Unbekannte Täter haben in der Nacht zum Freitag ein israelisches Restaurant im Münchener Stadtteil Maxvorstadt angegriffen. Bei der Attacke am 10. April 2026 wurden Fensterscheiben zerstört und pyrotechnische Gegenstände in den Innenraum geworfen.
Angriff in der Maxvorstadt
Unbekannte warfen Scheiben ein und nutzten Pyrotechnik.
Ermittlungsübernahme
Der Antisemitismusbeauftragte der bayerischen Justiz leitet das Verfahren.
Wiedereröffnung geplant
Trotz des Sachschadens will das Restaurant den Betrieb unmittelbar fortsetzen.
Unbekannte Täter haben in den frühen Morgenstunden des Freitags, den 10. April 2026, ein israelisches Restaurant im Münchener Stadtviertel Maxvorstadt angegriffen. Dabei wurden an drei Stellen Fensterscheiben eingeworfen und Pyrotechnik in das Gebäude geschleudert. Laut dem Polizeisprecher Tobias Schenk ging gegen 0:45 Uhr ein Notruf ein, nachdem Zeugen drei laute Knallgeräusche an dem Lokal gemeldet hatten. Eine eingetroffene Streife bestätigte die Schäden an den Glasfronten. Personen wurden bei dem Vorfall nicht verletzt; der Sachschaden wird von der Polizei auf mehrere tausend Euro geschätzt. Die Täter flüchteten und konnten bis zum Freitagmorgen nicht identifiziert werden. Sowohl die Polizei als auch der Betreiber vermuten einen antisemitischen Hintergrund. Antisemitismusbeauftragter der bayerischen Justiz übernimmt ErmittlungenUnmittelbar nach der Tat nahm der Staatsschutz die Ermittlungen auf. Die Generalstaatsanwaltschaft München gab daraufhin bekannt, dass der zentrale Antisemitismusbeauftragte der bayerischen Justiz das Verfahren übernommen hat. Die genaue Art der eingesetzten Pyrotechnik ist Gegenstand laufender Untersuchungen. Ludwig Spaenle, Antisemitismusbeauftragter der bayerischen Staatsregierung und CSU-Politiker, verurteilte den Vorfall scharf als einen „feigen Anschlag auf einen wunderbaren Ort der Begegnung” — Ludwig Spaenle via ZEIT ONLINE. Für den späten Nachmittag des 10. April wurde eine Solidaritätskundgebung vor dem Restaurant angekündigt, die gemeinsam mit den Betreibern organisiert wurde. Mitarbeiter kündigt Wiedereröffnung an und verweist auf langjähriges SicherheitsgefühlGrigori Dratva, Angestellter und Schwager des Betreibers, erklärte, der Angriff sei völlig unvermittelt erfolgt. „Es gab keine direkten Drohungen. Wir haben uns eigentlich immer sehr sicher gefühlt in München.” — Grigori Dratva via Deutsche Presse-Agentur Das seit 2007 bestehende Lokal mit 70 Plätzen wurde laut Dratva provisorisch gesichert, indem die kaputten Fenster abgeklebt wurden. Er bekräftigte die Absicht, den Betrieb noch am Freitag wieder aufzunehmen. Dratva vermutet ebenfalls ein politisches Motiv und verwies auf die erkennbar israelische Identität des Restaurants, verzichtete jedoch auf eine direkte Beschuldigung. „Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir machen auf.” — Grigori Dratva via Deutsche Presse-Agentur Er erinnerte zudem daran, dass nach dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 ein propalästinensischer Aufkleber an einer Scheibe angebracht worden war, wobei die Hintergründe jenes Vorfalls trotz Polizeieinschaltung ungeklärt blieben. Jüdische Repräsentanten warnen vor Zunahme antisemitischer VorfälleGady Gronich, Generalsekretär der in München ansässigen Konferenz der Europäischen Rabbiner, ordnete den Vorfall in ein Muster wachsender Feindseligkeit gegenüber jüdischen Gemeinden in ganz Europa ein. „Dieser Angriff ist kein Einzelfall, sondern Teil eines gefährlichen Trends, den wir seit dem 7. Oktober 2023 erleben: ein wachsender Hass gegen Juden – offen, aggressiv, ungehemmt. Ein Anschlag auf ein jüdisches Restaurant ist feige und ein Angriff auf unser Zusammenleben. München war bisher ein sicherer Ort für Juden und muss das auch bleiben.” — Gady Gronich via ZEIT ONLINE Nach Angaben der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) stieg die Zahl antisemitischer Vorfälle in Bayern nach dem Massaker der Hamas und dem darauf folgenden Gaza-Krieg deutlich an. Experten weisen darauf hin, dass Antisemitismus auch unabhängig von Nahost-Konflikten existiert, etwa in rechtsextremen Kreisen. Israels aktuelles militärisches Vorgehen gegen den Iran sowie gegen die Hisbollah im Libanon sorgt international weiterhin für Aufmerksamkeit; laut libanesischen Berichten über zivile Opfer führte das israelische Militär erst am vergangenen Mittwoch schwere Luftschläge gegen die schiitische Miliz durch.
Mentioned People
- Ludwig Spaenle — Pełnomocnik rządu Bawarii ds. antysemityzmu
- Tobias Schenk — Rzecznik prasowy policji w Monachium
- Grigori Dratva — Pracownik i szwagier właściciela restauracji
- Gady Gronich — Sekretarz generalny Konferencji Rabinów Europejskich z siedzibą w Monachium
Sources: 18 articles
- Nach Anschlag auf das israelische Restaurant Eclipse: Hunderte Münchner kommen zur Kundgebung (Süddeutsche Zeitung)
- Bestürzung nach Attacke auf israelisches Restaurant in München (Bayerischer Rundfunk)
- Ermittlungen wegen Antisemitismus: Unbekannte attackieren israelisches Restaurant in München (ZEIT ONLINE)
- Anschlag auf israelisches Restaurant: Was wir bisher wissen (Bayerischer Rundfunk)
- "Unerträglich" - Angriff auf israelisches Lokal (Süddeutsche Zeitung)
- Germany: Police suspect antisemitism in restaurant attack (Deutsche Welle)
- Antisemitismusbeauftragter ermittelt nach Angriff - WELT (DIE WELT)
- Antisemitismusbeauftragter ermittelt nach Angriff (stern.de)
- München: Antisemitismusbeauftragter ermittelt nach Angriff (ZEIT ONLINE)
- München: Angriff auf israelisches Restaurant - Staatsschutz ermittelt wegen Antisemitismus - WELT (DIE WELT)