Die iranische Atomenergieorganisation hat einen Angriff auf die Urananreicherungsanlage Natans gemeldet und dafür die USA sowie Israel verantwortlich gemacht. Radioaktives Material sei dabei nicht freigesetzt worden, für die Bevölkerung habe keine Gefahr bestanden. Unabhängig bestätigen ließ sich der Vorfall zunächst nicht; die israelischen Streitkräfte erklärten, ihnen sei ein solcher Angriff nicht bekannt.
Iran meldet Angriff auf Natans
Die iranische Atomenergieorganisation erklärte, US-amerikanische und israelische Kräfte hätten die Urananreicherungsanlage in Natans angegriffen. Radioaktives Material sei dabei nicht freigesetzt worden.
Unabhängige Bestätigung fehlt
Bis Samstagmorgen ließ sich der Vorfall nicht unabhängig verifizieren. Die israelischen Streitkräfte erklärten auf Anfrage, ihnen sei ein Angriff auf Natans an diesem Datum nicht bekannt.
IAEA erwartet keine radiologischen Folgen
Die Internationale Atomenergie-Organisation teilte mit, sie rechne nach dem Angriff nicht mit radiologischen Konsequenzen, ähnlich wie nach früheren Vorfällen an dem Standort.
Natans seit Monaten wiederholt Ziel von Angriffen
Seit Beginn der US-israelischen Kampagne gegen Iran am 28. Februar 2026 wurde Natans mehrfach angegriffen. Bereits im Juni 2025 hatten Bombardierungen schwere Schäden verursacht.
Trump stellt mögliches Zurückfahren des Einsatzes in Aussicht
US-Präsident Donald Trump sagte, Washington komme seinen Kriegszielen sehr nahe und prüfe eine Reduzierung der Militäraktion. Zugleich reagiert Iran weiter mit Raketen- und Drohnenangriffen.
Die iranische Atomenergieorganisation hat am Samstagmorgen, dem 21. März 2026, bestätigt, dass US-amerikanische und israelische Kräfte die Nuklearanlage zur Urananreicherung in Natans im Zentrum des Iran angegriffen hätten. Zugleich erklärte die Behörde, es sei kein radioaktives Material freigesetzt worden und für die Anwohner habe keine Gefahr bestanden. In einer von der Tasnim news agency verbreiteten Erklärung bezeichnete die Organisation den Angriff als einen „kriminellen Angriff der Vereinigten Staaten und des usurpatorischen zionistischen Regimes“. Die Anlage liegt etwa 220 bis 250 Kilometer südlich von Teheran in der Provinz Isfahan und gilt als Kernstück des iranischen Urananreicherungsprogramms. Nach iranischen Angaben wurde der Anreicherungskomplex von Natans in den frühen Stunden des Samstags angegriffen. Die IAEA teilte mit, sie rechne nicht mit radiologischen Folgen des Angriffs; das entspreche ihrer Einschätzung nach früheren Attacken auf den Standort.
Israelisches Militär erklärt, ihm sei kein Angriff bekannt Eine unabhängige Bestätigung des Angriffs lag bis Samstagmorgen nicht vor. Zugleich zeigte sich eine deutliche Diskrepanz zwischen den iranischen Angaben und den Erklärungen des israelischen Militärs. Auf Anfrage der Jerusalem Post erklärten die israelischen Streitkräfte, ihnen sei an diesem Datum kein Angriff auf die Anlage in Natans bekannt. Auch die Vereinigten Staaten gaben zunächst keine Erklärung ab, die den Angriff bestätigt oder dementiert hätte. Die Berliner Zeitung schrieb deshalb, es bleibe unklar, ob die Anlage tatsächlich getroffen worden sei und von wem. Irans Botschafter für Nuklearfragen, Reza Najafi, hatte sich nach einem früheren Angriff auf Natans Anfang März bereits in Wien an den IAEA Board of Governors gewandt und erklärt, Irans friedliche und überwachte Nuklearanlagen seien erneut angegriffen worden. „Again they attacked Iran's peaceful, safeguarded nuclear facilities yesterday” (Erneut haben sie gestern Irans friedliche, überwachte Nuklearanlagen angegriffen) — Reza Najafi via AP Auch die Atomenergieorganisation wertete den gemeldeten Angriff vom Samstag als Verstoß gegen das Völkerrecht.
Natans ist seit Kriegsbeginn wiederholt angegriffen worden Der für Samstag gemeldete Angriff wäre der jüngste in einer Reihe von Attacken auf Natans, seit am 28. Februar 2026 die umfassendere US-israelische Militärkampagne gegen Iran begann. Bereits Anfang März 2026 war die Anlage angegriffen worden; die IAEA bestätigte damals Schäden an Eingangsgebäuden der unterirdischen Anreicherungsanlage. Kommerzielle Satellitenbilder, die nach diesen Angriffen aufgenommen wurden, zeigten erhebliche Schäden an iranischer Nuklearinfrastruktur. Die Vereinigten Staaten und Israel hatten zudem bereits im Juni 2025 iranische Nuklearanlagen bombardiert und dabei schwere Schäden verursacht. In Erwartung weiterer Angriffe habe Iran laut dem Institute for Science and International Security schon Mitte Februar 2026 zusätzliche Schutzmaßnahmen in Natans ergriffen. Das Institut stützte sich dabei auf hochauflösende Satellitenbilder, die neue Befestigungen an dem Standort zeigten.
Die Anlage in Natans, offiziell Shahid Ahmadi Roshan Nuclear Facilities, wurde 2002 bekannt. Sie umfasst sowohl oberirdische als auch unterirdische Anlagen zur Urananreicherung mit nahezu 70 Zentrifugenkaskaden. Die Vereinigten Staaten und Israel begannen am 28. Februar 2026 die Operation Epic Fury; US-Präsident Donald Trump erklärte die Zerstörung des iranischen Atomprogramms zu einem der zentralen Kriegsziele. Den umfassenderen Kämpfen waren im Juni 2025 israelische Angriffe auf iranische Nuklearanlagen vorausgegangen, die Natans damals bereits erheblich beschädigten. Iran reagierte auf die anhaltende Kampagne mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion.
Natanz under attack — key events: — ; — ; — ; — ; —
Trump richtet den Blick auf Kriegsziele, während Irans Atomprogramm geschwächt wird Der gemeldete Angriff auf Natans fügt sich in den von Washington beschriebenen strategischen Rahmen der Kampagne ein, die Präsident Donald Trump nach eigenen Worten darauf ausgerichtet hat, Iran dauerhaft am Erwerb von Atomwaffen zu hindern. Trump sagte am Freitag, die Vereinigten Staaten stünden kurz davor, ihre Ziele zu erreichen, und erwögen, den Militäreinsatz zurückzufahren. Auf die Frage, ob Israel bereit wäre, den Krieg zu beenden, sobald das Atomprogramm zerstört sei, antwortete er: „I think so“. Das Weiße Haus hat die Ausschaltung der iranischen Nuklear- und Raketenfähigkeiten wiederholt als zentrales Kriegsziel dargestellt. Israel wiederum bezeichnet das iranische Nuklear- und Raketenprogramm als seine größte existenzielle Bedrohung. Die Vereinigten Staaten setzten am Samstag außerdem Sanktionen gegen iranisches Öl auf See vorübergehend aus und erklärten, sie würden anderen Staaten auf Anfrage dabei helfen, die Straße von Hormus zu überwachen. Das deutet auf eine mögliche Veränderung des Konfliktverlaufs hin. Teheran reagierte weiterhin mit Raketen- und Drohnenangriffen auf israelisches Gebiet, darunter mit einer Rakete, die einen Kindergarten in Rishon Lezion beschädigte, während der Konflikt in seine vierte Woche ging.
Mentioned People
- Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
- Reza Najafi — irański polityk reformistyczny i były członek irańskiego parlamentu