Die britische Regierung hat dem US-amerikanischen Rapper Ye die Einreise untersagt und damit seinen geplanten Auftritt beim Wireless Festival in London blockiert. Als Begründung nannte das Innenministerium die wiederholten antisemitischen Äußerungen und die Verwendung nationalsozialistischer Symbole durch den Künstler.
Einreiseverbot
Das britische Innenministerium verweigert dem US-Rapper Ye aufgrund antisemitischer Aussagen die Einreise.
Festival-Absage
Das Wireless Festival in London wurde komplett abgesagt, nachdem Hauptsponsoren abgesprungen waren und die Einreise verweigert wurde.
Politische Reaktion
Premierminister Keir Starmer bezeichnete die Einladung des Rappers als Fehler und betonte den Kampf gegen Antisemitismus.
Die britische Regierung hat am 7. April 2026 dem US-amerikanischen Rapper Ye, ehemals bekannt als Kanye West, die Einreise verweigert. Damit wurde sein Auftritt als Headliner beim Londoner Wireless Festival aufgrund seiner Geschichte antisemitischer Äußerungen und der Verherrlichung von Nazi-Symbolik unterbunden. Das Home Office erklärte in einer offiziellen Mitteilung, dass seine Anwesenheit im Vereinigten Königreich „dem Gemeinwohl nicht förderlich“ wäre. Der Festivalveranstalter Festival Republic sagte daraufhin die gesamte dreitägige Veranstaltung ab, die vom 10. bis 12. Juli im Norden Londons stattfinden sollte, und kündigte die vollständige Rückerstattung aller Ticketkosten an. Der Absage war der Rückzug des Hauptsponsors Pepsi zwei Tage zuvor sowie erheblicher politischer Druck von Regierungsmitgliedern vorausgegangen. Ye war ursprünglich als Headliner für alle drei Abende des Hip-Hop-Events vorgesehen. Starmer sagt, Ye „hätte nie eingeladen werden dürfen“Premierminister Keir Starmer hatte sich bereits vor dem offiziellen Verbot besorgt über die geplanten Auftritte geäußert, was eine behördliche Prüfung von Yes elektronischer Reisegenehmigung (ETA) auslöste. Nach der Absage erklärte Starmer in den sozialen Medien, dass der Rapper niemals hätte gebucht werden dürfen. „Kanye West hätte niemals als Headliner für das Wireless eingeladen werden dürfen. Diese Regierung wird in ihrem Kampf gegen das Gift des Antisemitismus nicht nachlassen. Wir werden stets die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Öffentlichkeit zu schützen und unsere Werte zu verteidigen.” — Keir Starmer via The New York Times Gesundheitsminister Wes Streeting betonte gegenüber der BBC, dass Yes Verhalten weit über isolierte Fehltritte hinausgegangen sei. Er verwies dabei auf die Veröffentlichung eines Liedes mit dem Titel „Heil Hitler“ und den Verkauf von Kleidung mit Hakenkreuz-Aufdrucken. „Ich nehme ihm seine eigennützige Reue nicht ab und finde es dreist von den Organisatoren, Vergebung für ihn einzufordern.” — Wes Streeting via Tagesschau Nigel Farage, Vorsitzender der rechtspopulistischen Partei Reform UK, bezeichnete Yes Antisemitismus als „abscheulich“, warnte jedoch, dass Einreiseverbote aufgrund von Ansichten einen gefährlichen Präzedenzfall für die Meinungsfreiheit darstellten. Veranstalter verteidigte Buchung; Ye bot Treffen mit jüdischer Gemeinde anMelvin Benn, Geschäftsführer von Festival Republic, hatte die Entscheidung für Ye trotz wachsenden Drucks zunächst verteidigt. Er argumentierte, dass die Fähigkeit zur Vergebung in der heutigen Gesellschaft schwinde. „Vergebung und das Gewähren einer zweiten Chance werden in dieser zunehmend gespaltenen Welt zu einem verlorenen Gut. Ich bitte die Menschen, ihre reflexartige Abscheu zu überdenken und ihm mit etwas Hoffnung zu begegnen, so wie ich es getan habe.” — Melvin Benn via Billboard Ye selbst gab vor Inkrafttreten des Verbots eine Erklärung ab, in der er sich zu persönlichen Treffen mit Vertretern der britisch-jüdischen Gemeinde bereit erklärte. Sein Ziel sei es, durch seine Musik „eine Show des Wandels, der Einheit, des Friedens und der Liebe“ zu präsentieren. Zuvor hatte er Anfang 2026 eine ganzseitige Anzeige im Wall Street Journal veröffentlicht, in der er sein früheres Verhalten – darunter Hitler-Lobpreisungen und die Leugnung des Holocaust – auf eine manische Episode infolge einer unbehandelten bipolaren Störung zurückführte. Die Kontroverse um das Festival entwickelte sich schnell: Laut Billboard vergingen zwischen der Buchung und der Absage lediglich acht Tage. Die Vorverkaufstickets waren am Morgen des 7. April ausverkauft, nur wenige Stunden vor der Bekanntgabe der Absage.Zeitstrahl: Absage des Wireless Festivals: — ; — ; — ; — ; — Debatte in Italien vor Auftritt in Reggio EmiliaDas britische Verbot hat eine parallele Debatte im italienischen Reggio Emilia entfacht. Dort soll Ye am 18. Juli 2026 als Headliner des Helwatt Festivals in der RCF Arena Campovolo auftreten – nur eine Woche nach den nun abgesagten Terminen in London. Die Gewerkschaft CISL Emilia Centrale intervenierte öffentlich. Die Vertreterin Rosamaria Papaleo stellte die Frage, ob kommerzielle Unterhaltung schwerer wiege als verfassungsrechtliche Werte. „Der Rapper Ye behauptet, er habe sich geändert und wolle für Frieden und Liebe spielen, statt für Hakenkreuze und Antisemitismus. Doch es bleibt die Frage: Zählt das Showgeschäft mehr als unsere Verfassungswerte?” — Rosamaria Papaleo via ANSA Papaleo forderte den Bürgermeister von Reggio Emilia, Marco Massari, auf, ein Treffen von Ye mit der lokalen jüdischen Gemeinde zur Bedingung für den Auftritt zu machen. Die CISL bezog sich zudem auf die Position des lokalen Ablegers der ANPI, die sich bereits im Dezember 2025 gegen den Auftritt ausgesprochen hatte. Im Gegensatz zum Vereinigten Königreich hat Italien bislang keine Schritte unternommen, die Einreise zu untersagen.Die Kontroversen um Yes antisemitische Äußerungen eskalierten ab 2022. Nach entsprechenden Social-Media-Posts schränkten Twitter und Meta seine Konten ein; Adidas beendete die Zusammenarbeit mit ihm und seiner Marke Yeezy. Im Jahr 2025 veröffentlichte er das Lied „Heil Hitler“ und vertrieb Kleidung mit Hakenkreuz-Symbolik. In US-Talkshows lobte er Adolf Hitler und leugnete den Holocaust. Das Wireless Festival in Nordlondon zählt zu den größten Hip-Hop-Veranstaltungen im Vereinigten Königreich.
Mentioned People
- Keir Starmer — Brytyjski polityk i prawnik, premier Wielkiej Brytanii od 2024 roku i lider Partii Pracy
- Kanye West — Amerykański raper, autor tekstów i producent muzyczny znany jako Ye
- Melvin Benn — Dyrektor zarządzający Festival Republic i organizator Wireless Festival
- Wes Streeting — Brytyjski minister zdrowia
- JD Vance — Wiceprezydent Stanów Zjednoczonych od stycznia 2025 roku
- Rosamaria Papaleo — Przedstawicielka związku zawodowego CISL we Włoszech
- Marco Massari — Burmistrz Reggio Emilia
Sources: 128 articles
- Großbritannien: Warum Kanye Wests Auftritte in London abgesagt wurden (ZEIT ONLINE)
- Britische Regierung verweigert Rapper Kanye West Einreise zu Musikfestival (tagesschau.de)
- Kanye West 'Should Never Have Been Invited,' Starmer Says After Barring Rapper From UK (The New York Times)
- U.K. issues Ye travel ban over antisemitism, leading to festival cancellation (NPR)
- From Ye Headlining to Canceled: A Timeline of Wireless Fest's Collapse (Billboard)
- Kanye West refused entry to UK, Wireless Festival cancelled (France 24)
- Британия отказала Канье Уэсту во въезде из-за антисемитизма (Deutsche Welle)
- Niente visto al rapper Usa Kanye West, cancellato il Wireless Festival (Rai news)
- UK blocks rapper Kanye West from entry over anti-Semitism and Nazi support (Al Jazeera Online)
- "Kanye West nazista", il governo britannico fa saltare il concerto. E in Italia rischia di nuovo: "Chi gira con le svastiche non deve esibirsi" (Open)