Der FC Chelsea ist von der Premier League mit einer Rekordgeldstrafe von 10,75 Millionen Pfund belegt worden. Hinzu kommt ein auf zwei Jahre ausgesetztes Transferverbot, nachdem der Klub geheime Zahlungen in Höhe von 47,5 Millionen Pfund eingeräumt hatte. Die Vorfälle stammen aus der Ära des früheren Eigentümers Roman Abramovich und wurden nach der Übernahme 2022 vom neuen Besitzerkreis selbst gemeldet.
Rekordstrafe der Premier League
Chelsea muss 10,75 Millionen Pfund zahlen. Die Liga bezeichnet dies als höchste Geldstrafe ihrer Geschichte.
Geheime Zahlungen aus Abramovich-Ära
Der Klub räumte geheime Zahlungen von 47,5 Millionen Pfund zwischen 2011 und 2018 an nicht registrierte Vermittler und Dritte ein.
Transferverbot nur ausgesetzt
Ein Transferverbot wurde für zwei Jahre ausgesetzt und wird nur bei weiteren Verstößen aktiviert.
Zusätzliche Sanktion gegen die Akademie
Wegen Registrierungsverstößen bei Jugendspielern zwischen 2019 und 2022 verhängte die Liga ein sofortiges neunmonatiges Transferverbot für die Akademie und 750.000 Pfund Strafe.
Pedro Neto bleibt spielberechtigt
Die UEFA beließ es nach dem Schubsen eines Balljungen gegen PSG bei einer Verwarnung. Eine Sperre gegen Neto wurde nicht verhängt.
Der FC Chelsea ist am 16. März 2026 mit einer Rekordgeldstrafe der Premier League in Höhe von 10,75 Millionen Pfund belegt worden. Zudem erhielt der Klub ein auf zwei Jahre ausgesetztes Transferverbot, nachdem er eingeräumt hatte, während der Eigentümerzeit von Roman Abramovich geheime Zahlungen in Höhe von 47,5 Millionen Pfund an nicht registrierte Vermittler und Dritte geleistet zu haben. Die Zahlungen erfolgten zwischen 2011 und 2018 und wurden über eine Reihe von Drittparteien geleitet, um ihren tatsächlichen Charakter vor den Behörden der Liga zu verbergen. Die Premier League teilte mit, die Strafe sei die höchste finanzielle Sanktion, die jemals gegen einen Klub in der Geschichte des Wettbewerbs verhängt worden sei. Nach Berichten der BBC und von The Independent wurde die Sanktion von einem ursprünglich möglichen Betrag von 20 Millionen Pfund reduziert, weil Chelsea mit den Ermittlern kooperiert habe. Der Klub hatte die Verstöße nach der Übernahme 2022 durch das Konsortium von Todd Boehly selbst angezeigt, das die Unregelmäßigkeiten aus der Abramovich-Ära übernommen hatte.
Ausgesetztes Verbot und Strafe für die Akademie verschärfen die Lage Neben der zentralen Geldstrafe erhielt Chelsea ein für ein Jahr ausgesprochenes Transferverbot, das ausgesetzt wurde und in Kraft tritt, falls der Klub innerhalb eines Zeitraums von zwei Jahren weitere Verstöße begeht. In einer separaten, aber damit zusammenhängenden Entscheidung wurde gegen den Verein zudem ein sofort wirksames, neunmonatiges Transferverbot für die Akademie verhängt. Hinzu kam eine weitere Geldstrafe von 750.000 Pfund wegen Registrierungsverstößen bei Jugendspielern zwischen 2019 und 2022. Die doppelte Sanktion verweist auf zwei unterschiedliche Gruppen von Verfehlungen, die im Disziplinarverfahren der Premier League festgestellt wurden. Von The Guardian zitierte Beobachter und Analysten erklärten, viele hielten die Gesamtsanktion angesichts von Umfang und Dauer des Fehlverhaltens für überraschend milde. The Independent berichtete, die über mehrere Jahre laufenden Ermittlungen hätten zusätzlich eine Debatte darüber ausgelöst, ob die am Ende verhängte Strafe der Schwere der Verstöße entspreche. Die BBC schilderte, dass die Zahlungen an 12 Einzelpersonen oder Unternehmen gegangen seien und so strukturiert worden seien, dass sie von den Kontrolleuren der Liga nicht entdeckt würden.
Chelsea Premier League fine: Initial potential fine (before: £20 million, after: £10.75 million (after cooperation discount)); Transfer ban status (before: Potential immediate ban, after: Suspended for two years); Academy transfer ban (before: No restriction, after: Nine-month immediate ban)
Chelsea gehörte Roman Abramovich von 2003 bis März 2022. Damals belegte die britische Regierung ihn nach Russlands Invasion in die Ukraine mit Sanktionen und erzwang damit den Verkauf des Klubs. Das Konsortium von Todd Boehly schloss den Kauf von Chelsea im Mai 2022 für rund 4,25 Milliarden Pfund ab. Nach den in den herangezogenen Berichten zitierten Angaben war dies damals der größte Verkauf eines Fußballvereins der Geschichte. Die geheimen Zahlungen im Zentrum der Ermittlungen der Premier League wurden zwischen 2011 und 2018 geleistet, also in einer Phase, in der Chelsea unter Abramovich mehrere nationale und europäische Titel gewann. Die neuen Eigentümer meldeten die finanziellen Unregelmäßigkeiten der Premier League nach der Übernahme selbst, eine Entscheidung, die später im Disziplinarverfahren als mildernder Umstand angeführt wurde.
Pedro Neto entgeht Sperre nach Zwischenfall mit Balljungen bei PSG-Niederlage In einer gesonderten Disziplinarangelegenheit entging Chelseas Flügelspieler Pedro Neto einer Sperre, nachdem die UEFA ihm nach dem Schubsen eines Balljungen während Chelseas 2:5-Niederlage im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals gegen Paris Saint-Germain am 11. März 2026 lediglich eine Verwarnung erteilt hatte. Die UEFA hatte nach dem Vorfall ein Disziplinarverfahren gegen den portugiesischen Nationalspieler eröffnet. Neto hatte sich in den Tagen nach der Partie öffentlich entschuldigt. Der Verband kam letztlich zu dem Schluss, dass eine formelle Sperre nicht geboten sei. Damit bleibt Neto für das Rückspiel an der Stamford Bridge am 17. März 2026 spielberechtigt. Nach Ergebnissen aus Websuchen sollte das Rückspiel um 20:00 beginnen, Chelsea ging mit einem Gesamtrückstand von 2:5 in die Partie. Die Entscheidung bedeutet, dass Trainer Liam Rosenior bei dem Versuch des Klubs, einen Drei-Tore-Rückstand aufzuholen, auf seine vollständigen Offensivoptionen zurückgreifen kann. RTE und La Libre berichteten, die Verwarnung sei die gesamte disziplinarische Reaktion der UEFA auf den Vorfall gewesen.
Umfang der verdeckten Zahlungen wirft Fragen zur Aufsicht auf Die New York Times berichtete, zu den Zahlungen hätten komplexe Konstruktionen gehört, darunter Kommunikation über FaceTime und andere Methoden, die darauf angelegt gewesen seien, die Geldspur vor der Prüfung durch die Premier League zu verschleiern. Nach einer detaillierten Darstellung der BBC halfen die Transaktionen Chelsea dabei, in der Abramovich-Ära einen prominent besetzten Kader zusammenzustellen. Die geheimen Zahlungen hätten Transfers ermöglicht, die die sportliche Stellung des Klubs im englischen und europäischen Fußball geprägt hätten. The Independent schrieb, der lange Verlauf des Falls habe Fragen nach Tempo und Wirksamkeit der Ermittlungs- und Disziplinarmechanismen der Premier League aufgeworfen. Von The Guardian zitierte Kritiker argumentierten, eine Geldstrafe, selbst in Rekordhöhe, sei für wohlhabende Vereine, die finanzielle Sanktionen verkraften könnten, womöglich keine ausreichende Abschreckung. Besonders das ausgesetzte Transferverbot stieß auf Nachfragen. Einige Analysten erklärten, eine sofortige Beschränkung hätte größere Folgen gehabt. Chelsea hat sich über die Anerkennung der Feststellungen hinaus nach den verfügbaren Berichten öffentlich nicht weiter geäußert.