Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einem am 25. März 2026 veröffentlichten Reuters-Interview erklärt, die USA machten Sicherheitsgarantien für ein Friedensabkommen davon abhängig, dass die Ukraine den gesamten Donbas an Russland abtritt. Nach seinen Angaben dränge Washington Kiew zu diesem Schritt als Preis für amerikanischen Schutz. Die Äußerungen geben erstmals öffentlich Aufschluss über diese territoriale Bedingung.
US-Bedingung bei Sicherheitsgarantien
Selenskyj sagte, Washington knüpfe Garantien an die Abgabe des gesamten Donbas durch die Ukraine.
Strategischer Wert des Donbas
Nach Selenskyj würde eine Aufgabe des befestigten Gürtels Russland einen deutlichen militärischen Vorteil verschaffen.
Krieg im Iran als Faktor
Selenskyj führt den wachsenden Druck aus den USA auf den Konflikt mit Iran zurück.
Vorwurf gegen Moskau
Er sprach von russischer Erpressung im Zusammenhang mit Informationen an Iran und die USA.
Patriot-Lieferungen gehen weiter
Die US-Lieferungen von Patriot-Systemen liefen weiter, reichten nach Selenskyj aber nicht aus.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einem am 25. März 2026 veröffentlichten Reuters-Interview erklärt, die USA machten ihr Angebot von Sicherheitsgarantien für ein Friedensabkommen davon abhängig, dass die Ukraine den gesamten Donbas — also Donezk und Luhansk — an Russland abtritt. Selenskyj sagte, Washington dränge Kiew, diese Bedingung als Preis für amerikanischen Schutz zu akzeptieren. Nach seinen Angaben äußerte er sich damit erstmals öffentlich zu der territorialen Dimension des US-Angebots für Sicherheitsgarantien. Er warnte, ein Rückzug aus dem Donbas würde Russland strategische Verteidigungspositionen verschaffen und die Sicherheit der Ukraine und damit auch Europas insgesamt beeinträchtigen. Das Weiße Haus reagierte den Berichten zufolge zunächst nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme.
„Die Amerikaner seien bereit, diese Garantien auf hoher Ebene abzuschließen, sobald die Ukraine bereit sei, sich aus dem Donbas zurückzuziehen.” — Volodymyr Zelenskyy via Reuters
„Der Nahe Osten habe ganz sicher Auswirkungen auf Präsident Trump und, ich glaube, auch auf seine nächsten Schritte. Präsident Trump setze meiner Meinung nach leider weiterhin auf eine Strategie, den Druck auf die ukrainische Seite zu erhöhen.” — Volodymyr Zelenskyy via Reuters
Es geht um den befestigten Gürtel und offene Sicherheitsfragen Selenskyj sagte, der östliche Teil der Ukraine enthalte aus seiner Sicht einen strategischen Wert für die Verteidigung des Landes. Zu dem Gebiet gehöre der sogenannte Fortified Belt — eine Kette stark befestigter Städte und ausgebauter Verteidigungsstellungen, die ukrainische Streitkräfte im Verlauf der Jahre des Krieges errichtet hätten. Von den in den Quellen zitierten Militärexperten wurde geschätzt, dass Russland für die Einnahme der noch nicht kontrollierten rund 6.000 Quadratkilometer des Donbas mehrere Jahre benötigen und einen enormen Truppeneinsatz aufbieten müsste. Selenskyj betonte, eine Abgabe dieses Gürtels würde Moskau einen entscheidenden strategischen Vorteil verschaffen, nicht nur gegenüber der Ukraine, sondern gegenüber der gesamten europäischen Sicherheitsarchitektur. Auf dem Dokument zu den Sicherheitsgarantien blieben nach Selenskyjs Angaben zwei grundlegende Fragen offen: Wer den Kauf ukrainischer Waffen finanzieren solle, um eine glaubwürdige militärische Abschreckung aufrechtzuerhalten, und wie die Verbündeten auf künftige russische Aggressionen konkret reagieren würden. Ein Dreiertreffen mit ihm, US-Präsident Donald Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sei weiterhin der einzige Weg, um Streitpunkte sowohl über das Territorium als auch über die Garantien zu lösen.
Verhandlungen über Sicherheitsgarantien — wichtige Stationen: — ; — ; —
Krieg im Iran verändert Trumps Ukraine-Kalkül, sagt Selenskyj Selenskyj führte den wachsenden Druck aus den USA direkt auf den Konflikt der USA mit Iran zurück, der am 28. Februar 2026 mit dem Beginn von Operation Epic Fury begonnen habe. In einem separaten BBC-Interview, auf das sich die Quellen bezogen, sagte er am Sonntag, die diplomatischen Dreiertreffen zwischen den Parteien seien immer wieder aus einem Grund verschoben worden: wegen des Kriegs im Iran. Selenskyj warnte, der russische Präsident Wladimir Putin könne von einem längeren US-Engagement im Nahen Osten profitieren, und sagte, Putin werde in Iran „einen langen Krieg“ wollen. CNN berichtete den Quellen zufolge am Wochenende, russische Kräfte hätten in der Ukraine eine Frühjahrs-Offensive begonnen, und die ukrainische Armee sowie Analysten sagten, der Angriff gewinne an Dynamik. Im Donezker Teil des Donbas kontrollierten ukrainische Kräfte zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch knapp ein Viertel des Gebiets. Russland verknüpfe unterdessen jeden Frieden damit, dass die Ukraine östliche Gebiete abtritt, die bisher noch nicht vollständig besetzt seien. Moskau setze nach Selenskyjs Darstellung darauf, dass Washington am Ende das Interesse verliere und sich ganz aus den Verhandlungen zurückziehe.
Der russisch-ukrainische Krieg begann im Februar 2014 mit der Annexion der Krim durch Russland und dessen Intervention im Donbas. Ein umfassender russischer Angriff auf die Ukraine begann im Februar 2022. Der Donbas — bestehend aus den Gebieten Donezk und Luhansk — ist seit den ersten Phasen ein zentrales Kriegsschauplatzgebiet. Russland annektierte beide Regionen im September 2022 formell, obwohl ukrainische Kräfte weiterhin bedeutende Teile beider Gebiete kontrollierten. Sicherheitsgarantien für die Ukraine in einem möglichen Friedensabkommen sind seit Langem ein zentraler Streitpunkt. Kiew beharrt darauf, dass robuste internationale Zusagen notwendig seien, um einen künftigen russischen Angriff zu verhindern.
Vorwurf der russischen Erpressung, Patriot-Lieferungen gehen weiter Selenskyj erhob zudem einen schweren Vorwurf gegen Moskau und verwies dabei auf Erkenntnisse des ukrainischen Geheimdienstes. Russland biete an, keine vertraulichen Informationen mehr an Iran weiterzugeben, wenn die USA ihre Geheimdienstinformationen nicht mehr an die Ukraine weiterleiteten — ein Vorgehen, das Selenskyj als Erpressung bezeichnete.
„Ich habe Berichte unserer Geheimdienste, die zeigen, dass Russland sagt: ‚Ich werde keine vertraulichen Informationen an Iran weitergeben, wenn Amerika keine vertraulichen Informationen mehr an die Ukraine weitergibt. Ist das nicht Erpressung?‘” — Volodymyr Zelenskyy via Reuters
Bei den militärischen Lieferungen zeigte sich Selenskyj dankbar, dass die US-Lieferungen von Patriot-Luftabwehrraketen trotz der gestiegenen Nachfrage im Zusammenhang mit dem Konflikt am Golf fortgesetzt worden seien. Die Liefermenge reiche jedoch nicht aus, sagte er.
„Die Lieferungen seien nicht gestoppt worden. Ich sei Präsident Trump und seinem Team sehr dankbar. Aber diese Versorgung mit Patriot-Raketen sei nicht in dem Umfang, den wir brauchen.” — Volodymyr Zelenskyy via Reuters
Selenskyj fügte hinzu, die Ukraine mache Fortschritte bei der Entwicklung eigener Langstreckenraketen und Drohnen. Damit könnten ukrainische Kräfte Ziele tief in Russland als Reaktion auf die Angriffe auf ukrainische Städte treffen. Russland rücke im Osten der Ukraine weiter langsam vor. Selenskyj räumte ein, dass Moskau darauf setze, die eigenen Geländegewinne am Verhandlungstisch und nicht nur auf dem Schlachtfeld abzusichern.
Mentioned People
- Volodymyr Zelenskyy — Ukraiński polityk i były artysta estradowy, który od 2019 roku pełni funkcję szóstego prezydenta Ukrainy
- Donald Trump — Amerykański polityk, osobowość medialna i przedsiębiorca, który jest 47. prezydentem Stanów Zjednoczonych
Sources: 12 articles
- Guerra Ucraina - Russia, le news di oggi. Zelensky: "Dagli Usa garanzie di sicurezza solo se cederemo il Donbass" (La Repubblica.it)
- US ties Ukraine security guarantees to Donbas withdrawal, Zelensky says (France 24)
- SUA leagă oferirea de garanții de securitate Ucrainei de retragerea din Donbas, spune Zelenski (adevarul.ro)
- Ukraine: Trump knüpft Sicherheitsgarantien laut Selenskyj an Rückzug aus dem Donbass (Spiegel Online)
- Zelenski anunță, în premieră, prețul protecției americane: să cedeze integral Rusiei regiunile Donețk și Lugansk, pe care încă le apără (Ziare.com)
- Ukraine: USA machen Sicherheitsgarantien von Gebietsabtretungen abhängig (Handelsblatt)
- "Se non cedi il Donbass, non ti proteggo", la condizione di Trump a Zelensky per chiudere l'accordo di pace con Putin (Open)
- Zelensky denuncia: EUA apenas aceitam finalizar garantias de segurança "se Ucrânia ceder o Donbass" (Observador)
- Zelensky, Usa ci daranno garanzie di sicurezza solo se cederemo il Donbass - Europa - Ansa.it (ANSA.it)
- Zelenski dezvăluie condiția lui Trump pentru garanții de securitate: "Din păcate, alege o strategie de a pune mai multă presiune pe partea ucraineană" - HotNews.ro (HotNews.ro)