Die Literaturlehrerin Cécile Kohler und der pensionierte Mathematiklehrer Jacques Paris sind am Mittwochmorgen wohlbehalten auf dem Flughafen Paris-Charles de Gaulle eingetroffen. Nach ihrer Festnahme im Mai 2022 und einer langjährigen Haft im berüchtigten Evin-Gefängnis beendet ihre Rückkehr eine diplomatische Krise zwischen Paris und Teheran. Präsident Emmanuel Macron empfing das Paar persönlich im Élysée-Palast und dankte insbesondere omanischen Vermittlern für ihren Einsatz.

Rückkehr nach 42 Monaten

Die französischen Lehrer Cécile Kohler und Jacques Paris sind nach ihrer Festnahme im Jahr 2022 wieder in Paris eingetroffen.

Haftbedingungen im Evin-Gefängnis

Das Paar berichtete von psychischem Druck, winzigen Zellen ohne Tageslicht und permanenten Augenbinden außerhalb der Zelle.

Diplomatische Vermittlung

Die Freilassung wurde durch Oman vermittelt und erfolgte im Rahmen eines Gefangenenaustauschs gegen eine iranische Studentin.

Cécile Kohler, eine 41-jährige Literaturlehrerin, und Jacques Paris, ein 72-jähriger pensionierter Mathematiklehrer, landeten am Mittwoch, den 8. April 2026, kurz vor 9 Uhr am Flughafen Paris-Charles de Gaulle. Damit endete eine mehrjährige Haftzeit, die am 7. Mai 2022 begann, als iranische Behörden das Paar am letzten Tag einer touristischen Reise festnahmen. Präsident Emmanuel Macron begrüßte das Paar mit einer Umarmung auf dem Gelände des Élysée-Palasts und bezeichnete die Rückkehr als Ende einer dreieinhalbjährigen, schweren Prüfung. Frankreich hatte die Spionagevorwürfe gegen die beiden stets als haltlos zurückgewiesen und sie als Staatsgeiseln eingestuft. Macron hatte ihre bevorstehende Rückkehr bereits am Dienstag angekündigt und dankte am Mittwochmorgen während einer Kabinettssitzung den omanischen Vermittlern für die Ausreiseseehmigung aus dem Iran. Laut der französischen Tageszeitung Le Monde reiste das Paar mit einem Linienflug aus Aserbaidschan an, nachdem es eine achtstündige Fahrt durch den Iran und eine vierstündige Wartezeit an der aserbaidschanischen Grenze hinter sich gebracht hatte. Die Zeitung beschrieb das Warten für das Botschaftspersonal als nervenaufreibend, da man bis zuletzt ein Scheitern des Prozesses befürchtete.

Einzelhaft, Augenbinden und eine Zwei-Meter-Zelle Die beiden Lehrkräfte verbrachten mehr als drei Jahre im Evin-Gefängnis in Teheran. Dort waren sie im Trakt 209 untergebracht, der für mutmaßliche Spione und politische Gegner reserviert ist, bevor sie im November 2025 unter Hausarrest in die französische Botschaft überstellt wurden. Paris beschrieb ihre Zelle als 1,80 Meter mal 1 Meter groß, in der rund um die Uhr ein Neonlicht brannte und kein Zugang zu Büchern bestand. Vor dem Élysée-Palast berichtete Paris von unaufhörlichen Verhören und psychischem Druck. „Wir standen unter permanenter Drohung. Wir hatten kein Recht zu lesen oder zu schreiben. Sobald wir die Zelle verließen, wurden uns die Augen verbunden.” — Jacques Paris via Reuters Kohler bezeichnete die Erfahrung als täglichen Horror und permanente Willkür, übermittelte jedoch auch eine Botschaft der Zuversicht. „Die Botschaft, die ich vermitteln möchte, ist eine der Hoffnung, denn wir haben bis zum Ende gehofft, und heute sind wir hier, um zu Ihnen zu sprechen.” — Cécile Kohler via The New York Times Die Tochter von Paris, Anne-Laure, die während der 42-monatigen Haft nur 28 Anrufe von ihrem Vater erhielt, beschrieb jedes Gespräch als emotionalen Höhepunkt; das erste dauerte lediglich vier Minuten. Am 23. Juni 2025 schlug während des Konflikts zwischen Israel und dem Iran eine israelische Rakete am Tor des Evin-Gefängnisses ein, was zu akuter Sorge um das Leben des Paares führte, bevor ihr Überleben bestätigt und sie in eine andere Einrichtung mit Berichten zufolge härteren Bedingungen verlegt wurden.

Oman vermittelt, Iran spricht von Gefangenenaustausch Die Freilassung wurde durch Oman vermittelt und beinhaltete einen Austausch gegen Mahdieh Esfandiari, eine in Lyon lebende iranische Studentin. Während der Iran das Abkommen als Gefangenenaustausch bezeichnete, erklärte das französische Präsidialamt, die beiden Staatsbürger hätten den Iran auf dem Landweg verlassen, ohne dass eine besondere Abstimmung mit den in der Region operierenden US-amerikanischen oder israelischen Streitkräften stattgefunden habe – obwohl während ihrer Reise Luftangriffe zwei Brücken und einen Bahnhof trafen. Die Ausreise erfolgte vor dem Hintergrund anhaltender regionaler Konflikte; die militärische Kampagne der USA und Israels gegen den Iran hatte am 28. Februar 2026 begonnen. Westliche Nationen werfen dem Iran regelmäßig vor, ausländische Gefangene als diplomatische Manövriermasse zu missbrauchen, was Teheran bestreitet. Die Iranische Revolutionsgarde hat laut Reuters in den letzten Jahren Dutzende Ausländer und Doppelstaatler unter Vorwürfen festgenommen, die oft mit Spionage in Verbindung stehen. Frankreichs Entscheidung, die Freilassung zu forcieren, wird als Teil der Bemühungen von Paris gewertet, sich vom regionalen Konflikt zu distanzieren.

Cécile Kohler und Jacques Paris wurden am 7. Mai 2022 am letzten Tag einer Iran-Reise festgenommen. Sie wurden über drei Jahre lang im Bereich 209 des Evin-Gefängnisses für politische Häftlinge festgehalten, bevor sie im November 2025 in die französische Botschaft verlegt wurden. Im Oktober 2022 strahlte der iranische Staatsfunk erzwungene Geständnisse aus, in denen das Paar unter Druck angab, für den französischen Auslandsgeheimdienst zu arbeiten. Das Quai d'Orsay stufte sie als Staatsgeiseln ein und kritisierte die Vorwürfe als unbegründet. Der Fall sorgte in Frankreich für großes öffentliches Aufsehen und führte zu zahlreichen Demonstrationen.

Paris gibt sich kämpferisch: „Wir sind nicht gebrochen“ Trotz sichtbarer Erschöpfung gaben sich Kohler und Paris bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt kämpferisch. „Die Haftbedingungen waren besonders hart, sie haben versucht, uns zu brechen und uns jegliche Energie zu nehmen. Aber heute können wir sagen, dass wir nicht zerstört sind. Wir werden von unseren Erfahrungen berichten und das Leben genießen.” — Jacques Paris via Open Macron drückte seine große Freude über die Rückkehr aus und sprach von einer tiefen Erleichterung für ganz Frankreich. Sébastien Lardeux von der Gewerkschaft Force Ouvrière in Mayenne – dem Departement, zu dem Kohler eine enge Bindung hat – begrüßte die Freilassung und hofft auf eine baldige Erholung des Paares. Familienmitglieder und Vertreter des Außenministeriums hatten die beiden bereits am Flughafen empfangen. Mit der Freilassung schließt sich der laut Frankreich letzte offene Fall von iranischer Staatsgeiselnahme gegenüber französischen Staatsbürgern.

Cécile Kohler und Jacques Paris: Wichtige Daten: — ; — ; — ; — ; — ; —

Mentioned People

  • Cécile Kohler — Francuska nauczycielka literatury więziona w Iranie od maja 2022 do listopada 2025
  • Jacques Paris — Emerytowany francuski nauczyciel matematyki więziony w Iranie od maja 2022 do listopada 2025
  • Emmanuel Macron — Prezydent Francji
  • Mahdieh Esfandiari — Irańska studentka mieszkająca w Lyonie, objęta wymianą więźniów

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