Der Tod des Führers des mächtigen Jalisco Nueva Generación-Kartells hat eine Welle blutiger Vergeltungsakte in ganz Mexiko ausgelöst und die Sicherheit der bevorstehenden Weltmeisterschaft in Frage gestellt. In der Nähe des Stadions in Guadalajara wurden Hunderte Säcke mit menschlichen Überresten gefunden, und Sportverbände sagen erste Veranstaltungen ab. Trotz der makabren Funde und des anhaltenden Drogenkriegs erklärt FIFA-Präsident Gianni Infantino volles Vertrauen in die mexikanischen Behörden und garantiert, dass das Turnier wie geplant stattfinden wird.
Blutige Gewaltwelle in Mexiko
Der Tod des CJNG-Kartellführers löste eine Serie von Vergeltungsangriffen in 20 Bundesstaaten aus, lähmte das öffentliche Leben und untergrub die Sicherheitsgarantien für Fans.
Massengräber in Stadionnähe der WM
Die Entdeckung von über 500 Säcken mit menschlichen Überresten in der Nähe der Arena in Guadalajara wirft einen Schatten auf die Vorbereitungen für das FIFA-Turnier.
Absage des Weltcups im Wasserspringen
Der Verband World Aquatics zog sich als erster von der Ausrichtung von Wettkämpfen in Mexiko zurück, da er das Risiko für Sportler als zu hoch erachtete.
Streit um Sicherheitsfonds in den USA
Die Aussetzung von 625 Millionen Dollar an Bundesmitteln erschwert die Vorbereitungen amerikanischer Städte auf die antiterroristische Absicherung der WM.
Die Sicherheitslage in Mexiko verschlechterte sich nach der militärischen Operation am Sonntag, bei der Nemesio Oseguera Cervantes, bekannt als „El Mencho“, getötet wurde. Er war der Anführer des Kartells Jalisco Nueva Generación. Als Reaktion auf seinen Tod lösten Mitglieder der kriminellen Gruppe eine Welle der Gewalt in über 20 Bundesstaaten aus, indem sie Banken und Unternehmen in Brand setzten und Straßen mit brennenden Fahrzeugen blockierten. Besonders dramatisch ist die Situation in Guadalajara, das einer der Austragungsorte der bevorstehenden WM sein soll. Im Umkreis von mehreren Kilometern um das Akron-Stadion entdeckten die Behörden mindestens zwölf Massengräber mit über 500 Säcken menschlicher Überreste. Lokale Medien berichten über Schießereien in der Nähe des Flughafens, die Reisende zwangen, auf den Böden der Terminals Schutz zu suchen. Der Drogenkrieg in Mexiko dauert seit 2006 an, als der damalige Präsident Felipe Calderón das Militär auf die Straßen schickte, um gegen die Kartelle zu kämpfen, was eine beispiellose Destabilisierung des Landes einleitete.Trotz der Eskalation des Konflikts, bei dem bereits mindestens 70 Menschen getötet wurden, darunter über 25 Angehörige der Nationalgarde, plant die FIFA keine Änderungen. Gianni Infantino erklärte nach einem Gespräch mit der mexikanischen Präsidentin Claudia Sheinbaum, dass die Organisation des Turniers nicht gefährdet sei. Dieser Optimismus wird jedoch von anderen Verbänden nicht geteilt. World Aquatics hat bereits beschlossen, den Weltcup im Wasserspringen, der im März in Guadalajara stattfinden sollte, abzusagen. Diese Entscheidung wurde mit negativen Reiseempfehlungen der Regierungen für diese Region begründet. Als Test für die Effizienz der Sicherheitskräfte diente das Freundschaftsspiel zwischen Mexiko und Island in Querétaro, das unter Bedingungen stattfand, die an eine belagerte Festung erinnerten, mit sechs Sicherheitskordons, die von Militär und Polizei errichtet wurden. „Of course, we are monitoring the situation in Mexico these days, but I want to say from the outset that we have complete confidence in Mexico, in its president, Claudia Sheinbaum, and in the authorities, and we are convinced that everything will go as smoothly as possible.” (Natürlich beobachten wir die Lage in Mexiko in diesen Tagen, aber ich möchte von vornherein sagen, dass wir volles Vertrauen in Mexiko, in seine Präsidentin Claudia Sheinbaum und in die Behörden haben, und wir sind überzeugt, dass alles so reibungslos wie möglich verlaufen wird.) — Gianni InfantinoDie organisatorischen Probleme beschränken sich nicht nur auf Mexiko. In den Vereinigten Staaten wächst der Streit um die Finanzierung der Sicherheit der Veranstaltung. Die Ministerin für innere Sicherheit, Kristi Noem, hat die Auszahlung von 625 Millionen Dollar aus Mitteln der FEMA gestoppt, was die Vorbereitungen in Städten wie Boston lähmt. Zudem äußern europäische Fußballverbände Bedenken hinsichtlich der Rentabilität einer Teilnahme am Turnier. Aufgrund fehlender Steuerbefreiungen in den USA sowie hoher Logistikkosten und geringerer Tagegelder von der FIFA könnten einige Nationalmannschaften die WM mit finanziellen Verlusten beenden.
Perspektywy mediów: Liberale Medien betonen die tragische menschliche Dimension und die Entdeckung von Massengräbern und stellen die Ethik der Turnierorganisation im Schatten eines Bürgerkriegs in Frage. Konservative Medien konzentrieren sich auf die Entscheidungslähmung der US-Administration bei der Finanzierung der Sicherheit sowie auf die Notwendigkeit eines harten Kampfes gegen die Kartelle.
Mentioned People
- Nemesio Oseguera Cervantes — Erschossener Anführer des Jalisco Nueva Generación-Kartells, bekannt unter dem Pseudonym El Mencho.
- Gianni Infantino — Präsident der FIFA, der die vollständige Sicherheit der WM in Mexiko versichert.
- Claudia Sheinbaum — Präsidentin von Mexiko, die an der Aufrechterhaltung des Plans zur Ausrichtung der Meisterschaften festhält.
- Kristi Noem — Amerikanische Ministerin für innere Sicherheit, verantwortlich für die Aussetzung der FIFA-Mittel.