Die Schweizer Beratungsstiftung Ethos hat die Aktionäre des Pharmakonzerns Novartis aufgerufen, die Vergütungsvorschläge für den Vorstand bei der anstehenden Hauptversammlung abzulehnen. Besonders kritisiert wird das Rekordgehalt von CEO Vasant Narasimhan, das im Jahr 2025 24,9 Millionen Schweizer Franken betrug – ein Anstieg von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ethos bezeichnet dieses Paket als "besonders übermäßig" und losgelöst von europäischen Standards. Die Entscheidung der Aktionäre fällt auf der Hauptversammlung am 4. März 2026.

Rekordvergütung des CEO

Der Vorstandsvorsitzende von Novartis, Vasant Narasimhan, erhielt im Jahr 2025 eine Gesamtvergütung in Höhe von 24,9 Mio. CHF (ca. 32,1 Mio. USD). Dieser Betrag ist 30 % höher als im Jahr 2024 und sorgt für Kontroversen.

Scharfe Kritik des Ethos-Fonds

Der Fonds Ethos, ein Berater institutioneller Aktionäre, bezeichnete das Paket als "besonders übermäßig" und losgelöst von der wirtschaftlichen Realität der Stakeholder. Er ruft zur Ablehnung bei der Abstimmung auf.

Abstimmung auf der Hauptversammlung

Die Frage der Führungsvergütungen wird den Aktionären auf der für den 4. März 2026 in Basel geplanten Hauptversammlung von Novartis zur Abstimmung vorgelegt.

Kontroversen im Pharmasektor

Der Fall fügt sich in die breitere Debatte über die Vergütungen von Top-Managern in Europa ein, insbesondere im Kontext der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen und wachsender Einkommensungleichheiten.

Die Schweizer Stiftung Ethos hat die Aktionäre des Pharmakonzerns Novartis aufgerufen, die vorgeschlagenen Vergütungen für Vorstandsmitglieder auf der kommenden Hauptversammlung abzulehnen. Im Zentrum der Kritik steht das Vergütungspaket des Vorstandsvorsitzenden (CEO) Vasant Narasimhan für das Jahr 2025, das 24,9 Millionen Schweizer Franken betrug. Dieser Betrag bedeutet laut Mitteilung des Fonds einen Anstieg von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und wird vom Unternehmen unter anderem mit der Erreichung strategischer operativer und finanzieller Ziele begründet. Die Debatte über die Höhe der Vergütungen von Top-Managern in großen, insbesondere internationalen Konzernen, ist ein ständiges Element der Diskussion über Corporate Governance und soziale Gerechtigkeit. In der Schweiz haben Aktionäre nach einem Referendum von 2013 das Recht auf eine jährliche Abstimmung über die Vorstandsvergütung (Say-on-Pay). Dennoch steigen die Gehälter von CEOs großer Unternehmen, besonders im Pharma- und Finanzsektor, oft schneller als die Durchschnittsgehälter im Unternehmen oder dessen Gewinne. Der Geschäftsführer von Ethos, Vincent Kaufmann, äußerte entschiedenen Widerstand. „«Wir befinden uns in einer Spirale kontinuierlich steigender Managergehälter, die losgelöst von der wirtschaftlichen Realität der Stakeholder multinationaler Unternehmen ist»” — Geschäftsführer der Schweizer Beratungsstiftung Ethos. Der Fonds bezeichnete in seiner Stellungnahme Narasimhans Vergütung als "besonders übermäßig" (engl. "particularly excessive"). Es wurde betont, dass dieser Betrag völlig außerhalb der in Europa akzeptierten Parameter und Standards liege und sein sprunghafter Anstieg keine proportionale Rechtfertigung in den für alle Stakeholder verfügbaren Finanzergebnissen finde. Die Vergütung des Novartis-Chefs setzt sich aus Grundgehalt, Jahresbonus und langfristigen aktienbasierten Anreizplänen zusammen. Vergütung des Novartis-CEO (Vasant Narasimhan): 2024: 19.15, 2025: 24.9 Der Verwaltungsrat von Novartis rechtfertigt diese hohe Summe mit der erfolgreichen Umsetzung der Strategie, der guten finanziellen Verfassung des Unternehmens und der Aufrechterhaltung seiner Wettbewerbsposition auf dem Markt. In einer Stellungnahme für die Medien wurde betont, dass die Vergütung eng mit der Leistung und der Wertschöpfung für die Aktionäre verknüpft sei. Die Angelegenheit wird auf der Hauptversammlung von Novartis entschieden, die am 4. März 2026 in Basel stattfindet. Die Abstimmung über die Vergütungsfrage ist konsultativer Natur (Say-on-Pay), was bedeutet, dass ihr Ergebnis für den Aufsichtsrat nicht rechtlich bindend ist, aber ein starkes Signal der Meinung der Unternehmenseigentümer darstellt. Die Empfehlungen von Ethos haben großes Gewicht, da der Fonds viele institutionelle Investoren, darunter große Pensionsfonds, die bedeutende Aktionäre von Novartis sind, in Abstimmungsfragen berät.

Perspektywy mediów: Medien mit linksgerichteter und mitte-links Ausrichtung können die Situation als grelles Beispiel für wachsende soziale Ungleichheiten und die Entfremdung der Unternehmenseliten von der Realität darstellen, wobei sie die Diskrepanz zwischen dem Gehaltsanstieg des CEOs und den Löhnen der einfachen Mitarbeiter betonen. Konservative und wirtschaftsfreundliche Medien können sich auf die Vertragsfreiheit und das Recht des Marktes konzentrieren, Talente zu entlohnen, die Innovationen und Wert für die Aktionäre vorantreiben, und die Kritik als Einmischung in interne Unternehmensangelegenheiten betrachten. Dieser Streit fügt sich in die breitere europäische Diskussion über die Grenzen verantwortungsvoller Vergütung in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und wachsender gesellschaftlicher Erwartungen an große Unternehmen ein.

Mentioned People

  • Vasant Narasimhan — Vorstandsvorsitzender (CEO) des Schweizer Pharmakonzerns Novartis.
  • Vincent Kaufmann — Geschäftsführer der Schweizer Beratungsstiftung Ethos.