Der Sejm hat das zentrale SAFE-Gesetz verabschiedet, das die langfristige Finanzierung der polnischen Verteidigung regelt. Dieses Ereignis fiel mit der Entscheidung der Ratingagentur Fitch Ratings zusammen, die Polens Rating auf dem Niveau „A-“ bestätigte, jedoch die negative Perspektive beibehielt. Die Regierung verteidigt das Programm als unerlässlich für die Staatssicherheit, während die Opposition und einige Analysten vor übermäßiger Verschuldung und einem wachsenden Haushaltsdefizit warnen.
Sejm verabschiedete SAFE-Programm
Das neue Gesetz soll eine stabile und hohe Finanzierung für die Modernisierung der polnischen Armee in den kommenden Jahren gewährleisten.
Fitch behält Polens Rating bei
Die Bewertung A- wurde beibehalten, doch die negative Perspektive warnt vor Problemen mit Defizit und Verschuldung.
Opposition fordert Veto des Präsidenten
Gegner von SAFE verweisen auf Gefahren für die finanzielle Stabilität des Staates und fordern ein Eingreifen von Karol Nawrocki.
Deutsche Rüstungsinvestitionen
Deutsche Firmen planen, 7 Mrd. Złoty für die Entwicklung der Produktion in Polen auszugeben, was die europäische Verteidigungsindustrie stärken soll.
Der Sejm der Republik Polen hat die Arbeiten am SAFE-Gesetz (Security Architecture Financing Effort) abgeschlossen, das die Grundlage für ein neues System zur Finanzierung der Armeemodernisierung bildet. Das Programm sieht die Bereitstellung erheblicher Finanzmittel für Rüstungskäufe vor, was Premierminister Donald Tusk als „kosmische Summe“ bezeichnete. Die Regierung argumentiert, dass Polen angesichts geopolitischer Bedrohungen dauerhafte und stabile Finanzierungsquellen für die Verteidigung benötige, die die bisherigen Haushaltsrahmen nicht bieten. Das Gesetz löste jedoch heftige politische Streitigkeiten aus; die Regierungskoalition fürchtet ein Veto von Präsident Karol Nawrocki, während oppositionelle Kreise und der Präsident die Konditionalitätsmechanismen und das Risiko intransparenter Fondsverwaltung kritisieren. Parallel zum Gesetzgebungsverfahren veröffentlichte die internationale Ratingagentur Fitch Ratings ihren neuesten Bericht zur Kreditwürdigkeit Polens. Das Rating wurde auf dem Niveau „A-“ beibehalten, was Finanzminister Andrzej Domański als Beleg für eine verantwortungsvolle Wirtschaftspolitik interpretiert. Dennoch behielt die Agentur die negative Perspektive bei und begründete dies mit dem hohen Defizit des Sektors der staatlichen und kommunalen Institutionen sowie der schnell wachsenden Staatsverschuldung. Fitch weist darauf hin, dass ohne fiskalische Konsolidierung das Risiko einer zukünftigen Herabstufung der Kreditwürdigkeit real sei, was die Kosten für die Bedienung von Schulden erhöhen könnte, die unter anderem für Rüstungszwecke im Rahmen von SAFE aufgenommen werden. Ratingagenturen sind nach 1989 zu wichtigen Gutachtern der polnischen Wirtschaft geworden und beeinflussen das Vertrauen ausländischer Investoren sowie die Rendite der vom Staat emittierten Anleihen. In der öffentlichen Debatte tauchten auch Themen zum Einfluss ausländischen Kapitals auf den polnischen Rüstungssektor auf. Berichten zufolge planen deutsche Konzerne, fast 7 Milliarden Złoty in polnische Werke zu investieren, was Teil der Verkürzung von Lieferketten und der Unabhängigkeit von Komponenten aus China sein soll. Regierungskritiker, darunter Prof. Sławomir Cenckiewicz, betonen jedoch, dass die SAFE-Struktur allein ohne den Transfer modernster Technologien unzureichend sein könnte. Der Streit um SAFE wird somit nicht nur zu einer Debatte über Geld, sondern auch über technologische Souveränität und die Richtung der polnischen Verteidigungsdiplomatie. „Decyzja Fitcha potwierdza odpowiedzialną politykę gospodarczą państwa.” (Die Entscheidung von Fitch bestätigt die verantwortungsvolle Wirtschaftspolitik des Staates.) — Andrzej Domański Fiskalische Indikatoren laut Fitch Ratings: Kreditrating: A- → A- (beibehalten); Perspektive: Negativ → Negativ (beibehalten); Hauptrisikofaktor: Politische Unsicherheit → Defizit und Staatsverschuldung Das SAFE-Programm löst auch im gesellschaftlichen Bereich Emotionen aus. Die Kommunikationsinstrumente der Regierung, darunter ein gescheiterter Versuch, das Programm mit künstlicher Intelligenz zu bewerben, wurden zum Ziel von Spott durch die Opposition. Unterdessen wich Finanzminister Domański auf Nachfragen zu Finanzdetails, etwa zu den Zinssätzen für im Rahmen des Programms aufgenommene Kredite, eindeutigen Erklärungen aus, was die Befürchtungen über die endgültigen Kosten dieser historischen Modernisierung schürt. Die Situation bleibt dynamisch, und die Augen der politischen Klasse sind nun auf den Präsidentenpalast gerichtet.
Mentioned People
- Donald Tusk — Premierminister Polens, Hauptbefürworter des SAFE-Programms.
- Andrzej Domański — Finanzminister, zuständig für die Beziehungen zu Ratingagenturen.
- Karol Nawrocki — Präsident der Republik Polen, an den das SAFE-Gesetz mit der Bitte um Unterzeichnung weitergeleitet wurde.
- Sławomir Cenckiewicz — Historiker und Publizist, der die technischen Grundlagen von SAFE kritisiert.