Football Supporters Europe und Euroconsumers haben bei der EU-Kommission formell Beschwerde gegen FIFA eingelegt. Die Organisationen werfen dem Verband vor, seine Monopolstellung bei Tickets für die WM 2026 zu missbrauchen. Im Mittelpunkt stehen hohe Preise, dynamische Preisgestaltung und aus Sicht der Beschwerdeführer intransparente Verkaufsbedingungen.
Beschwerde bei der EU-Kommission
Football Supporters Europe und Euroconsumers werfen FIFA vor, ihre Monopolstellung beim Ticketverkauf für die WM 2026 zu missbrauchen.
Finaltickets kosten 4.185 Dollar
Die günstigsten Karten für das Finale am 19. Juli in New Jersey liegen laut Beschwerde siebenmal über dem Preis vergleichbarer Finaltickets der WM 2022 in Katar.
Sechs beanstandete Praktiken
Kritisiert werden unter anderem mutmaßliche Lockvogelwerbung, dynamische Preisgestaltung, 15 Prozent Wiederverkaufsgebühr und unklare Verkaufsbedingungen.
Forderung nach Preisstopp
Die Beschwerdeführer verlangen einen Stopp der dynamischen Preisgestaltung und mehr Transparenz mindestens 48 Stunden vor jeder Verkaufsphase.
WM 2026 mit 104 Spielen
Das Turnier findet vom 11. Juni bis 19. Juli in den Vereinigten Staaten, Mexiko und Kanada statt und wird erstmals mit 48 Teams ausgetragen.
Football Supporters Europe und die Verbraucherschutzgruppe Euroconsumers haben am Dienstag bei der Europäischen Kommission formell Beschwerde gegen FIFA eingelegt. Sie werfen dem Verband vor, seine Monopolstellung zu missbrauchen, um europäischen Fans vor der Weltmeisterschaft 2026 überhöhte Ticketpreise und intransparente Kaufbedingungen aufzuerlegen. Die am 24. März 2026 bekanntgemachte Beschwerde konzentriert sich auf sechs konkrete Punkte, die die Organisationen als Missbrauch von FIFAs marktbeherrschender Stellung bezeichnen. Die günstigsten Karten für das Finale, das am 19. Juli in New Jersey stattfinden soll, kosten demnach 4.185 Dollar. Nach Angaben der Beschwerdeführer ist das siebenmal so viel wie vergleichbare Tickets für das Finale der WM 2022 in Katar. Der Direktor von Football Supporters Europe, Ronan Evain, sagte, der Gruppe sei keine andere Möglichkeit geblieben, als sich an die Europäische Kommission zu wenden. „Fifa point to their unconfirmed sales figures as validation of their unfair ticket practices, while the reality is they leave loyal fans with no other choice - pay up or lose out” — Ronan Evain via BBC Als Grund für die Eskalation gegenüber den EU-Behörden nannte Evain, FIFA habe es versäumt, in einen aus Sicht der Organisationen ernsthaften Konsultationsprozess einzutreten.
Sechs beanstandete Praktiken, von Lockangeboten bis zu 15 Prozent Wiederverkaufsgebühr In der Beschwerde werden sechs konkrete Praktiken aufgeführt. Den Anfang machen Ticketpreise, die nach Darstellung der Organisationen deutlich über FIFAs eigenen Prognosen liegen. In den ursprünglichen Bewerbungsunterlagen sei ein durchschnittlicher Ticketpreis von 1.408 Dollar vorgesehen gewesen. Nach Angaben der FSE liegen die tatsächlichen Preise inzwischen weit darüber. Die Organisationen werfen FIFA außerdem Lockvogelwerbung vor. Sie verweisen auf Gruppenspiel-Tickets für 60 Dollar, die laut Beschwerde praktisch ausverkauft gewesen seien, bevor der Verkauf für die breite Öffentlichkeit begonnen habe. In der nordamerikanischen Bewerbung seien ursprünglich Eintrittskarten ab 21 Dollar versprochen worden. Tatsächlich hätten die günstigsten in den Verkauf gelangten Tickets jedoch 60 Dollar gekostet, etwa für das Eröffnungsspiel der Gruppe J zwischen Österreich und Jordanien. Die Beschwerde richtet sich zudem gegen FIFAs Einsatz von dynamischer Preisgestaltung, gegen die beim Wiederverkauf erhobene Provision von 15 Prozent sowie gegen aus Sicht der Organisationen intransparente Verkaufsregeln. Demnach seien beim Kauf weder die genaue Platzlage noch Stadionpläne oder sogar die teilnehmenden Mannschaften verlässlich garantiert. Einige Tickets für das Finale erreichten auf FIFAs offizieller Wiederverkaufsplattform 143.750 Dollar. Das entspricht mehr als dem 41-Fachen des ursprünglichen Nennwerts von 3.450 Dollar für einen Platz der Kategorie drei.
Kosten für den Besuch des WM-Finales (günstigstes Ticket): WM-Finale 2022 (Katar) (before: Umgerechnet etwa 598 Dollar, after: ); WM-Finale 2026 (New Jersey) (before: , after: 4.185 Dollar)
FSE verlangt Preisstopp und 48 Stunden Transparenz vor Verkaufsstart Die beiden Organisationen fordern von der Europäischen Kommission, FIFA aufzugeben, die dynamische Preisgestaltung vollständig aufzugeben und die Ticketpreise für die nächste Verkaufsphase im April auf dem im Dezember angekündigten Niveau einzufrieren. Außerdem verlangen sie, dass FIFA mindestens 48 Stunden vor jedem Verkaufsfenster die Zahl der noch verfügbaren Tickets in jeder Kategorie veröffentlicht, ergänzt um Angaben dazu, in welchen Stadionbereichen sich diese Plätze befinden. Die Beschwerde stützt sich auf das europäische Wettbewerbsrecht. FSE und Euroconsumers argumentieren, FIFAs Monopol beim Ticketverkauf ermögliche Bedingungen, die in einem wettbewerblich geprägten Markt nicht hinnehmbar wären. Evain sagte, die Gruppe habe FIFA bereits Mitte Dezember aufgefordert, Konsultationen einzuleiten, um eine Lösung zu finden, die „der Tradition, der Universalität und der kulturellen Reichweite der Weltmeisterschaft“ gerecht werde. Eine inhaltlich substanzielle Antwort habe es jedoch nicht gegeben. BBC Sport berichtete, man habe FIFA um eine Stellungnahme gebeten. Nach Angaben von FIFA wurden für das Turnier fast sieben Millionen Tickets verfügbar gemacht. Jeder Anhänger dürfe höchstens vier Tickets pro Spiel und insgesamt 40 für das gesamte Turnier erwerben.
Turnier in drei Ländern umfasst in diesem Sommer 104 Spiele Die Weltmeisterschaft 2026 wird vom 11. Juni bis zum 19. Juli in den Vereinigten Staaten, in Mexiko und in Kanada ausgetragen. Es ist die erste Ausgabe mit 48 Nationalmannschaften. Insgesamt sind 104 Spiele vorgesehen. Die FIFA-Weltmeisterschaft wird seit 1930 alle vier Jahre ausgetragen, mit Ausnahme der Jahre 1942 und 1946 wegen des Zweiten Weltkriegs. Die Ausgabe 2022 in Katar war die erste Weltmeisterschaft im Nahen Osten. Das Turnier 2026 ist die erste WM, die von drei Staaten gemeinsam ausgerichtet wird, und die erste mit 48 Teams statt wie bisher 32. Besonders deutlich gestiegen sind die Preise bei Partien mit der höchsten Nachfrage. Die meisten Tickets für Spiele großer Nationalteams kosten mindestens 200 Dollar. Zum Vergleich: Die günstigsten Eintrittskarten für das Finale der Fußball-Europameisterschaft 2024 kosteten 95 Euro. Für einen einzelnen Fan würde der Besuch je eines Spiels in allen acht Runden des Turniers 2026 in der niedrigsten Preiskategorie rund 5.225 Pfund kosten. Bei der WM 2022 waren es für sieben Spiele 1.466 Pfund. 104 (matches) — insgesamt angesetzte Spiele bei der Weltmeisterschaft 2026
Mentioned People
- Ronan Evain — Dyrektor Football Supporters Europe (FSE)
Sources: 4 articles
- 4185 Dollar für den Final - WM-Ticketpreise: Fan-Organisation attackiert die Fifa (SRF News)
- Fußballweltmeisterschaft 2026: Fanorganisation verklagt Fifa wegen zu hoher WM-Ticketpreise (ZEIT ONLINE)
- World Cup 2026: Fifa ticket prices excessive, says FSA in formal complaint (BBC)
- Fußball-WM 2026: Fan-Organisation legt Beschwerde gegen FIFA ein (Frankfurter Allgemeine)
- Adeptos fazem queixa à Comissão Europeia devido aos preços "exorbitantes" dos bilhetes do Mundial'2026 (SAPO)
- WM 2026: Fan-Organisation und Verbraucherschützer reichen Beschwerde gegen Fifa ein (stern.de)
- Denuncian a la FIFA por precios "exorbitantes" del Mundial (Deutsche Welle)
- Adeptos queixam-se dos preços dos bilhetes a Bruxelas (SAPO)
- Aficionados denuncian a la FIFA ante la Comisión Europea por altos precios de entradas del Mundial (France 24)
- Otro frente para la FIFA por el Mundial: denuncia por los "exorbitantes" precios de las entradas (ABC TU DIARIO EN ESPAÑOL)