Die spanische Volkspartei (PP) zusammen mit der Partei Vox starten eine breit angelegte gesetzgeberische Offensive, die darauf abzielt, die Verwendung von Burka und Niqab im öffentlichen Raum zu verbieten. Neue Regelungen wurden bereits in Palma de Mallorca und Toledo eingeführt, während Barcelona einen ähnlichen Antrag ablehnte. Gleichzeitig kündigt die Rechte an, diese Initiativen auf alle kommunalen und parlamentarischen Ebenen im Land auszuweiten.

Offensive gegen Burkas

Die Volkspartei und Vox führen Verbote der Gesichtsverschleierung in weiteren Städten ein, u.a. in Palma und Toledo.

Verschiebung in der Aldama-Affäre

Das Gericht verschob die Frist für die Vorlage von Beweisen für die illegale Finanzierung der Partei PSOE durch den Hauptbeschuldigten.

Spannungen im rechten Lager

Vox erwägt, auf eine direkte Regierungsbeteiligung zu verzichten, um die Politik der Mitte-rechts-PP stärker zu konditionieren.

Wohnungsskandal in Alicante

Illegale Praktiken bei der Vermarktung von Wohnungen aus dem geschützten Bestand (VPP) in San Juan de Alicante wurden aufgedeckt.

Die spanische politische Szene wird von einer wachsenden Debatte über Religionsfreiheit und öffentliche Sicherheit dominiert. Die Volkspartei (PP) kündigte in Murcia an, Anträge in allen gesetzgebenden Kammern einzureichen, um das Tragen von Burkas und Niqabs vollständig zu verbieten. Dieser Trend manifestiert sich bereits auf lokaler Ebene. In Palma de Mallorca haben die Stadträte eine Resolution verabschiedet, die das Verhüllen des Gesichts an öffentlichen Orten und in öffentlichen Verkehrsmitteln verbietet. Einen ähnlichen Erfolg erzielte die Partei Vox in Toledo, wo mit Unterstützung der PP analoge Vorschriften durchgesetzt wurden. Eine völlig andere Haltung nahm die Stadtverwaltung von Barcelona ein, die den Vorschlag zur Einführung solcher Beschränkungen entschieden ablehnte. Parallel zu den gesellschaftlichen Debatten erschüttern weitere Enthüllungen von Korruptions- und politischen Skandalen Spanien. Das Nationale Gericht (Audiencia Nacional) entschied, die Frist für die Vorlage von Beweismitteln durch Víctor de Aldama bezüglich der mutmaßlichen illegalen Finanzierung der regierenden PSOE zu verschieben. Dieser Fall, der mit der sogenannten Koldo-Affäre verbunden ist, zieht immer weitere Kreise und umfasst auch die Ermittlungen zur Fluggesellschaft Plus Ultra. Der Untersuchungsausschuss des Senats kündigte an, Isabel Pardo de Vera, die ehemalige Staatssekretärin, erneut vorzuladen, deren Rolle bei den Kontakten zu chinesischen Medizinproduktlieferanten nach Veröffentlichung des Berichts der UCO ernsthafte Bedenken der Ermittler hervorruft. Spanien kämpft seit Jahren mit dem Dilemma der kulturellen Integration, und die Frage eines Verbots religiöser Kopfbedeckungen, die das Gesicht verhüllen, kehrt seit 2010 in die öffentliche Debatte zurück und spiegelt ähnliche gesetzgeberische Prozesse in Frankreich und Belgien wider.Innerhalb der Rechten selbst kommt es zu Spannungen zwischen der Partei Vox und der Volkspartei. Die von Santiago Abascal geführte Partei erwägt ein Kooperationsmodell mit der PP, das darin besteht, Regierungen zu unterstützen, ohne in eine Koalition einzutreten, was eine größere Freiheit bei der Durchsetzung radikaler programmatischer Forderungen ermöglichen soll. Der ehemalige Ministerpräsident José María Aznar äußerte sich zu dieser Frage und warnte davor, dem „rechten Populismus” nachzugeben, was ein Schlaglicht auf die tiefen strategischen Gräben im konservativen Lager wirft. Unterdessen brach in Alicante ein Skandal im Zusammenhang mit Unregelmäßigkeiten beim Verkauf von geschützten Wohnungen aus, der die lokalen Behörden zwang, disziplinarische Maßnahmen gegen die Bauträger zu ergreifen. „España no puede caer en el populismo de derechas” (Spanien darf nicht in den Rechtspopulismus verfallen) — José María Aznar

Perspektywy mediów: Liberale Medien betonen das Risiko der Stigmatisierung von Minderheiten und der Verletzung der Religionsfreiheit durch die von der Rechten initiierten Verbote. Konservative Presse stellt das Burka-Verbot als notwendigen Schritt für die Sicherheit und die Verteidigung der Werte der westlichen Zivilisation dar.

Mentioned People

  • Alberto Núñez Feijóo — Führer der Volkspartei (PP), der innerer Kritik ausgesetzt ist und im Kontext der Wahlstrategie analysiert wird.
  • José María Aznar — Ehemaliger Ministerpräsident Spaniens, der vor dem wachsenden Populismus auf der Rechten warnt.
  • Víctor de Aldama — Schlüsselfigur im Korruptionsskandal Koldo, der Beweise gegen die PSOE anbietet.
  • María Jesús Montero — Vizeministerpräsidentin Spaniens, die vom Senat zur Aussage in der SEPI-Angelegenheit vorgeladen wurde.