Die Confederation of African Football hat Senegal den Titel beim Afrika-Cup 2025 aberkannt und Marokko am 17. März 2026 nachträglich zum Sieger erklärt. Grundlage war ein Protest Senegals im Finale, das die Mannschaft zunächst auf dem Platz gewonnen hatte. Der Verband wertete den Fall als Verwaltungsniederlage und kehrte damit das sportliche Ergebnis um.
CAF kehrt Finalergebnis um
Die CAF hat Senegal den Titel des Afrika-Cups 2025 aberkannt und Marokko am 17. März 2026 fast zwei Monate nach dem Finale zum Sieger erklärt.
Protest Senegals war Auslöser
Grundlage der Entscheidung war ein Protest, den Senegal bereits während des Finales eingelegt hatte und der zu einem Prüfverfahren führte.
Marokko und Senegal reagieren gegensätzlich
Marokkos Verband distanzierte sich von der juristischen Aufarbeitung, während Senegals Verband ein Video der Feierlichkeiten nach dem Sieg auf dem Platz veröffentlichte.
Die Confederation of African Football hat Senegal am 17. März 2026 den Titel des Afrika-Cups 2025 aberkannt und Marokko fast zwei Monate nach dem ausgetragenen Finale zum neuen Sieger erklärt. Auslöser war ein Protest, den Senegal im Endspiel eingelegt hatte, das die westafrikanische Mannschaft zunächst auf dem Platz gewonnen hatte. Die CAF entschied, dass Senegal eine Niederlage durch Wertung hinnehmen müsse — im portugiesischen Fußballjargon als „derrota na secretaria“, also als administrative Niederlage, bezeichnet. Damit wurde das Resultat vom Spielfeld faktisch umgekehrt. Marokko, Gastgeber des Turniers, erhielt den Titel folglich zugesprochen, ohne den Pokal am Abend des Finales in die Höhe gestemmt zu haben. Die Entscheidung gehört zu den ungewöhnlicheren Vorgängen in der Geschichte des wichtigsten Wettbewerbs des afrikanischen Fußballs.
Senegals Protest im Finale führt zu Wertungsentscheidung Die Abfolge der Ereignisse, die zur Aberkennung des Titels führte, begann bereits während des Endspiels, als Senegal formell Protest gegen den Ablauf der Partie einlegte. Die Art dieses Protests war nach Berichten mehrerer Quellen ausreichend, damit die CAF ein Prüfverfahren einleitete, das am Ende zulasten Senegals ausging. Nach den Regeln für Wertungsentscheidungen kann der Verband ein sportliches Ergebnis aufheben, wenn über das Protestverfahren Verstöße gegen Verfahrens- oder Wettbewerbsregeln festgestellt werden. Die Entscheidung fiel ungefähr zwei Monate nach dem Finale. Für einen Fall dieser Art ist das ein ungewöhnlich langer Zeitraum, der auf dem Kontinent erhebliche Aufmerksamkeit auslöste. CAF-Präsident Patrice Motsepe steht dem Verband vor, der die Entscheidung getroffen hat. Eine unmittelbare Stellungnahme von ihm wurde in den verfügbaren Berichten zu diesem Vorgang allerdings nicht zitiert.
Marokkos Verband geht auf Distanz zum Ausgang des Verfahrens Der Königliche Marokkanische Fußballverband reagierte auf die Entscheidung mit einer Erklärung, die die Position des Verbands von dem juristischen Verfahren absetzen sollte, das zu diesem Ergebnis geführt hatte. Nach einem Bericht von Europa Press erklärte der marokkanische Verband, er habe „nie“ den sportlichen Ausgang des Finales „infrage stellen“ wollen. Die Erklärung zielte erkennbar darauf, den Reputationsaspekt eines Titels zu steuern, der nicht durch einen Sieg auf dem Platz, sondern durch ein Verwaltungsverfahren zugesprochen wurde. Marokko hatte als Gastgeber des Turniers bereits besonderes Gewicht in diesem Wettbewerb. Durch die Wertungsentscheidung geriet der Verband nun in die Lage, zum Sieger erklärt zu werden, obwohl er diese Umstände öffentlich als nicht gewollt beschrieb. Die Distanzierung unterstrich, wie heikel ein Titelgewinn wirkt, der nicht durch das Spiel selbst, sondern durch ein Protestverfahren zustande kommt.
Senegals Verband veröffentlicht als Reaktion ein Feier-Video Senegals Fußballverband reagierte auf die Aberkennung des Titels laut Notícias ao Minuto mit der Veröffentlichung eines Videos der ursprünglichen Feierlichkeiten der Mannschaft nach ihrem Sieg auf dem Platz im Finale. Diese Geste wurde weithin als demonstrative Gegenposition und als Weigerung verstanden, die Legitimität der administrativen Umkehrung anzuerkennen. Senegal hatte den Gewinn des Afrika-Cups als sportlichen Erfolg gefeiert. Die Reaktion des Verbands deutete darauf hin, dass er diese Darstellung in der öffentlichen Erinnerung aufrechterhalten will. Der Vorgang hinterlässt im afrikanischen Fußball ein deutlich geteiltes Bild: ein Land mit dem offiziellen Titel und ein anderes mit der Erinnerung daran, ihn auf dem Platz gewonnen zu haben. Gesicherte Informationen dazu, ob Senegal die CAF-Entscheidung über weitere rechtliche oder sportrechtliche Wege anfechten will, lagen zunächst nicht vor.
Der Afrika-Cup ist das bedeutendste internationale Fußballturnier des Kontinents. Er wird von der CAF organisiert und von afrikanischen Nationalmannschaften bestritten. Marokko war Gastgeber der Ausgabe 2025. Protestverfahren und Wertungsentscheidungen sind auf höchstem Wettbewerbsniveau im Fußball selten, sind aber in den üblichen Regularien der Fußballverbände vorgesehen und ermöglichen die nachträgliche Änderung von Ergebnissen, wenn Verfahrensverstöße festgestellt werden.
Mentioned People
- Patrice Motsepe — Południowoafrykański miliarder, przedsiębiorca i działacz piłkarski, który od 2021 r. jest prezydentem Konfederacji Afrykańskiej Piłki Nożnej (CAF).