Mit der Zerstörung der Qasmiyeh-Brücke über den Litani hat Israel einen zentralen Verkehrsweg im Südlibanon unpassierbar gemacht. Beirut wertet den Angriff als erhebliche Eskalation und warnt vor einer möglichen Ausweitung der Bodeneinsätze. Zugleich kündigte die israelische Armee weitere Wochen intensiver Kämpfe gegen die Hisbollah an.
Qasmiyeh-Brücke zerstört
Die israelische Armee machte die wichtige Brücke über den Litani am 22. März 2026 nach libanesischen Angaben mit vier Angriffen unpassierbar.
Beirut spricht von Eskalation
Präsident Joseph Aoun wertete den Angriff als Vorstufe zu einer Bodeninvasion und als Verletzung der libanesischen Souveränität.
Weitere Bodeneinsätze angekündigt
Die israelische Militärführung rechnet mit mehreren weiteren Wochen der Kämpfe und will Bodenoperationen sowie Luftangriffe ausweiten.
Mehr als 1.000 Tote im Libanon
Das libanesische Gesundheitsministerium meldet seit Anfang März 2026 mehr als 1.000 Tote, darunter 118 Kinder und 40 Beschäftigte des Gesundheitswesens.
Erster ziviler Todesfall in Israel seit März
Nahe Misgav Am wurde ein israelischer Zivilist getötet. Zudem starben nach Angaben der Deutschen Welle zwei israelische Soldaten im Südlibanon.
Das israelische Militär hat am 22. März 2026 die Qasmiyeh-Brücke über den Litani im Süden des Libanon zerstört. Der libanesische Präsident Joseph Aoun verurteilte den Angriff als „Vorstufe zu einer Bodeninvasion“ und als offenkundigen Verstoß gegen die Souveränität seines Landes. Die Qasmiyeh-Brücke liegt an der wichtigsten Küstenstraße des Libanon, die die Region Tyros mit dem Zentrum des Landes verbindet. Sie gilt als eine der wichtigsten Routen für den zivilen und kommerziellen Verkehr. Israels Verteidigungsminister Israel Katz wies die IDF an, alle Übergänge über den Litani zu zerstören. Er begründete dies damit, dass die Brücken als Verbindungswege für Verstärkungen und Waffentransporte der Hisbollah dienten. Nach Angaben der libanesischen staatlichen Nachrichtenagentur National News Agency machten vier getrennte Angriffe die Qasmiyeh-Brücke unpassierbar. Beschädigt wurden demnach auch Stromnetze und umliegende Geschäftsgebäude. Der israelische Generalstabschef, Generalleutnant Eyal Zamir, erklärte, der Einsatz gegen die Hisbollah habe „gerade erst begonnen“ und sei Teil eines langfristig angelegten Vorgehens zum Schutz der Gemeinden im Norden Israels. Das libanesische Präsidialamt veröffentlichte eine formelle Erklärung, in der die Angriffe auf lebenswichtige Infrastruktur verurteilt wurden. Die Attacken seien eine „gefährliche Eskalation“ und könnten Teil weitergehender Pläne sein, die israelische Präsenz auf libanesischem Gebiet auszuweiten.
Israelische Militärführung kündigt weitere verschärfte Bodeneinsätze an Der israelische Armeesprecher Effie Defrin erklärte, die Bodeneinsätze würden im Laufe der Woche intensiviert, um Positionen zu festigen und direkten Beschuss israelischer Gemeinden zu verhindern. Zamir billigte Pläne für die Ausweitung selektiver Bodeneinsätze und Luftangriffe gegen die Hisbollah. Er bezeichnete die Kampagne als „langwierige Operation“. Verteidigungsminister Israel Katz ordnete zudem an, Häuser in libanesischen Grenzdörfern abzureißen. Er verwies dabei auf das Vorgehen im Gazastreifen, wo die Armee entlang des Randgebiets Gebäude zerstört habe, um eine Sicherheits-Pufferzone zu schaffen. Katz sagte, die Abrisse seien notwendig, um Bedrohungen für die israelischen Gemeinden im Norden auszuschalten. Defrin erklärte darüber hinaus gesondert, Israel stelle sich auf „mehrere weitere Wochen der Kämpfe“ gegen die Hisbollah ein. Das israelische Militär teilte mit, die Luftabwehr habe den Großteil der anfliegenden Raketen abgefangen, räumte jedoch ein, dass das System noch nicht mit voller Wirksamkeit arbeite. 30 (kilometers) — ungefähre Entfernung des Litani von der Grenze zwischen Israel und dem Libanon
Mehr als eine Million Vertriebene, im Libanon über 1.000 Tote Das libanesische Gesundheitsministerium teilte mit, seit Beginn der Kampfhandlungen Anfang März 2026 seien im Libanon mehr als 1.000 Menschen getötet worden. Darunter seien mindestens 118 (children) — seit der Eskalation im März 2026 im Libanon getötete Kinder sowie 40 Beschäftigte des Gesundheitswesens. Die libanesischen Behörden weisen in ihrer Opferstatistik nicht gesondert militärische und zivile Tote aus, merkte Reuters an. Im gesamten Libanon seien mehr als eine Million Menschen vertrieben worden. Das schürt die Sorge vor einer schweren humanitären Krise. Der UN-Menschenrechtskommissar kritisierte die umfangreichen israelischen Evakuierungsanordnungen als einen Faktor der Vertreibungskrise. Human Rights Watch bezeichnete den Abriss von Häusern in südlibanesischen Grenzdörfern als „Kriegsverbrechen“. Viele libanesische Zivilisten befürchten, dass die systematische Zerstörung der Brücken über den Litani darauf zielt, den Süden des Landes — das Kerngebiet der schiitischen Gemeinschaft und der Hisbollah — vom übrigen Libanon abzuschneiden, um eine groß angelegte Besetzung oder eine Pufferzonen-Operation vorzubereiten. Total deaths: 1000, Children: 118, Health workers: 40
Erster israelischer ziviler Todesfall seit der Eskalation im März nahe Misgav Am Israelische Rettungsdienste meldeten den Tod eines Zivilisten nahe dem Kibbutz Misgav Am im Norden Israels. Es handelt sich um den ersten israelischen zivilen Todesfall seit Beginn der aktuellen Eskalationsrunde Anfang März. Nach von der Deutschen Welle zitierten israelischen Medienberichten wurde der Mann durch ein auf sein Auto abgefeuertes Panzerabwehrgeschoss aus libanesischem Gebiet getötet. Die Hisbollah erklärte, in dem Vorfall militärisches Personal ins Visier genommen zu haben, während die israelische Armee Ermittlungen aufnahm, um die Herkunft des Beschusses zu überprüfen. Nach Angaben der Deutschen Welle wurden bei Kämpfen im Südlibanon zudem zwei israelische Soldaten getötet. Die aktuelle Eskalation im Libanon begann am 2. März 2026, als die Hisbollah nach dem Tod des iranischen Obersten Führers Ali Khamenei bei amerikanisch-israelischen Angriffen am 28. Februar 2026 Raketen auf Israel abfeuerte und Drohnenangriffe ausführte. Israel reagierte mit massiven Gegenangriffen. Libanons Ministerpräsident Nawaf Salam forderte in einer Fernsehansprache am 2. März die Mitglieder der Hisbollah auf, ihre Waffen an den libanesischen Staat zu übergeben, und verhängte ein sofortiges Verbot militärischer Aktivitäten der Gruppe. Joseph Aoun ist seit Januar 2025 Präsident des Libanon und war zuvor Oberbefehlshaber der libanesischen Streitkräfte. Präsident Aoun bezeichnete das israelische Vorgehen als „Politik der kollektiven Bestrafung gegen Zivilisten“ und warnte, es könne Teil „verdächtiger Pläne“ sein, die auf eine Ausweitung der israelischen territorialen Präsenz im Libanon zielten. Die formelle Forderung der libanesischen Regierung, die Hisbollah müsse entwaffnet werden, hat die israelische Militärkampagne bislang nicht gestoppt. Israelische Vertreter stellen sie als defensiven Einsatz dar, mit dem die Gemeinden im Norden Israels vor anhaltenden Raketen- und Drohnenangriffen geschützt werden sollten. Die Übergänge über den Litani sind inzwischen zu einem zentralen strategischen Ziel der israelischen Kampagne geworden. Nach Darstellung israelischer Kommandeure soll ihre Zerstörung die logistischen Verbindungen der Hisbollah zwischen dem Zentrum und dem Süden des Libanon kappen. Hisbollah ist seit den 1980er Jahren ein zentraler Akteur in Politik und Sicherheitsfragen des Libanon. Ihr bewaffneter Arm kontrolliert erhebliche Gebiete im Süden des Landes.
Mentioned People
- Joseph Aoun — 14. prezydent Libanu od 2025 r.
- Israel Katz — izraelski minister obrony i członek izraelskiego gabinetu bezpieczeństwa
- Eyal Zamir — szef Sztabu Generalnego Sił Obronnych Izraela
- Effie Defrin — rzecznik izraelskiej armii
- Ali Khamenei — były najwyższy przywódca Iranu, zmarły 28 lutego 2026 r.
Sources: 13 articles
- Guerre au Moyen-Orient : le président libanais Joseph Aoun craint une "invasion terrestre" israélienne (Libération)
- BBC World Service - Newshour, Israel steps up offensive in southern Lebanon (BBC)
- Why is Israel targeting Lebanon's bridges? (BBC)
- Guerre au Moyen-Orient : Israël va " intensifier " ses opérations au Liban qui redoute une " invasion terrestre " (SudOuest.fr)
- Израиль уничтожил в Ливане мост через реку Литани (Deutsche Welle)
- Israeli airstrike destroys key bridge in southern Lebanon (The Independent)
- Israel to expand ground and air attacks against Hezbollah in Lebanon (BBC)
- Izrael wysadza mosty. Komunikat wojska w sprawie Libanu (rmf24.pl)
- Israël va (Courrier international)
- Lebanon's Aoun warns Israeli attack on bridge 'prelude to ground invasion' (Al Jazeera Online)