Die Blockade der Straße von Hormus nach dem US-israelischen Krieg gegen Iran wirkt sich nicht nur auf den Ölpreis aus. Unterbrochene Lieferketten treffen Dünger, Kunststoffe, Aluminium und Halbleiterchips. Zugleich prüfen die Vereinigten Arabischen Emirate eine Beteiligung an einem von den USA geführten Schutz für die Schifffahrt.
Die Sperrung der Straße von Hormus nach dem US-israelischen Krieg gegen Iran hat eine weltweite Wirtschaftskrise ausgelöst, die weit über die Ölpreise hinausreicht. Unterbrochen werden Lieferketten für Dünger, Kunststoffe, Aluminium und Halbleiterchips. Iran hat damit gedroht, der Ölpreis könne bei anhaltendem Konflikt auf 200 Dollar je Barrel steigen. Analysten von Reuters bezeichneten diese Marke unter den gegenwärtigen Marktbedingungen als nicht fernliegend. Mojtaba Khamenei, der nach dem Tod seines Vaters Ali Khamenei im März 2026 als dritter Oberster Führer Irans an die Spitze des Landes trat, hat erklärt, Iran werde die Meerenge weiterhin als Druckmittel blockieren. Die Vereinigten Arabischen Emirate prüfen inzwischen Berichten zufolge, die innerhalb der vergangenen zwei Wochen veröffentlicht wurden, eine Beteiligung an einem von den USA angeführten Einsatz zum Schutz der Schifffahrt in der Wasserstraße. Die Störung ist auf mehreren Kontinenten spürbar, zwingt asiatische Staaten teilweise zurück zur Kohle und führt bei amerikanischen Landwirten zu akuten Engpässen bei wichtigen Düngemittelvorprodukten.
Die Straße von Hormus zählt historisch zu den strategisch sensibelsten Seewegen der Welt. Etwa ein Fünftel des globalen Ölhandels passiert diese Wasserstraße. Die US-israelische Militärkampagne gegen Iran unter dem Namen Operation Epic Fury begann am 28. Februar 2026 und führte bereits in den ersten Angriffen zum Tod des Obersten Führers Ali Khamenei. Mojtaba Khamenei wurde daraufhin am 9. März 2026 zum Obersten Führer ernannt und ist damit die dritte Person in der Geschichte der Islamischen Republik in diesem Amt. Die Sperrung der Meerenge zeigt, dass sich moderne Energiekonflikte heute rasch auf Lieferketten für Lebensmittel, Industrieprodukte und Technologie auswirken, in einer Form, die frühere Ölpreisschocks so nicht hatten.
Dünger erweist sich als wenig beachtetes Opfer des Konflikts Amerikanische Landwirte sind zu einer unerwarteten Frontlinie der wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs geworden. Nach einem Bericht von The Independent sind Kosten und Verfügbarkeit von Düngemitteln zu einem drängenden Problem geworden. Erdgas, das wegen der Sperrung von Hormus faktisch vom Weltmarkt abgeschnitten ist, ist ein zentraler Ausgangsstoff für die Herstellung stickstoffhaltiger Düngemittel. Damit trifft die Störung die landwirtschaftlichen Lieferketten an ihrer Grundlage. HotNews.ro bezeichnete Düngemittel als „das neue Öl“ und sprach von einer unsichtbaren Waffe des Krieges. Darin spiegelt sich, wie der Konflikt Rohstoffabhängigkeiten zu einem Mittel politischen und wirtschaftlichen Drucks gemacht hat, die zuvor weithin als selbstverständlich galten. Die Unterbrechung gefährdet die Aussaatzyklen von US-Landwirten, die auf rechtzeitigen und bezahlbaren Zugang zu Vorprodukten wie Ammoniak und Harnstoff angewiesen sind. Die weiterreichende Folge besteht nach Berichten mehrerer Medien darin, dass die Kosten der Lebensmittelproduktion in den kommenden Monaten deutlich steigen könnten, falls die Meerenge geschlossen bleibt. Die Entwicklung zeigt, wie ein militärischer Konflikt im Persischen Golf unmittelbar auf Lebensmittelpreise im amerikanischen Mittleren Westen durchschlagen kann.
Asien kehrt zur Kohle zurück, weil Gaslieferungen ausbleiben Mehrere asiatische Staaten greifen wieder verstärkt auf Kohle zurück, weil der Krieg die Erdgasversorgung abwürgt, die bislang durch den Korridor am Persischen Golf lief oder sich preislich an ihm orientierte. Das berichtete die New York Times. Diese Kehrtwende ist ein erheblicher Rückschlag für die Dekarbonisierungsbemühungen in der Region. Energieversorger und Industrieverbraucher suchen nach Ersatz für Flüssigerdgas, das entweder nicht mehr verfügbar oder kaum noch bezahlbar ist. Der Wechsel macht deutlich, dass die Sperrung von Hormus nicht nur den Rohölfluss stört, sondern Auswirkungen über mehrere Energieträger hinweg verstärkt. Über den Energiesektor hinaus berichtete El País, dass die Sperrung auch die Versorgung mit Kunststoffen, Aluminium und Halbleiterchips beeinträchtigt. All diese Produkte hängen von petrochemischen Vorprodukten oder energieintensiven Herstellungsprozessen ab, die mit Energielieferungen aus der Golfregion verknüpft sind. Das italienische Medium Open listete ebenfalls eine breite Palette von Verbraucher- und Industriepreisen auf, die infolge des Konflikts voraussichtlich steigen werden. Axios, zitiert von Digi24, beschrieb diese Kettenreaktion mit der Formulierung „Wenn die USA niesen, bekommt die Menschheit die Grippe“ und verdeutlichte damit das Ausmaß der nachgelagerten wirtschaftlichen Risiken.
VAE prüfen Beteiligung an US-geführtem Geleitschutz in der Meerenge Die Vereinigten Arabischen Emirate erwägen eine Teilnahme an einer von den USA geführten maritimen Sicherheitsinitiative zum Schutz des kommerziellen Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus. Das geht aus Websuchergebnissen hervor, die sich auf Berichte aus den vergangenen zwei Wochen stützen. Eine mögliche Beteiligung der VAE ist deshalb bedeutsam, weil die Halbinsel Musandam, die mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und Oman verbunden ist, die Südküste der Meerenge bildet. Das Land ist damit ein unmittelbar betroffener Akteur bei jedem Versuch, die Wasserstraße wieder zu öffnen. Donald Trump, der als 47. Präsident der Vereinigten Staaten amtiert, begann gemeinsam mit Israel am 28. Februar 2026 die Operation Epic Fury. Seine Regierung befasst sich seither mit den wirtschaftlichen und diplomatischen Folgen. Reuters-Analysten erklärten, Irans Drohung eines Ölpreises von 200 Dollar je Barrel sei unter den aktuellen Bedingungen plausibel, weil dem Weltmarkt faktisch ein großes Angebotsvolumen entzogen worden sei. Die Kampagne Operation Epic Fury hat damit eine doppelte Krise hervorgebracht: eine militärische Konfrontation mit einer neuen iranischen Führung unter Mojtaba Khamenei und einen globalen Rohstoffschock, dessen volles Ausmaß noch immer nicht absehbar ist. Ob eine mögliche Beteiligung der VAE am Geleitschutz die Meerenge tatsächlich wieder öffnen kann, ist nach der vorliegenden Berichterstattung weiterhin offen.