Neueste Forschungen, die in der renommierten Zeitschrift „Interface” der britischen Royal Society veröffentlicht wurden, warnen davor, dass Chikungunya, eine schmerzhafte tropische Krankheit, in Europa weit verbreitet werden könnte. Durch die Erwärmung des Klimas gewinnen invasive Tigermücken die Fähigkeit, das Virus in 29 Ländern des Kontinents zu übertragen, einschließlich Regionen mit bisher kühleren Sommern. Wissenschaftler warnen, dass die Ausbreitung des Erregers nach Norden jetzt nur noch eine Frage der Zeit ist.
Expansion nach Norden
Das Chikungunya-Virus kann sich bei niedrigeren Temperaturen ausbreiten, was seine Übertragung in Regionen ermöglicht, die bisher als sicher galten, einschließlich Mitteleuropa.
Rolle der Tigermücke
Die invasive Art Aedes albopictus hat bereits bedeutende Gebiete Europas besiedelt und ist zum Hauptüberträger gefährlicher tropischer Krankheitserreger für den Menschen geworden.
Klima begünstigt Infektionen
In Spanien und Griechenland herrschen die Bedingungen für eine Ansteckung mit dem Virus bereits über ein halbes Jahr lang, was eine direkte Folge der Klimaerwärmung ist.
Wissenschaftler internationaler Forschungsteams warnen vor einem raschen Anstieg des Risikos der Übertragung des Chikungunya-Virus auf fast ganz Europa. Bisher wurde diese schmerzhafte tropische Erkrankung hauptsächlich mit Ländern des Mittelmeerraums wie Italien, Frankreich oder Spanien in Verbindung gebracht. Die neuesten Analysen belegen jedoch, dass der Erreger sich bei deutlich niedrigeren Temperaturen ausbreiten kann als bisher angenommen. Das bedeutet, dass selbst Länder mit gemäßigtem Klima während der Sommer- und frühen Herbstmonate zu Zentren lokaler Epidemien werden können. Der Schlüsselüberträger des Virus ist die Tigermücke (Aedes albopictus), eine invasive Art, die europäische Städte zunehmend erfolgreich besiedelt. Klimawandel und steigende Durchschnittstemperaturen führen dazu, dass in Ländern wie Griechenland oder Spanien die Bedingungen für eine Übertragung bereits mehr als sechs Monate im Jahr bestehen. Experten betonen, dass dieses Phänomen nicht mehr nur auf den Süden beschränkt ist. Das Risiko von Ausbrüchen betrifft derzeit bis zu 29 europäische Länder, was die Gesundheitsdienste vor neue Herausforderungen im Bereich der epidemiologischen Überwachung stellt. Das Chikungunya-Virus wurde erstmals 1952 während einer Epidemie in Tansania isoliert. Der Name stammt aus der Makonde-Sprache und bedeutet „das, was sich krümmt”, was sich auf die starken Gelenkschmerzen bezieht, die die Erkrankten zwingen, eine gekrümmte Haltung einzunehmen. Die Krankheit ist durch plötzliches Fieber sowie schwächende Muskel- und Gelenkschmerzen gekennzeichnet, die viele Monate oder sogar Jahre nach Abklingen der Infektion anhalten können. Obwohl die Sterblichkeit relativ niedrig ist, kann die Belastung der Gesundheitssysteme durch die Betreuung chronisch Erkrankter enorm sein. Wie die Tageszeitung The Guardian berichtet, deuten Daten auf die Unvermeidlichkeit einer weiteren Ausbreitung des Virus hin, wenn keine radikalen Maßnahmen zur Eindämmung der Mückenpopulation und zur Bewältigung der Klimakrise ergriffen werden. Länder Europas sind von der Virusübertragung bedroht Forschungen bestätigen, dass sich das Chikungunya-Virus bei niedrigeren Temperaturen ausbreiten kann als ursprünglich gedacht, was seine Expansion nach Norden des Kontinents erleichtert. ["Ja, das ist eine reale Bedrohung", "Nein, wir haben einen guten Gesundheitsdienst", "Das ist ein Problem der fernen Zukunft", "Ich habe keine Meinung"]