Der britische Premierminister Keir Starmer hat Militär und Strafverfolgungsbehörden autorisiert, russische Tanker der Schattenflotte in britischen Hoheitsgewässern, darunter im Ärmelkanal, zu entern und festzusetzen. Der Schritt verschärft den Druck auf Moskaus Ölexportnetz. Starmer verwies auf die gestiegenen Ölpreise infolge des Krieges zwischen den USA und Israel gegen Iran und kündigte weitere Maßnahmen an.
Entern und Festsetzen in britischen Gewässern erlaubt
Keir Starmer hat Militär und Strafverfolgungsbehörden autorisiert, russische Schattenflotten-Tanker in britischen Hoheitsgewässern, auch im Ärmelkanal, zu stoppen.
London verweist auf höhere Ölpreise
Die Entscheidung wurde mit dem Anstieg der Ölpreise infolge des Kriegs zwischen den USA und Israel gegen Iran begründet.
544 Schiffe bereits sanktioniert
Großbritannien hat 544 Schiffe der russischen Schattenflotte sanktioniert. Nach Regierungsangaben transportieren sie rund 75 Prozent des russischen Rohöls.
Koordinierung mit Verbündeten geplant
Auf dem JEF-Gipfel in Helsinki wollte Großbritannien auf enger abgestimmtes Vorgehen gegen Schiffe der Schattenflotte drängen.
Royal Navy war schon zuvor aktiv
Britische Kräfte unterstützten zuletzt unter anderem Einsätze mit Finnland, Schweden und Estland sowie die Beschlagnahmung der „Bella 1“ im Januar.
Der britische Premierminister Keir Starmer hat Militär und Strafverfolgungsbehörden autorisiert, russische Tanker der Schattenflotte in britischen Hoheitsgewässern, darunter im Ärmelkanal, zu entern und festzusetzen. Damit verschärft sich der europäische Druck auf Moskaus Ölexportnetz deutlich. Starmer gab die Entscheidung am Mittwoch, dem 25. März, bekannt. Er begründete sie mit dem starken Anstieg der Ölpreise infolge des andauernden Kriegs zwischen den USA und Israel gegen Iran und sagte, die Regierung wolle deshalb entschlossener vorgehen.
Downing Street teilte mit, britische Streitkräfte und Strafverfolgungsbehörden hätten sich auf mehrere Szenarien vorbereitet. Dazu gehöre auch das Entern von Schiffen, die nicht kapitulieren, bewaffnet seien oder mit hochentwickelten Überwachungsmethoden einer Festsetzung entgehen wollten. Sobald ein Schiff abgefangen werde, könnten gegen Eigentümer, Betreiber und Besatzung Strafverfahren wegen Verstößen gegen britische Sanktionsgesetze eingeleitet werden. Die Ankündigung erfolgte wenige Stunden, bevor Starmer nach Helsinki zu einem Gipfel der Joint Expeditionary Force am Donnerstag aufbrechen sollte. Großbritannien wollte dort zu besser abgestimmtem Vorgehen der Verbündeten beim Beschlagnahmen von Schiffen der Schattenflotte aufrufen.
Putin profitiere vom PreisanstiegStarmer stellte die Entscheidung ausdrücklich als Reaktion auf das dar, was er als Opportunismus des russischen Präsidenten Wladimir Putin angesichts steigender weltweiter Energiepreise bezeichnete. Der britische Premier warnte, Putin könne finanziell von dem Preisanstieg profitieren, der durch den Konflikt im Nahen Osten ausgelöst worden sei. „Deshalb gehen wir jetzt noch härter gegen seine Schattenflotte vor, schützen nicht nur Großbritannien, sondern entziehen Putins Kriegsmaschinerie die schmutzigen Gewinne, die seinen barbarischen Feldzug in der Ukraine finanzieren.” — Keir Starmer via Reuters Starmer sagte außerdem, Putin und seine Verbündeten dürften „keinen Zweifel“ daran haben, dass Großbritannien seine Souveränität verteidigen und an der Seite der Ukraine stehen werde. Die Ankündigung fiel in eine Phase der Spannungen innerhalb des westlichen Bündnisses, nachdem die Trump-Administration kürzlich eine 30-tägige Ausnahmegenehmigung erteilt hatte. Sie erlaubt Ländern, bestimmte sanktionierte russische Produkte auf See zu kaufen, um die Energiemärkte zu stabilisieren. Mehrere Verbündete der USA kritisierten diesen Schritt. Ihre Regierungschefs äußerten die Sorge, dass der Kreml die daraus entstehenden Zusatzerlöse nutzen werde, um seinen inzwischen im vierten Jahr andauernden Angriff auf die Ukraine zu finanzieren.
544 sanktionierte Schiffe, drei Viertel des russischen Rohöls betroffenGroßbritannien hat 544 (vessels) — 544 Schiffe der russischen Schattenflotte sanktioniert, die nach britischer Einschätzung mutmaßlich zu diesem Netzwerk gehören. Es besteht vor allem aus alternden Öltankern mit undurchsichtigen Eigentumsstrukturen. Nach Angaben der britischen Regierung werden rund 75 Prozent von Russlands Rohöl mit diesen Schiffen transportiert. Das verdeutlicht das Ausmaß des Netzwerks, auf das Moskau bei seinen Exporterlösen angewiesen ist. Die Schiffe passieren gelegentlich den Ärmelkanal, also die Wasserstraße zwischen Großbritannien und Frankreich, und sind damit für britische Maßnahmen erreichbar. Downing Street erklärte, Betreiber sanktionierter Schiffe müssten entweder längere und teurere Routen wählen oder die Festsetzung durch britische Kräfte riskieren. Jeder Enteinsatz müsse einzeln von der Regierung genehmigt werden. Die Schattenflotte sorgt nicht nur wegen der Sanktionsumgehung für Kritik. Die schlecht regulierten und alternden Tanker bergen auch Umweltgefahren, darunter Öllecks, technische Ausfälle und Austritte, die marine Ökosysteme bedrohen. Russlands Abhängigkeit von einer Schattenflotte von Tankern nahm nach der Vollinvasion in die Ukraine im Februar 2022 erheblich zu, nachdem westliche Staaten umfassende Sanktionen verhängt hatten. Die Flotte besteht in der Regel aus Schiffen unter fragwürdiger oder ganz ohne Flagge, ohne reguläre Versicherung und mit undurchsichtigen Eigentumsketten. Nach Angaben von Bloomberg wurden mehr als 600 Tanker von einer Kombination aus Europäischer Union, Großbritannien und den Vereinigten Staaten sanktioniert, weil sie Verbindungen zu Russland haben. Mehr als 570 davon wurden seit Juni 2024 allein von der EU auf die schwarze Liste gesetzt.
Royal Navy verfolgt Schiffe bereits, „Bella 1“ im Januar beschlagnahmtBritische Kräfte waren schon vor der Ankündigung am Mittwoch gegen die Schattenflotte aktiv. Personal der Royal Navy unterstützte nach Angaben von Sky News und der BBC in den vergangenen Wochen JEF-Partnerstaaten wie Finnland, Schweden und Estland bei der Verfolgung von Schiffen der Schattenflotte in europäischen und Mittelmeergewässern. Im Januar unterstützte das Vereinigte Königreich eine US-Operation zur Beschlagnahmung des Russland-nahen Tankers „Bella 1“, der auch als „Marinera“ bekannt ist, im Nordatlantik. Auch Frankreich, Belgien, Finnland und andere europäische Staaten haben in jüngster Zeit Schiffe beschlagnahmt, die im Verdacht stehen, Sanktionen zu umgehen. Der Gipfel in Helsinki am Donnerstag sollte Starmer eine Plattform bieten, um auf engere multilaterale Koordinierung bei solchen Maßnahmen zu drängen. Großbritannien stellte die neue Befugnis zum Entern als Teil einer breiter angelegten Kampagne der Verbündeten dar, die Finanzströme zu unterbrechen, auf denen Russlands Kriegsanstrengungen beruhen. Downing Street erklärte, das Vereinigte Königreich werde den Druck auf die Flotte weiter erhöhen und britische Gewässer für sanktionierte Schiffe schließen.
Mentioned People
- Keir Starmer — Brytyjski polityk i prawnik, który od 2024 roku pełni funkcję premiera Wielkiej Brytanii, a od 2020 roku jest liderem Partii Pracy.
- Vladimir Putin — Prezydent Rosji
Sources: 13 articles
- Putins Schattenflotte: London erlaubt der Marine, sanktionierte Schiffe zu entern (Der Tagesspiegel)
- Londra dă undă verde confiscării navelor rusești sancționate: "Vladimir Putin își freacă mâinile" (Ziare.com)
- Mișcare fără precedent: armata britanică poate opri și confisca navele flotei fantomă a Rusiei în Canalul Mânecii, lovind transporturile de petrol (adevarul.ro)
- Starmer gives green light for UK forces to intercept Putin's shadow fleet (POLITICO)
- Британия заявила, что будет задерживать суда российского "теневого флота" в своих водах - BBC News Русская служба (BBC)
- Britische Regierung erlaubt Armee Beschlagnahmung von Schiffen russischer Schattenflotte (stern.de)
- Britain to Intercept Russian 'Shadow Fleet' Ships in UK Waters (Bloomberg Business)
- Britská armáda bude moci zabavovat lodě ruské stínové flotily, oznámila vláda (ČT24 - Nejdůvěryhodnější zpravodajský web v ČR - Česká televize)
- British forces cleared to board Russian 'shadow fleet' ships in UK waters (Sky News)
- Regatul Unit autorizează interceptarea navelor din "flota fantomă" rusă în apele sale (Mediafax.ro)