung bitten.
„Israel greift dicht besiedelte Wohngebiete an und tötet unschuldige Zivilisten im ganzen Libanon, insbesondere in Beirut.” — Nawaf Salam via ZEIT ONLINE
Iran sperrt Straße von Hormus und droht mit Ende der Waffenruhe Als Reaktion auf die Angriffe hat der Iran Berichten zufolge die Straße von Hormus gesperrt. Die Nachrichtenagentur Fars meldete die Schließung; Bloomberg-Daten zeigen, dass seit Dienstagmorgen nur 7 Schiffe die Region verlassen haben und 3 eingefahren sind – üblich sind rund 135 Passagen täglich. Laut dem Datendienst Kpler saßen über 800 Frachtschiffe im Persischen Golf fest, darunter 426 Öl- und Treibstofftanker sowie 53 Gastanker. Der Iran erhob Transitgebühren von bis zu 2.000.000 US-Dollar pro Durchfahrt. Laut der Agentur Tasnim erwägt Teheran den Rückzug aus dem Waffenruhe-Abkommen. Ein Militärvertreter erklärte gegenüber Fars, man bereite eine „abschreckende Operation gegen israelische Militärziele“ vor. Hisbollah-nahe Quellen warnten laut der Zeitung Naharnet vor einer Wiederaufnahme der Angriffe auf Israel, sollte die Waffenruhe nicht eingehalten werden.
Ausfahrend: 7, Einfahrend: 3, Normales Tagesvolumen: 135
Öl- und Treibstofftanker: 426, Flüssiggastanker: 34, LNG-Schiffe: 19
Europäische Staatschefs fordern Ausweitung der Waffenruhe In einer gemeinsamen Erklärung forderten die Regierungschefs von Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien, Kanada, Dänemark, den Niederlanden und Spanien sowie die Spitzen der EU, Ursula von der Leyen und António Costa, die Waffenruhe „auch im Libanon“ umzusetzen. Der libanesische Gesundheitsminister Rakan Nasreddine berichtete von überfüllten Krankenhäusern; das Rote Kreuz setzte mehr als 100 Krankenwagen ein. In Beirut kam es aufgrund massiver Staus zu Behinderungen der Rettungskräfte. Augenzeugen berichteten gegenüber Reuters, dass Verletzte ihre Autos verließen, um zu Fuß Krankenhäuser zu erreichen. Israel beschuldigte die Hisbollah erneut, Zivilisten als menschliche Schilde zu missbrauchen. Militärsprecher Nadav Shoshani erklärte, die Miliz sei in Gebiete vorgedrungen, die zuvor nicht als ihre Hochburgen galten. US-Präsident Trump schrieb auf Truth Social, dass Hinterzimmer-Verhandlungen stattfänden, ohne Details zu nennen.
Mentioned People
- Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
- Israel Katz — Minister obrony i członek gabinetu bezpieczeństwa Izraela
- Shehbaz Sharif — Premier Pakistanu
- Nawaf Salam — 53. premier Libanu
- Joseph Aoun — 14. prezydent Libanu
- Johann Wadephul — Federalny minister spraw zagranicznych Niemiec
- Gideon Sa'ar — Minister spraw zagranicznych Izraela
- António Costa — Przewodniczący Rady Europejskiej
- Ursula von der Leyen — Przewodnicząca Komisji Europejskiej
Sources: 13 articles
- Waffenruhe in Nahost: Weiter Kämpfe und gegenseitige Vorwürfe (newsORF.at)
- Iran droht mit Ausstieg - Israel zweifelt an Bestand: Konfliktparteien werfen einander Verstöße gegen die Waffenruhe vor (Der Tagesspiegel)
- Feuerpause im Iran-Krieg auf der Kippe - das Wichtigste in 6 Punkten (watson.ch/)
- Die Lage im Überblick: Feuerpause im Iran-Krieg auf der Kippe (Handelsblatt)
- Die Lage im Überblick: Feuerpause im Iran-Krieg auf der Kippe (Der Tagesspiegel)
- Israel weitet Angriffe auf Hisbollah-Ziele im Libanon aus (tagesschau.de)
- Iran droht Rückzug aus Waffenruhe nach Israels Angriff im Libanon (20 Minuten)
- Trump kündigt "sehr bald" direkte Gespräche mit dem Iran an (Focus)
- Iran-Krieg: Golfstaaten melden Beschuss aus dem Iran (Handelsblatt)
- Iran-Krieg: Trotz der Feuerpause - Israel setzt Angriffe im Libanon fort (Handelsblatt)