Am 8. April 2026 hat Israel den nach eigenen Angaben größten koordinierten Angriff auf den Libanon seit Beginn der Offensive im März 2025 gestartet. Innerhalb von nur zehn Minuten warfen Kampfflugzeuge 160 Bomben auf Ziele in Beirut, der Bekaa-Ebene und dem Südlibanon ab. Gleichzeitig trat eine von Pakistan vermittelte zweiwöchige Waffenruhe zwischen den USA, Israel und dem Iran in Kraft.

Massive Luftangriffe auf den Libanon

Israel hat mit 50 Kampfjets über 100 Ziele in einer 10-minütigen Operation namens „Eternal Darkness“ angegriffen.

Widersprüchliche Angaben zur Waffenruhe

Während eine US-Iran-Ruhepause in Kraft trat, erklärte Israel, dass diese nicht für die Front im Libanon gilt.

Humanitäre Krise in Beirut

Das libanesische Gesundheitsministerium meldet zahlreiche zivile Opfer und überlastete Krankenhäuser nach Schlägen auf Wohnviertel.

Scharfe Kritik der israelischen Opposition

Jair Lapid und Jair Golan bezeichnen das Abkommen mit dem Iran als diplomatisches und strategisches Versagen Netanjahus.

Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben den bisher größten koordinierten Angriff auf den Libanon seit Beginn der Offensive am 2. März 2025 durchgeführt. Am 8. April 2026 wurden laut Militärberichten innerhalb von zehn Minuten 160 Bomben über Beirut, dem Bekaa-Tal und dem Südlibanon abgeworfen. Die israelischen Verteidigungsstreitkräfte gaben bekannt, dass 50 Kampfjets gleichzeitig mehr als 100 Kommandozentralen und Militärstellungen der Hisbollah im Rahmen der Operation „Eternal Darkness“ angegriffen haben. Die Schläge richteten sich gegen Aufklärungszentren, Marineinfrastruktur, Raketenstartplätze sowie Einrichtungen der Radwan-Einheit und der Lufteinheit 127. Das libanesische Gesundheitsministerium meldete Dutzende Tote und Hunderte Verletzte; die Krankenhäuser in Beirut seien überlastet, während Rettungsteams versuchten, Überlebende aus den Trümmern zu bergen. Der Angriff erfolgte am selben Tag, an dem eine zweiwöchige, von Pakistan vermittelte Waffenruhe zwischen den USA, Israel und dem Iran in Kraft trat – eine zeitliche Überschneidung, die international umgehend auf Verurteilung stieß.

Netanjahu besteht auf Ausschluss des Libanon von der Iran-Waffenruhe Das Büro des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu erklärte in den frühen Morgenstunden des 8. April, dass „die zweiwöchige Waffenruhe den Libanon nicht einschließe“. Damit widersprach Israel direkt der Position Pakistans, wonach sich die Vereinbarung auch auf die libanesische Front erstrecke. Die Hisbollah hatte ihre Angriffe auf Israel am 2. März 2025 begonnen, drei Tage nach dem Start der US-israelischen Luftschläge gegen den Iran, wie El Confidencial berichtete. Der israelische Generalstabschef Eyal Zamir bekräftigte die Absicht des Militärs, den Druck aufrechtzuerhalten: Die IDF werde „die Terrororganisation Hisbollah weiterhin angreifen und jede operative Gelegenheit nutzen“. Verteidigungsminister Israel Katz ging noch weiter, drohte öffentlich mit der Tötung von Hisbollah-Führer Naim Qassem und bezeichnete die Angriffe vom Mittwoch als den größten „konzentrierten Schlag“ gegen die Gruppe seit den Massenexplosionen von Pagern im September 2024. In der Erklärung der IDF wurde eingeräumt, dass sich „der Großteil der angegriffenen Infrastruktur in bewohnten Gebieten befand“, wobei betont wurde, dass Maßnahmen zur Schonung Unbeteiligter getroffen worden seien. Die Hisbollah wiederum stellte am Mittwoch ihre Angriffe gegen Nordisrael und israelische Truppen im Libanon ein. Kreise der Organisation erklärten gegenüber Reuters, dies sei ein Versuch, in die Waffenruhe einbezogen zu werden. „Wir werden die Sicherheit der Bewohner Nordisraels nicht gefährden. Wir werden die Angriffe mit Entschlossenheit fortsetzen.” — Eyal Zamir via El Mundo

160 (Bomben) — wurden am 8. April innerhalb von 10 Minuten über dem Libanon abgeworfen

Wichtige Ereignisse — Offensive Israel-Libanon: — ; — ; — ; —

Libanesische Führung verurteilt Angriffe auf Wohnviertel Der libanesische Premierminister Nawaf Salam schrieb auf X, dass Israel, während das Abkommen zwischen Iran und den USA gefeiert werde, „seine Angriffe weiter ausdehnt und dicht besiedelte Wohnviertel ins Visier nimmt“. Dies führe zum Tod „unschuldiger Zivilisten im ganzen Libanon, insbesondere in der Hauptstadt Beirut“. Präsident Joseph Aoun warnte, das durch die israelischen Angriffe verursachte „Massaker“ verletze „eklatant menschliche Werte“ und ignoriere „alle Bemühungen um Deeskalation und Stabilität“ im Nahen Osten. Der Ärzteverband von Beirut rief alle Mediziner auf, sich angesichts der hohen Opferzahlen in den Krankenhäusern zu melden, während das Gesundheitsministerium die Bürger aufforderte, Verkehrswege für Krankenwagen freizuhalten. Regierungsvertreter betonten, dass Beirut keine Garantien für eine Einbeziehung in die Waffenruhe erhalten und nicht an den Verhandlungen teilgenommen habe. Offizielle Quellen unterstrichen, dass „die libanesischen Behörden als einzige legitimiert sind, im Namen des Staates zu verhandeln“. Laut Zahlen aus verschiedenen Quellen sind seit Beginn der israelischen Offensive mehr als 1.500 Menschen auf libanesischem Territorium ums Leben gekommen, weitere 4.800 wurden verletzt. Die UN bezeichnete die humanitäre Lage im Libanon laut eldiario.es als schwerste Krise seit mehr als zwei Jahrzehnten. Europäische Regierungen, darunter Spanien, forderten die Einbeziehung des Libanon in jegliche Waffenruhe. Der spanische Außenminister José Manuel Albares erklärte: „Der Libanon muss Teil der heute im Nahen Osten erzielten Waffenruhe sein.“ „Während das Abkommen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten gefeiert wird, dehnt Israel seine Angriffe weiter aus und nimmt dicht besiedelte Wohnviertel ins Visier.” — Nawaf Salam via El País

Israelische Opposition nennt Iran-Abkommen „historisches Desaster“ für Netanjahu Oppositionsführer Jair Lapid, Chef der Partei Jesch Atid, erklärte in den sozialen Medien, es habe „noch nie ein größeres politisches Desaster in unserer gesamten Geschichte gegeben“. Israel habe „nicht einmal am Tisch gesessen, als wichtige Entscheidungen für unsere nationale Sicherheit getroffen wurden“. Lapid warf Netanjahu „strategisches Versagen“ vor, da er „keines der Ziele, die er sich selbst gesetzt hatte“, im Krieg gegen den Iran erreicht habe. Jair Golan, Chef des sozialdemokratischen Bündnisses „Die Demokraten“, schrieb auf X, Netanjahu habe „gelogen“. Er habe einen „historischen Sieg und Sicherheit für Generationen“ versprochen, aber eines der „schwersten strategischen Versagen“ geliefert, die Israel je erlebt habe. Golan listete unerreichte Ziele auf: Das iranische Atomprogramm sei nicht zerstört, die ballistischen Kapazitäten blieben intakt, und das Regime sei seiner Einschätzung nach gestärkt aus dem Konflikt hervorgegangen. Von der nationalistischen Rechten warnte Avigdor Lieberman (Israel Beitenu), dass die Waffenruhe dem „Regime der Ayatollahs eine Atempause und die Möglichkeit zur Neuorganisation“ gebe. Jedes Abkommen ohne Verzicht Irans auf Urananreicherung und die Unterstützung militanter Gruppen führe zu einer künftigen Konfrontation „unter erschwerten Bedingungen“. Die rechtsextremen Koalitionspartner Netanjahus, Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir und Finanzminister Bezalel Smotrich, hatten sich laut La Razón bis zum Berichtszeitpunkt noch nicht öffentlich zur Waffenruhe geäußert. „Es hat in unserer gesamten Geschichte noch nie ein größeres politisches Desaster gegeben. Israel saß nicht einmal am Tisch, als entscheidende Beschlüsse für unsere nationale Sicherheit gefasst wurden.” — Yair Lapid via La Razón

Die israelische Offensive gegen die Hisbollah im Libanon begann am 2. März 2025, drei Tage nach den US-israelischen Luftschlägen gegen den Iran, mit denen am 28. Februar 2026 die Operation „Epic Fury“ eingeleitet wurde. Die Hisbollah hatte als Reaktion auf diese Schläge Nordisrael angegriffen. Zuvor bestand seit November 2024 eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah, obwohl Israel nach Berichten von El Confidencial den Libanon trotz dieses Abkommens fast täglich angriff. Die massenhafte Explosion von Hisbollah-Pagern im September 2024 gilt als früherer Eskalationspunkt gegen die Infrastruktur der Gruppe. Der Iran hatte in seinem 10-Punkte-Vorschlag an die USA ein Ende der israelischen Feindseligkeiten gegen die Hisbollah als Bedingung für einen dauerhaften Frieden gefordert.

Mentioned People

  • Benjamin Netanyahu — Premier Izraela
  • Eyal Zamir — Szef Sztabu Generalnego Sił Obronnych Izraela
  • Nawaf Salam — 53. premier Libanu
  • Joseph Aoun — 14. prezydent Libanu
  • Israel Katz — Izraelski minister obrony
  • Yair Lapid — Lider izraelskiej opozycji
  • Yair Golan — Izraelski polityk opozycyjny
  • Avichay Adraee — Rzecznik wojskowy IDF

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