Ein internationales Wissenschaftlerteam hat geordnete Zeichensequenzen auf über 260 Artefakten aus dem Jungpaläolithikum in Süddeutschland identifiziert. Die Studie, die die Analyse von über 3.000 Einkerbungen auf Knochen, Geweihen und Elfenbein umfasst, deutet darauf hin, dass vor 34.000 bis 45.000 Jahren ein komplexes Zeichensystem existierte. Die statistische Komplexität dieser Sequenzen ist mit späteren frühen Formen der Keilschrift vergleichbar, was auf die Existenz einer prähistorischen Proto-Schrift hindeutet.
Analyse von 3.000 prähistorischen Zeichen
Untersucht wurden über 260 tragbare Artefakte aus Höhlen Süddeutschlands, auf denen geordnete Abfolgen von Punkten, Strichen und Kreuzen entdeckt wurden.
Komplexität vergleichbar mit Keilschrift
Die statistische Analyse der Sequenzen zeigte ein Komplexitätsniveau analog zu frühen Formen der mesopotamischen Schrift.
Zeichensystem, keine Sprache
Die Forscher betonen, dass die Symbole keine Sprache widerspiegelten, sondern ein kodifiziertes System zur Informationsaufzeichnung bildeten.
Revision der Ursprünge schriftlicher Kommunikation
Die Entdeckung verschiebt die vermuteten Anfänge organisierter symbolischer Kommunikation um zehntausende Jahre zurück.
Neueste Forschungen eines internationalen Teams von Archäologen und Linguisten legen nahe, dass Menschen der Eiszeit bereits vor 40.000 Jahren ein komplexes System der Proto-Schrift genutzt haben könnten. Die Analyse von über 3.000 Zeichen auf 260 Artefakten aus Süddeutschland, wie Elfenbeinfiguren, Knochen und Geweihen, offenbarte die Existenz wiederkehrender, geordneter Sequenzen. Es handelte sich nicht um zufällige Verzierungen, sondern um absichtlich angebrachte Symbole – Punkte, Striche, Kreuze –, die logische Abfolgen bildeten. Bislang galten die mesopotamischen Zivilisationen aus dem 4. Jahrtausend v. Chr., wo die Keilschrift entstand, sowie das alte Ägypten mit seinen Hieroglyphen als Wiege der Schrift. Man nahm an, dass der administrative Bedarf früher Stadtstaaten die Zeichensysteme initiierte. Die neue Entdeckung deutet nun darauf hin, dass die Wurzeln symbolischer Kommunikation tief in das Paläolithikum, die Zeit der Jäger und Sammler, zurückreichen, was das Bild der Entwicklung der menschlichen Symbolkultur radikal verändert. Forscher, darunter der Linguist Christian Bentz und die Archäologin Ewa Dutkiewicz, wandten fortschrittliche statistische Methoden an. Sie verglichen die Komplexität der Zeichensequenzen aus dem Paläolithikum mit der Komplexität bekannter Proto-Schriftsysteme, wie frühe Formen der Keilschrift. Die Ergebnisse zeigten auffallende statistische Ähnlichkeiten, was für einen absichtlichen, kodifizierten Charakter dieser Zeichen spricht. „Sie spiegelten keine Sprache wider, bildeten aber geordnete Sequenzen.” — Linguist von der Universität des Saarlandes, Mitautor der Studie Die Entdeckung betrifft nicht Schrift im vollen modernen Sinne, die Sprachlaute aufzeichnet, sondern ihren Vorläufer – ein Zeichensystem zur Aufzeichnung und Übermittlung von Informationen. Möglicherweise diente es dazu, Mondzyklen zu markieren, Wild zu zählen oder Eigentum zu kennzeichnen. Die Artefakte stammen von Schlüssel-Fundstellen der Region, wie der Hohle Fels sowie der berühmten Höhle von Lascaux, wo ähnliche Punkt-Symbole ebenfalls an den Wänden vorkommen. Das bedeutet, dass diese Praxis unter den jagenden Gemeinschaften des Jungpaläolithikums in Europa weit verbreitet war. Vergleich symbolischer Kommunikationssysteme: Lokalizacja: Mezopotamia, Egipt → Południowe Niemcy (Europa); Datowanie: IV tys. p.n.e. (~6 tys. lat temu) → Górny paleolit (34-45 tys. lat temu); Nośnik: Glina, kamień, papirus → Kość, poroże, kość słoniowa Diese Entdeckung ist von grundlegender Bedeutung für das Verständnis der Evolution des menschlichen Denkens. Sie verlegt den Zeitpunkt der Entstehung organisierter, symbolischer Kommunikation über die Grenzen landwirtschaftlicher Gesellschaften hinaus, in die Epoche der Jäger und Sammler. Sie deutet darauf hin, dass das Bedürfnis nach abstraktem Denken und der Festhaltung von Informationen tief in der menschlichen Natur verwurzelt ist. prawda: Die Behauptung über die Analyse von über 3.000 Zeichen auf 260 Artefakten stimmt mit den Berichten aller Quellen überein und basiert auf veröffentlichten Studien. (Wissenschaftliche Publikation des Teams von Bentz und Dutkiewicz) Der nächste Schritt der Forscher wird der Versuch sein, die Bedeutung konkreter Sequenzen zu entschlüsseln und zu prüfen, ob ähnliche Systeme in anderen Regionen der Welt existierten.
Mentioned People
- Christian Bentz — Linguist von der Universität des Saarlandes, Mitautor der Studie
- Ewa Dutkiewicz — Archäologin, Mitautorin der Studie