US-Präsident Donald Trump hat mehrere NATO-Verbündete öffentlich als „Feiglinge“ bezeichnet, nachdem europäische Staaten keine Schiffe für eine von Washington geführte Mission im Persischen Golf zusagen wollten. Zugleich treiben die Vereinigten Staaten ihre Militäraktion zur Wiederöffnung der Straße von Hormus voran. Die Folgen reichen von Spannungen im Bündnis bis zu steigenden Düngerpreisen in Europa.
Trump attackiert Verbündete öffentlich
Der US-Präsident bezeichnete NATO-Partner am 20. März 2026 als „Feiglinge“, nachdem mehrere europäische Staaten keine Schiffe für die US-geführte Koalition im Persischen Golf zusagen wollten.
USA erhöhen den Druck auf Iran
Washington treibt die Militärkampagne zur Wiederöffnung der Straße von Hormus voran und griff zudem die Insel Kharg an, Irans wichtigstes Exportzentrum für Rohöl.
Kharg könnte weiteres Ziel werden
Nach einem von Reuters zitierten Axios-Bericht erwägt Trump auch eine Übernahme der Insel Kharg, um Iran zur Öffnung der Meerenge zu bewegen.
Blockade trifft zivile Schifffahrt
Im Persischen Golf festsitzende Schiffsbesatzungen rationieren laut G4Media Lebensmittel und andere Vorräte, während zentrale Handelsrouten weiter blockiert bleiben.
Europa spürt wirtschaftliche Folgen
Steigende Düngerpreise zu Beginn der Frühjahrsaussaat und Spannungen innerhalb der NATO erhöhen den Druck auf europäische Regierungen zusätzlich.
US-Präsident Donald Trump hat NATO-Verbündete am 20. März 2026 als „Feiglinge“ bezeichnet, während die Vereinigten Staaten ihre von Trump so genannte „Schlacht um die Wiederöffnung von Hormus“ fortsetzten. Die Militärkampagne zielt darauf, Iran dazu zu zwingen, die Straße von Hormus für die internationale Schifffahrt wieder zu öffnen. Die Äußerungen fielen zu einem Zeitpunkt, als europäische Staaten, darunter Deutschland, Spanien und Italien, es ablehnten, Seestreitkräfte für die von den USA geführte Koalition im Persischen Golf zuzusagen. Nach Angaben von Reuters hatte Trump sich an ungefähr sieben Länder gewandt, um sie für die Koalition zu gewinnen. Die Konfrontation bedeutet eine deutliche Zuspitzung der diplomatischen und militärischen Dimensionen des laufenden US-israelischen Krieges gegen Iran, der am 28. Februar 2026 begann. Washington griff zudem die Insel Kharg an, Irans wichtigstes Drehkreuz für den Ölexport. Daraufhin forderte Teheran nach im Internet recherchierbaren Berichten unter Berufung auf Reuters Evakuierungen im Hafen von Dubai und in zwei weiteren Häfen der Vereinigten Arabischen Emirate.
Trump erwägt die Übernahme der Insel Kharg, um den Druck zu erhöhen Über die bereits ausgeführten Angriffe hinaus erwäge Trump nach einem von Reuters zitierten Bericht von Axios eine Übernahme der Insel Kharg, um Iran zur Wiederöffnung der Meerenge zu zwingen. Die Insel liegt 25 Kilometer vor der iranischen Küste und 483 Kilometer nordwestlich der Straße von Hormus. Eine Einnahme der Insel oder eine anhaltende Störung des Betriebs würde Irans Möglichkeiten zum Export von Rohöl erheblich einschränken. Die Doppelstrategie, also der Druck auf die Meerenge und zugleich auf die Insel, entspricht dem, was La Stampa als Washingtons „doppeltes Spiel“ gegen Teheran bezeichnete. Trump stellt die Bemühungen zum Aufbau der Koalition als Test für die Entschlossenheit der Verbündeten dar und setzt Regierungen, die eine Beteiligung ablehnen, öffentlich unter Druck. Die Weigerung großer europäischer NATO-Staaten, Schiffe zu entsenden, hat den Konflikt zwischen Washington und seinen traditionellen Partnern in einer Phase erheblicher regionaler Spannungen vertieft.
Die Straße von Hormus gilt seit langem als der weltweit wichtigste maritime Engpass für Energieversorgung; etwa ein Fünftel des globalen Öls passiert sie. Iran hat in Phasen erhöhter Spannungen mit den Vereinigten Staaten und Israel wiederholt damit gedroht, die Meerenge zu schließen. Die aktuelle US-israelische Militärkampagne gegen Iran mit der Bezeichnung Operation Epic Fury begann am 28. Februar 2026 und führte bei den ersten Angriffen zum Tod des Obersten Führers Ali Khamenei. Sein Sohn Mojtaba Khamenei wurde am 9. März 2026 zum Obersten Führer ernannt.
Schiffsbesatzungen rationieren Vorräte, weil Golf-Routen blockiert bleiben Für zivile Seeleute, die im Konfliktgebiet festsitzen, steigen die menschlichen Belastungen der Seeblockade. Besatzungen von Schiffen, die im Persischen Golf festliegen, haben nach Angaben von G4Media damit begonnen, Lebensmittel und andere Vorräte zu rationieren. Das Medium berichtete über sich verschlechternde Bedingungen an Bord von Schiffen, die die geschlossene Meerenge nicht passieren können. Die lang anhaltende Konfrontation hat Handelsrouten unterbrochen, über die in der Region normalerweise nicht nur Öl, sondern auch Trockengüter, Chemikalien und Industrieprodukte transportiert werden. Seeleute befinden sich in einer rechtlichen und logistischen Schwebe, weil sie weder durch die Meerenge fahren noch ohne Weiteres auf andere Routen ausweichen können. Die Lage wird mit früheren Störungen des Seeverkehrs im Golf verglichen, wenngleich die gegenwärtige Schließung angesichts der laufenden militärischen Operationen ein bislang nicht erreichtes Ausmaß hat.
Düngerpreise steigen zu Beginn der Frühjahrsaussaat deutlich Die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts haben die europäische und weltweite Landwirtschaft in einem besonders sensiblen Moment erreicht. Nach Angaben von N-tv sind die Düngerpreise deutlich gestiegen, und zwar genau zu Beginn der Frühjahrsaussaat. Die Störung der Schifffahrtsrouten im Persischen Golf erschwert die Lieferketten für Vorprodukte von Düngemitteln, von denen viele durch die Region transportiert werden oder von dort stammen. Landwirte, die bereits wegen der Rohstoffschwankungen der vergangenen Jahre mit hohen Betriebsmittelkosten konfrontiert sind, sehen sich nun mit einem weiteren Preisschub konfrontiert und haben nur wenig Zeit, ihre Aussaatentscheidungen anzupassen. Der Irish Independent und Zeit Online berichteten zudem über die breitere europäische Reaktion auf Trumps Vorwurf der „Feiglinge“ und verwiesen darauf, dass die politischen Folgen des Zerwürfnisses innerhalb der NATO die wirtschaftlichen Belastungen noch verstärken, die der Konflikt bereits auslöst. Die Kombination aus blockierten Energieflüssen, steigenden Rohstoffpreisen und Spannungen im Bündnis setzt europäische Regierungen in der vierten Woche des Konflikts zugleich diplomatisch und wirtschaftlich unter Druck.
Mentioned People
- Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych