Der frühere Abgeordnete Íñigo Errejón hat am Freitag, 27. März 2026, in Madrid Strafanzeige wegen mutmaßlicher Verleumdung und übler Nachrede gegen die spanische Schauspielerin Elisa Mouliaá eingereicht. Beide sollten an diesem Tag vor Gericht aussagen. Errejón sagte, es gehe ihm nicht um Verteidigung, sondern darum, auf falsche Vorwürfe eine Grenze zu ziehen.
Errejón reicht Anzeige gegen Mouliaá ein
Der frühere Sumar-Politiker wirft der Schauspielerin Verleumdung und üble Nachrede vor.
Staatsanwaltschaft hatte Einstellung empfohlen
Errejón verweist auf zwei Entscheidungen der Staatsanwaltschaft zugunsten einer Verfahrenseinstellung.
Streit verlagert sich vor Gericht
Aus dem Konflikt um die ursprünglichen Vorwürfe wird ein eigenes Strafverfahren gegen Mouliaá.
Íñigo Errejón, ein früherer Abgeordneter und parlamentarischer Sprecher der spanischen Linkspartei Sumar, hat am Freitag, 27. März 2026, vor einem Madrider Gericht Strafanzeige wegen mutmaßlicher Verleumdung und übler Nachrede gegen die spanische Schauspielerin Elisa Mouliaá eingereicht. Er erschien an dem Gericht, an dem beide als Zeugen geladen waren. Errejón sagte, sein Ziel sei nicht die Verteidigung seiner Person, sondern eine klare Linie gegen das, was er als falsche Anschuldigungen bezeichnete. Die Anzeige geht auf Beiträge zurück, die Mouliaá im sozialen Netzwerk X, früher Twitter, veröffentlicht hatte. Darin warf sie Errejón vor, zwei Zeugen — Borja und Soraya — unter Druck gesetzt zu haben, damit sie in einem laufenden Verfahren wegen sexueller Nötigung zu seinen Gunsten aussagen. Errejón sagte vor Journalisten vor dem Gericht, der Fall laufe seit weit mehr als einem Jahr und die verstrichene Zeit habe die Fakten schrittweise klarer gemacht. Er argumentierte, Zeugenaussagen und Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft hätten Mouliaás Darstellung der Ereignisse immer wieder untergraben.
„Die Wahrheit muss in erster Linie in den Institutionen der Justiz ihren Weg finden” — Íñigo Errejón via Europa Press
Staatsanwaltschaft plädierte zweimal für Einstellung, Zeugen widersprachen der Anklägerin Errejón erklärte, alle Zeugenaussagen im Verlauf der Ermittlungen hätten Mouliaás Version widersprochen und diese nach seiner Darstellung widerlegt. Zudem verwies er darauf, dass die Staatsanwaltschaft sich in zwei getrennten Fällen klar für eine Einstellung des Verfahrens wegen sexueller Nötigung und für seinen Freispruch ausgesprochen habe. Nach der schriftlichen Eingabe, die zusammen mit der Anzeige eingereicht wurde, sind Borja und Soraya die beiden Organisatoren der Feier, bei der die von Mouliaá Errejón zugeschriebene mutmaßliche sexuelle Nötigung stattgefunden haben soll. Sie sagten am 20. Juni als Zeugen aus. Mouliaá reagierte auf Medienberichte über diese Aussagen mit einem Beitrag auf X, in dem sie schrieb, Errejón habe sich geweigert, sein Mobiltelefon herauszugeben, weil er zwei ihrer Zeugen unter Druck gesetzt habe. Errejóns Anwälte werteten das als falsche Behauptung einer Erpressungstat. In der Anzeige heißt es, Mouliaá habe falsche Angaben über Errejóns Verhältnis zu diesen Zeugen verbreitet und ihm vorgeworfen, mit ihnen in Kontakt gestanden zu haben, um ihre Aussagen zu beeinflussen.
„Nein. Errejón hat sich geweigert, sein Mobiltelefon herauszugeben, weil er zwei meiner Zeugen unter Druck gesetzt hat. Erfinde nicht die Realität” — Elisa Mouliaá via Europa Press
Richter wies Mouliaás Antrag auf Vertagung ihrer Aussage zurück Richter Arturo Zamarriego wies Mouliaás Antrag ab, ihre geplante Aussage aus gesundheitlichen Gründen auszusetzen. Zur Begründung hieß es, sie habe kein ärztliches Attest zu ihrer angeblichen Erkrankung vorgelegt. Mit der Ablehnung war der Weg frei, dass beide Seiten am 27. März vor dem Gericht erscheinen konnten. Vor der Einreichung der Strafanzeige hatte Errejóns Verteidigung ein Schlichtungsgespräch beantragt und verlangt, dass Mouliaá im Falle eines Widerrufs ihrer Aussagen Schadensersatz zahle. Mouliaá lehnte eine Einigung ab. Nach spanischem Verfahrensrecht konnte Errejóns Team damit die formale Anzeige weiterverfolgen. Die Weigerung, eine außergerichtliche Einigung zu erzielen, machte aus einem privaten Rechtsstreit ein öffentliches Strafverfahren.
Errejón trat im Oktober 2024 nach Vorwürfen des Missbrauchs bei Sumar zurück Errejón legte seine Ämter als parlamentarischer Sprecher von Sumar und als Abgeordneter im Oktober 2024 nieder, nachdem Vorwürfe sexuellen Missbrauchs gegen ihn bekannt geworden waren. Der Rücktritt beendete eine prominente politische Karriere, in der er als Mitgründer und führende ideologische Figur der spanischen Linken aufgestiegen war. Das Verfahren wegen sexueller Nötigung, in dem Mouliaá die Anzeigenerstatterin ist, ist seitdem vor Gericht anhängig geblieben. Die wiederholten Empfehlungen der Staatsanwaltschaft zur Einstellung haben dabei eine rechtlich umstrittene Lage geschaffen. Die am 27. März eingereichte Anzeige wegen Verleumdung und übler Nachrede ist eine juristische Gegenoffensive Errejóns. Sie verschiebt den Fokus von den ursprünglichen Vorwürfen auf das Verhalten seiner Anklägerin in der Öffentlichkeit. Der Fall hat in Spanien über längere Zeit erhebliche mediale Aufmerksamkeit erhalten, weil er einen bekannten früheren Politiker, eine prominente Schauspielerin und Vorwürfe betrifft, die sowohl strafrechtlich als auch im öffentlichen Umgang mit sexuellen Übergriffen von Bedeutung sind.
Errejón wurde landesweit bekannt als Mitgründer von Podemos, jener linken Partei, die aus der Protestbewegung der Indignados in Spanien hervorging. Später wurde er zu einer führenden Figur bei Sumar. Vorwürfe sexuellen Missbrauchs gegen öffentliche Personen in Spanien erhielten nach der breiteren internationalen Debatte, die durch die MeToo-Bewegung angestoßen wurde, deutlich mehr Aufmerksamkeit. Der Fall gegen Errejón wurde zu einem der bekanntesten Fälle dieser Art, in denen ein amtierender spanischer Abgeordneter betroffen war. Nach damaligen Suchergebnissen im Netz trug das dazu bei, dass er im Oktober 2024 aus dem Parlament zurücktrat.
Wichtige Ereignisse im Fall Errejón-Mouliaá: — ; — ; — ; —
Mentioned People
- Íñigo Errejón — Hiszpański politolog i były polityk, współzałożyciel Podemos, a później jedna z czołowych postaci Más País przed dołączeniem do Sumar.
- Elisa Mouliaá — Hiszpańska aktorka i prezenterka telewizyjna, która w październiku 2024 roku oskarżyła Íñigo Errejóna o napaść seksualną.
- Arturo Zamarriego — Sędzia prowadzący postępowanie sądowe w Madrycie.
Sources: 2 articles
- Errejón defiende su querella contra Mouliaá para "poner un límite a las difamaciones y a las calumnias" (LaVanguardia)
- Errejón asegura que se querelló contra Mouliaá para "poner un límite... (europa press)
- Errejón asegura que se querelló contra Mouliaá para "poner un límite a las difamaciones y a las calumnias" (ABC TU DIARIO EN ESPAÑOL)
- Errejón ratifica su querella contra Mouliaá: "Hay que poner límites a las difamaciones y calumnias" (El Confidencial)
- Errejón dice que tiene que "poner límite" a las difamaciones y calumnias de Mouliaá: "La verdad se tiene que abrir camino" (LaSexta)
- Errejón entra a declarar por su querella contra Mouliaá: "Vengo a poner un límite a las difamaciones" (20 minutos)